Bachelorarbeit, 2021
119 Seiten, Note: 1,5
1. Einführung in das Thema
1.1 Fragestellung und Annahmen
1.2 Aufbau der Arbeit
2. Konzeptionelle Grundlagen
2.1 Absentismus
2.1.1 Begriffsbestimmung und Abgrenzung
2.1.2 Stand der Forschung
2.2 Präsentismus
2.2.1 Begriffsbestimmung und Abgrenzung
2.2.2 Stand der Forschung
2.3 Absentismus oder Präsentismus: das Verhalten bei Krankheit
2.4 Arbeitsbezogene Einflussfaktoren
2.4.1 Organisationales Commitment
2.4.2 Arbeits-Familien-Konflikt
2.4.3 Führungsqualität
2.4.4 Unterstützung am Arbeitsplatz
2.4.5 Arbeitszufriedenheit
2.4.6 Arbeitsbelastung
2.5 Zusammenfassung
3. Methodischer Teil
3.1 Untersuchungsdesign und -durchführung
3.2 Pretest
3.3 Stichprobenbeschreibung und Erhebung
3.4 Erhebungsinstrumente
3.4.1 Soziodemografische Daten
3.4.2 Messung von Absentismus und Präsentismus
3.4.3 Commitment Organisation, Beruf und Beschäftigungsform (COBB)
3.4.4 Copenhagen Psychosocial Questionnaire (COPSOQ)
3.4.5 Kurzfragebogen zur Arbeitsanalyse (KFZA)
3.5 Datenaufbereitung
3.6 Methode der Datenanalyse
3.6.1 Vorgehen bei der bivariaten Analyse
3.6.2 Vorgehen bei der multivariaten Analyse
4. Ergebnisse der Datenanalyse
4.1 Deskriptive Statistik
4.1.1 Item-Analyse
4.1.2 Soziodemografische Daten
4.1.3 Statistische Kennwerte der Variablen
4.2 Inferenzstatistik
4.2.1 Prüfung der Voraussetzungen
4.2.2 Bivariate Analyse
4.2.3 Multivariate Analyse
4.3 Zusammenfassung der Hypothesentestung
5. Diskussion
5.1 Ergebniszusammenfassung und Interpretation
5.1.1 Organisationales Commitment
5.1.2 Arbeits-Familien-Konflikt
5.1.3 Führungsqualität
5.1.4 Unterstützung am Arbeitsplatz
5.1.5 Arbeitszufriedenheit
5.1.6 Arbeitsbelastung
5.2 Kritische Würdigung
6. Handlungsempfehlungen für Unternehmen
7. Fazit und Ausblick
Das primäre Ziel dieser Arbeit ist es, den Zusammenhang und die Wirkung ausgewählter arbeitsbezogener Einflussfaktoren auf das Absentismus- und Präsentismusverhalten von Arbeitnehmern empirisch zu untersuchen und zu belegen, um Unternehmen und Personalverantwortlichen Ansatzpunkte zur Reduktion dieser Phänomene zu bieten.
1. Einführung in das Thema
Damit Unternehmen erfolgreich am Wirtschaftsleben teilnehmen können, ist es unabdingbar, dass die Mitarbeiter ihrer Tätigkeit nachgehen und ihre Leistung erbringen. Lange Zeit wird davon ausgegangen, dass die Anwesenheit bei der Arbeit gleichbedeutend mit Leistung sei. Absentismus, also die Abwesenheit von der Arbeit, gilt als maßgebliche Größe für Produktivitätsverluste (Gosselin, Lemyre & Corneil, 2013). Erst zur Jahrtausendwende rückt Präsentismus als weitere Größe in den Fokus. Ausgangspunkt sind vorwiegend medizinische Forschungen zum Zusammenhang zwischen Krankheit und Arbeitsproduktivität. Aus diesen Forschungen entsteht die Erkenntnis, dass Präsentismus, also der Umstand, dass Mitarbeiter trotz Erkrankung zur Arbeit gehen, zwar geringere direkte Kosten verursacht, jedoch, ebenso wie Absentismus, erhebliche Produktivitätseinbußen zur Folge hat. Produktivitätsverluste, die sich etwa als Folge der Verschleppung von Krankheiten oder der Ansteckung weiterer Mitarbeiter in längeren bzw. vermehrten Personalausfällen äußern, wirken sich schlussendlich auf die Kosten des Unternehmens aus (Lohaus & Habermann, 2018, S. 3; Steinke & Badura, 2011, S. 96).
