Masterarbeit, 2018
135 Seiten, Note: 1,00
1. Einleitung
2. Die Wissenssoziologie nach Berger und Luckmann
2.1 Vorstellung der Autoren
2.2 Wurzeln für die Wissenssoziologie nach Berger und Luckmann
2.3 Die Wirklichkeit der Alltagswelt
2.3.1 Gesellschaftliche Interaktion in der Alltagswelt
2.3.2 Sprache und Wissen in der Alltagswelt
2.4 Gesellschaft als objektive Wirklichkeit
2.4.1 Institutionalisierung
2.4.1.1 Organismus und Aktivität
2.4.1.2 Ursprünge der Institutionalisierung
2.4.2 Sedimentbildung und Tradition
2.4.3 Legitimierung
2.5 Gesellschaft als subjektive Wirklichkeit
2.5.1 Primäre Sozialisation
2.5.1.1 Sekundäre Sozialisation
2.5.2 Kritik
2.5.3 Zusammenfassung und Überleitung
3. Konstruktions- und Legitimationsprozesse in Bezug auf die Asylgesetzgebung seit dem Spätsommer 2015
3.1 Übertragung der vier Legitimationsebenen auf die aktuellen Ereignisse
3.2 Historische Wurzeln
3.2.1 Jüdisch-Christliche-Wurzel
3.2.2 Griechische Wurzel
3.3 Vorangestellte Informationen
3.3.1 Fluchtursachen
3.3.2 Definitionen der unterschiedlichen Kategorien Geflüchteter
3.3.2.1 Definition: Asylsuchende
3.3.2.2 Definition: „Flüchtling“
3.3.2.3 Definition: Binnenvertriebene
3.3.2.4 Definition: zurückgekehrte „Flüchtlinge“
3.3.2.5 Definition: zurückgekehrte Binnenvertriebene
3.3.2.6 Definition: Staatenlose
3.3.2.7 Definition: andere von Flucht Betroffene
3.4 Ausgangslage
3.5 Konstruktion: „Flüchtlingswelle“
3.5.1 Länder, in denen sich Geflüchtete befinden
3.5.1.1 Zusammensetzung der von Flucht Betroffenen von 2013–2016
3.5.1.2 Aufnahmeländer
3.5.2 Weltweite Entwicklung der Zahlen der von Flucht betroffenen Menschen
3.5.3 Asylanträge in der BRD
3.5.3.1 Asylanträge von 2008 bis 2016
3.5.3.2 Asylerstanträge von 2015 bis August 2017
3.5.4 Wer von der „Welle“ in Deutschland bleibt
3.5.4.1 Nicht alle bleiben
3.5.4.2 Wartezeiten
3.5.5 Bedeutung für die Konstruktions- und Legitimationsprozesse 1
3.6 Zur Asylgesetzgebung seit dem Spätsommer 2015
3.6.1 Entwicklungen im Vorfeld zum Spätsommer 2015
3.6.1.1 Die Top-Ten-Herkunftsländer der Asylsuchenden von 2007 bis 2016
3.6.1.1.1 Interpretationen zum Verlauf der Asylerstanträge der Top Drei Herkunftsländer
3.6.1.1.2 Krisenhafte Entwicklungen in Syrien
3.6.1.2 Entwicklungen unmittelbar vor der Grenzöffnung
3.6.1.2.1 Geldmangel für syrische Geflüchtete in Flüchtlingslagern
3.6.1.2.2 Fluchtrouten
3.6.1.2.3 Situation in der BRD für Geflüchtete vor „dem Tweet“
3.6.2 Der Tweet des BAMF und seine Folgen
3.6.2.1 Der Tweet
3.6.2.2 „Wir schaffen das“
3.6.2.3 Die Öffnung der Grenze
3.6.3 Folgen für die Asylgesetzgebung
3.6.3.1 Folgen für Schengen und Dublin-III
3.6.3.1.1 Das Schengener Abkommen
3.6.3.1.2 Dublin-III-Verordnung
3.6.3.2 Rechtsgrundlagen für die Asylgesetzgebung in der BRD
3.6.3.2.1 Artikel 16a des Grundgesetz
3.6.3.2.2 Das Abkommen über die Rechtsstellung der Flüchtlinge vom 28. Juli 1951 (Genfer Flüchtlingskonvention)
3.6.3.3 Gesetzesänderungen in der bundesdeutschen Asylgesetzgebung anhand des Asylgesetzes (AsylG)
3.6.3.3.1 Das Asylverfahrensbeschleunigungsgesetz
3.6.3.3.2 Das „Köln-Gesetz“
