Bachelorarbeit, 2021
53 Seiten, Note: 1,3
1 Einleitung
2 Übergewicht im Kindes- und Jugendalter
2.1 Aktuelle Situation
2.1.1 Prävalenz
2.1.2 Veränderte Lebens- und Bewegungswelt
2.1.3 Bedeutung der Körperlichkeit
2.1.4 Gesellschaftlicher Einfluss
2.2 Übergewicht als Stigmatisierungsfaktor
2.3 Psychosoziale Folgen
3 Übergewicht im Schulsport
3.1 Ziele des Schulsports
3.2 Herausforderungen und Probleme
3.2.1 Aus Sicht der Schüler*innen
3.2.2 Aus Sicht der Lehrer*innen
3.3 Auswirkungen auf das Selbstwertgefühl
4 Die Gestaltung des Schulsports neu denken
4.1 Die Problematik des aktuellen Schulsports
4.2 Umgang mit Stigmatisierungen
4.3 Förderung des Körper- und Selbstkonzepts
4.4 Unterrichtsinhalte und Anpassungen
5 Fazit
Das Hauptziel dieser Arbeit ist es, die spezifischen Herausforderungen und Probleme zu identifizieren, mit denen Kinder und Jugendliche mit Übergewicht im Schulsport konfrontiert sind. Die Forschungsfrage untersucht dabei insbesondere, welchen Einfluss Stigmatisierungen und Hänseleien auf das Selbstwertgefühl der betroffenen Schülerinnen und Schüler nehmen, um daraus Ansatzpunkte für einen inklusiveren und förderlicheren Sportunterricht abzuleiten.
3.2.1 Aus Sicht der Schüler*innen
Der gemeinsame Sport mit gleichaltrigen Kindern und Jugendlichen wird allgemein als Möglichkeit angesehen die eigene körperliche Attraktivität zu präsentieren sowie die körperliche Leistungsfähigkeit unter Beweis zu stellen (Brettschneider, 2003, S. 221). Für Kinder und Jugendliche mit Übergewicht bedeutet Sportunterricht aus psychosozialer Sicht allerdings ein enormes Krisenpotenzial. Denn er gilt als ein besonders neuralgischer Raum für Stigmatisierungen, Hänseleien und negative Kommentare (Warschburger, 2008, S. 260; Puhl et al., 2011, S. 696). Aufgrund der körperlichen Aktivität werden ihre sportmotorischen Einschränkungen und die Abweichung vom Körperideal wie in kaum einem anderen Lebensbereich offensichtlich (Kopczynksi, 2008, S. 77).
Demnach geht Brodtmann (2005, S. 42) davon aus, dass die Ausgangsposition für Kinder und Jugendliche im Schulsport eher ungünstig ist, da sie bereits „in der Grundschule als Außenseiter abgestempelt“ werden. Wie übergewichtige Kinder und Jugendliche den Sportunterricht erleben könnten, wird beispielhaft in folgender konstruierter Geschichte aus der Ich-Perspektives eines betroffenen Kindes beschrieben:
„Ich habe jetzt Sport. Ich hasse Sport, weil ich immer eine Fünf bekomme. Die anderen hänseln mich immer, wenn ich nicht über den Bock springen kann. Bloß weil ich ein kleines bisschen dicker bin als die anderen. Oh Gott, Kletterstangen sind heute dran. Ob ich erzähle, dass ich mein Sportzeug vergessen habe. Dann muss ich vielleicht wie Sven vor kurzem mal in Unterwäsche turnen. Ach herrje, jetzt ist es zu spät. Ich soll jetzt da hoch. Und alle gucken mir zu. Ich höre schon die Jungs, weil sie lachen und sagen: ‚Hey du bist viel zu dick, du kommst da nicht hoch‘. Am liebsten würde ich jetzt gehen. Aber Frau Schulze zwingt mich zum Klettern. Ich lege beide Hände um die Stange und versuche mich hochzuziehen. Es geht nicht. Jetzt fangen alle laut an zu lachen und einer ruft: ‚Dicki, Dicki, du hängst wie ein nasser Sack da‘. Ich schäme mich und langsam kullern mir die Tränen über die Wangen.“ (Prengel, 2002, S. 207f.).