Die Studie des Statista Research Department (2011a) zeigt beispielsweise, dass sich die Unternehmenskosten in Deutschland im Jahr 2009 pro Mitarbeiter und Jahr im Schnitt auf 1199 Euro bei Absentismus und auf durchschnittlich 2399 Euro bei Präsentismus belaufen. In Summe fallen für Unternehmen demnach Kosten von über 3500 Euro pro Jahr und Mitarbeiter an, die auf Produktivitätsverluste durch Absentismus und Präsentismus zurückzuführen sind (Knieps & Pfaff, 2020, S. 31). Nicht nur aus Unternehmensperspektive hat dies weitreichende Folgen, sondern auch aus individueller und makroökonomischer Sicht. Letzteres zeigt die Studie der Booz & Company (2011) aus 2009, wonach bei rund 40.9 Millionen Beschäftigten in Deutschland, Absentismus und Präsentismus einen Schaden von rund 129 Milliarden Euro für die deutschen Unternehmen hervorbringen.
1. Einführung in das Thema: Diese Einführung verdeutlicht die ökonomische Relevanz von Absentismus und Präsentismus, skizziert die Forschungsfrage und erläutert den strukturellen Aufbau der Arbeit.
2. Konzeptionelle Grundlagen: In diesem Kapitel werden die theoretischen Begrifflichkeiten von Absentismus und Präsentismus definiert, der aktuelle Forschungsstand dargelegt und die untersuchten arbeitsbezogenen Einflussfaktoren hergeleitet.
3. Methodischer Teil: Der methodische Teil beschreibt das Untersuchungsdesign, die Datenerhebung via Online-Fragebogen sowie die angewandten statistischen Verfahren zur Datenanalyse.
4. Ergebnisse der Datenanalyse: Dieses Kapitel präsentiert die deskriptive Statistik der Stichprobe sowie die inferenzstatistischen Ergebnisse, inklusive der Hypothesentestung mittels binär logistischer Regression.
5. Diskussion: Hier erfolgt eine zusammenfassende Interpretation der empirischen Ergebnisse im Abgleich mit der theoretischen Literatur sowie eine kritische Reflexion des Vorgehens.
6. Handlungsempfehlungen für Unternehmen: Basierend auf den gewonnenen Erkenntnissen werden praxisorientierte Maßnahmen für Personalverantwortliche zur Reduktion von Absentismus und Präsentismus abgeleitet.
7. Fazit und Ausblick: Das abschließende Kapitel fasst die zentralen Erkenntnisse der Arbeit zusammen und gibt einen Ausblick auf mögliche zukünftige Forschungsansätze.
Absentismus, Präsentismus, affektives Commitment, normatives Commitment, Arbeits-Familien-Konflikt, Führungsqualität, Unterstützung am Arbeitsplatz, Arbeitszufriedenheit, Arbeitsbelastung, Produktivitätsverlust, Krankheitsverhalten, betriebliches Gesundheitsmanagement, binär logistische Regression, Korrelationsanalyse, Unternehmenskosten
Die Arbeit untersucht das Phänomen der krankheitsbedingten Abwesenheit (Absentismus) sowie das Erscheinen am Arbeitsplatz trotz Krankheit (Präsentismus) und analysiert deren Zusammenhang mit verschiedenen arbeitsbezogenen Faktoren.
Im Mittelpunkt stehen arbeitsplatzbezogene Einflussfaktoren wie das organisationale Commitment, die Qualität der Führung, Arbeitsbelastungen sowie die Vereinbarkeit von Beruf und Familie.
Ziel ist es, den Einfluss spezifischer arbeitsbezogener Faktoren auf das Absentismus- und Präsentismusverhalten zu identifizieren und empirisch zu belegen, um Personalverantwortlichen konkrete Handlungsempfehlungen zu geben.
Die Untersuchung basiert auf einer korrelativen Querschnittsstudie mit 234 Teilnehmern. Zur Auswertung werden bivariate Analysen sowie multivariate Verfahren mittels binär logistischer Regression eingesetzt.
Der Hauptteil gliedert sich in einen theoretischen Teil mit Begriffsdefinitionen und Modellvorstellungen sowie einen methodischen und empirischen Teil zur Erhebung und statistischen Analyse der Daten.
Die zentralen Begriffe sind Absentismus, Präsentismus, Commitment, Führungsqualität, Arbeitszufriedenheit und Arbeits-Familien-Konflikt.
Die Arbeit zeigt statistisch signifikant, dass ein höheres normatives Commitment mit einer geringeren Wahrscheinlichkeit für Absentismus einhergeht.
Die empirischen Ergebnisse deuten darauf hin, dass eine höhere Führungsqualität und eine höhere Arbeitszufriedenheit die Wahrscheinlichkeit für Präsentismus reduzieren.
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