3.6.3.3.3 Das Gesetz zur Bekämpfung von Kinderehen
3.6.4 Schließen der Fluchtrouten
3.6.5 Bedeutung für die Konstruktions- und Legitimationsprozesse 2
3.6.5.1 Bedeutung für die Gesetzgebung
3.6.5.2 Legitimationen und Handlungskonsequenzen für die Konstruktionen
4. Bedeutung für die Soziale Arbeit mit Geflüchteten
4.1 Konfliktpotenzial: Das „doppelte Mandat“
4.2 Auswirkungen auf die Arbeit mit Geflüchteten
4.3 Interkulturelle Orientierung und Öffnung
4.3.1 Der Kulturbegriff
4.3.2 Interkulturalität
4.3.2.1 Interkulturelle Kompetenz
4.3.2.2 IKÖ und IKO
4.4 Partizipation für Geflüchtete
4.4.1 Partizipation durch Ästhetik
4.4.2 Verwirklichung von Partizipation und anderen Grundsätzen der Sozialen Arbeit innerhalb dieser
4.5 Weitere Folgen für die Soziale Arbeit
4.5.1 Gesetzliche Grundlagen
4.5.2 Arbeit mit Bürger und Bürgerinnen
4.6 Zusammenfassung
5. Fazit und Ausblick
Diese Masterthesis analysiert die Konstruktions- und Legitimationsprozesse in Bezug auf die bundesdeutsche Asylgesetzgebung seit dem Spätsommer 2015 sowie deren Auswirkungen auf die Praxis der Sozialen Arbeit. Die zentrale Forschungsfrage untersucht, wie gesellschaftliche Konstruktionen und Legitimationen die Asylgesetzgebung beeinflussen und welche Auswirkungen diese Prozesse auf das professionelle Handeln von Fachkräften in der Sozialen Arbeit haben.
3.3.1 Fluchtursachen
Mögliche Fluchtursachen werden in diesem Kapitel lediglich kurz umrissen dargestellt: Nach medico.de können die Fluchtursachen in fünf Kategorien beschrieben werden:
1. Krieg und Gewalt: Zu diesem Punkt gehören zerfallene Staatsstrukturen, Kämpfe um (knappe) Ressourcen und der Zugang zu ihnen. Diese können Auslöser für Krieg und weitere Gewalt sein (vgl. medico.de 2016).
2. Perspektivlosigkeit und Armut: Zum Juni 2012 vermerkten Angenendt und Popp, dass die Jugendarbeitslosigkeit in den nordafrikanischen Staaten unter Jugendlichen und jungen Erwachsenen hoch ist; besonders junge Frauen sind betroffen (vgl. Angenendt/Popp 2012).48 Des Weiten sind Perspektivlosigkeit und Armut in anderen afrikanischen Staaten, sowie in asiatischen und lateinamerikanischen, mit Rohstoffhandel und dem Aufkauf von Land durch große Konzerne verbunden (siehe unten).
3. Diskriminierung und Verfolgung: Medico.de zählt dazu Verstöße gegen Artikel der UN-Menschenrechtscharta auf; z.B. werden Menschen ungleich behandelt aufgrund ihrer Hautfarbe, ihres Geschlechts, ihre Religionszugehörigkeit usw. (vgl. medico.de (3) 2016).
4. Rohstoffhandel und „Landraub“ (medico.de 2016; vgl. medico.de (2) 2016) 49: Im Rahmen der Globalisierung wurde die kapitalistische Lebens- und Wirtschaftsweise weltweit installiert. „Länder des Nordens“ (medico.de 2016) und einige sogenannten „Schwellenländer“ haben ihre Dominanz in Politik und Wirtschaft ausgebaut. So wurden ungerechte Handelsabkommen gesichert, um in afrikanischen, asiatischen und lateinamerikanischen Ländern den Zugriff auf Land und Ressourcen für sich zu gewährleisten. Konzerne und Eliten werden dadurch reicher, während jene Nationen unter der Armut und der Ausbeutung leiden (vgl. medico.de 2016).