Die geschilderte Situation erscheint verstörend bekannt: Ein übergewichtiges Kind mit sportmotorischen Einschränkungen soll eine Bewegungsanweisung durchführen, während alle Augen auf es gerichtet sind. Das Scheitern wird mit Spott der Mitschüler*innen begleitet. Ausgerechnet die Lehrerin, die aus sportpädagogischer Sicht einen feinfühligen Umgang pflegen sollte, setzt es noch weiter unter Druck, stellt es durch den sichtbaren Leistungsunterschied bloß und bewertet sein Versagen negativ.
1 Einleitung: Diese Einleitung führt in die Problematik von Übergewicht und Adipositas bei Kindern und Jugendlichen ein und legt die Zielsetzung der Arbeit sowie die methodische Vorgehensweise dar.
2 Übergewicht im Kindes- und Jugendalter: Dieses Kapitel skizziert die aktuelle Prävalenz, die veränderte Lebenswelt sowie die psychosozialen Folgen von Übergewicht und thematisiert das Stigma, das mit diesem Zustand verbunden ist.
3 Übergewicht im Schulsport: Hier wird der Schulsport als zentraler Handlungsraum analysiert, wobei Ziele, spezifische Herausforderungen aus Schüler- und Lehrerperspektive sowie die Auswirkungen auf das Selbstwertgefühl im Mittelpunkt stehen.
4 Die Gestaltung des Schulsports neu denken: Dieses Kapitel erarbeitet Ansätze für eine pädagogische Umgestaltung des Sportunterrichts, um Stigmatisierungen abzubauen und das Körper- sowie Selbstkonzept der Schülerinnen und Schüler gezielt zu fördern.
5 Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse der Literaturrecherche zusammen und betont die Notwendigkeit für weitere Forschung sowie einen integrativen, wertschätzenden Ansatz im Sportunterricht.
Übergewicht, Adipositas, Schulsport, Stigmatisierung, Selbstwertgefühl, Körperbild, Sportpädagogik, Schülerperspektive, Lehrerperspektive, Diskriminierung, Bewegungsförderung, psychosoziale Folgen, Inklusion, Gesundheit, Körperkonzept.
Die Arbeit analysiert die Herausforderungen für Kinder und Jugendliche mit Übergewicht im Schulsport, insbesondere im Hinblick auf Stigmatisierung und deren Auswirkungen auf das Selbstwertgefühl.
Die zentralen Themen umfassen die Prävalenz von Übergewicht, die gesellschaftliche Stigmatisierung, die Rolle des Schulsports als Herausforderung sowie Ansätze für einen inklusiven Sportunterricht.
Das Ziel ist es, die Herausforderungen für übergewichtige Schülerinnen und Schüler zu identifizieren und zu untersuchen, wie sich Stigmatisierung im Schulsport auf das Selbstwertgefühl auswirkt, um daraus pädagogische Handlungsempfehlungen abzuleiten.
Die Arbeit basiert auf einer umfassenden Literaturrecherche, in der bestehende Studien und theoretische Ansätze zur Problematik analysiert und diskutiert werden.
Im Hauptteil werden die aktuelle Situation von Übergewichtigen, die psychosozialen Auswirkungen, die Probleme im Schulsport (aus Sicht von Schülern und Lehrern) und Strategien für eine Neugestaltung des Unterrichts ausführlich dargestellt.
Zu den prägenden Schlüsselwörtern zählen Übergewicht, Schulsport, Stigmatisierung, Selbstwertgefühl, Körperbild und Sportpädagogik.
Das Körperbild spielt eine zentrale Rolle, da der Sportunterricht durch sichtbare körperliche Leistungen und Kleidung den Körper exponiert, was bei Kindern mit Übergewicht oft zu negativer Selbstwahrnehmung und Scham führt.
Die Arbeit zeigt auf, dass Lehrkräfte durch vorurteilsbehaftete Einstellungen, niedrigere Erwartungen oder fehlendes Eingreifen bei Hänseleien ungewollt oder bewusst zur Stigmatisierung im Unterricht beitragen können.
Vorgeschlagen werden u.a. der Verzicht auf Leistungsdruck, die Förderung von Freude an der Bewegung statt reinem Gewichtsverlust, die Individualisierung von Anforderungen sowie die bewusste pädagogische Steuerung zur Reduktion von Stigmatisierungen.
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