5. Umweltzerstörung und Klimawandel: Zu dieser Kategorie gehören ökologische Krisen wie Dürrekatastrophen und Überschwemmungen durch welche Menschen ihrer Lebensgrundlagen beraubt werden. Dies kann sich zuspitzen, wenn die Ernährung schon im Vorfeld aufgrund von Armut nicht gesichert war. Zugleich aber nutzt „der Norden“ „die Länder des Südens“ (medico.de 2016) als Absatzmarkt für seine Produkte: Z. B. Können die lokalen Bauern nichts den hochsubventionierten landwirtschaftlichen Produkten aus der EU entgegensetzen, welche sie die Länder überschwemmen, da ihre Produkte teurer sind.
1. Einleitung: Die Verfasserin stellt ihre persönliche Motivation und die vorläufige Hypothese zur gesellschaftlichen Spaltung bezüglich des Umgangs mit Geflüchteten dar und leitet daraus die Forschungsfragen ab.
2. Die Wissenssoziologie nach Berger und Luckmann: Einführung in die theoretische Grundlage der Arbeit, die beschreibt, wie Gesellschaft Wirklichkeit durch Interaktion, Sprache und Institutionalisierung konstruiert.
3. Konstruktions- und Legitimationsprozesse in Bezug auf die Asylgesetzgebung seit dem Spätsommer 2015: Analyse der gesellschaftlichen Konstruktionen von Flucht und deren Einfluss auf die politische Verschärfung der Asylgesetzgebung in Deutschland.
4. Bedeutung für die Soziale Arbeit mit Geflüchteten: Reflexion über das „doppelte Mandat“ der Sozialen Arbeit und wie Fachkräfte trotz gesetzlicher Einschränkungen professionell und anwaltlich für Geflüchtete handeln können.
5. Fazit und Ausblick: Zusammenfassung der Ergebnisse und Aufforderung an die Soziale Arbeit, aktiv auf die Politik Einfluss zu nehmen, um eine menschenwürdige Asylpolitik zu fördern.
Wissenssoziologie, Berger und Luckmann, Asylgesetzgebung, Flüchtlingswelle, Willkommenskultur, Soziale Arbeit, doppeltes Mandat, Konstruktivismus, Migration, Integration, Politikkrise, Fluchtursachen, Partizipation, Diskursanalyse, professionelles Handeln
Die Arbeit untersucht, wie gesellschaftliche Konstruktionen über Flüchtlinge und Krisenphänomene (wie „Flüchtlingswelle“) entstehen und welche Auswirkungen diese Sichtweisen auf die Asylgesetzgebung und die praktische Arbeit in der Sozialpädagogik haben.
Die zentralen Themen umfassen die Wissenssoziologie nach Berger und Luckmann, die Analyse politischer Diskurse zur Asylgesetzgebung sowie die Herausforderungen für die Soziale Arbeit im Spannungsfeld zwischen „Hilfe“ und „Kontrolle“.
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie gesellschaftliche Wahrnehmungen und Legitimationsprozesse die asylpolitische Gesetzgebung seit 2015 verändert haben und wie Sozialarbeiter professionell auf diese Bedingungen reagieren können.
Die Arbeit nutzt die wissenssoziologische Perspektive nach Berger und Luckmann, um die Konstruktion von Wirklichkeit im sozialen Raum sowie deren Institutionalisierung zu analysieren.
Der Hauptteil analysiert die historischen Wurzeln des Asylrechts, die Konstruktion der „Flüchtlingswelle“, die tatsächlichen Fluchtursachen, die Entwicklung der Gesetze seit 2015 und die Implikationen für die Soziale Arbeit.
Die wichtigsten Begriffe sind Wissenssoziologie, Asylgesetzgebung, doppeltes Mandat, Flüchtlingskrise, Konstruktivismus und Soziale Arbeit.
Sie führen zu einer Spaltung in der Wahrnehmung der Fachkräfte und erschweren die ethische Arbeit, da die staatlichen Rahmenbedingungen zunehmend restriktiv auf die Adressaten der Sozialen Arbeit wirken.
Das doppelte Mandat verdeutlicht den Konflikt der Sozialen Arbeit, die sowohl den Auftrag des Staates (Kontrolle/Gesetzesvollzug) als auch den Auftrag der Klienten (Hilfe/Unterstützung) erfüllen muss.
Die Autorin plädiert dafür, dass Soziale Arbeit nicht neutral bleiben sollte, sondern als Anwältin für Geflüchtete Einfluss auf politische Entscheidungsprozesse nehmen muss.
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