Bachelorarbeit, 2009
88 Seiten, Note: 1,7
Einleitung
1. Theoretische Grundlagen zu Familienpolitik
1.1 Begriffsbestimmung
1.2 Wirkungsanalyse von Familienpolitik
1.3 Regimeansatz und Leitbilder in den Wohlfahrtsstaaten Deutschland und Dänemark
2. Historische Grundlagen zu Familienpolitik
2.1 Deutschland
2.2 Dänemark
3. Familienpolitische Maßnahmen im Vergleich
3.1 Organisation der Familienpolitik in Deutschland und Dänemark
3.2 Ausgaben für Ehe und Familie im Vergleich
3.3 Monetäre Leistungen
3.4 Zeitpolitik
3.5 Infrastrukturleistungen
3.5.1 Kinderbetreuung für Kinder unter drei Jahren
3.5.2 Kinderbetreuung für Kinder von drei Jahren bis zum Schuleintritt
3.5.3 Kinderbetreuung für Schulkinder
3.6 Zusammenfassung
4. Individuelle Lebenslagen in Deutschland und Dänemark
4.1 Die Erwerbssituation von Frauen
4.2 Die Kinderrate im Vergleich
5. Fazit und Ausblick
Die Arbeit analysiert und vergleicht die familienpolitischen Maßnahmen und Instrumente in Deutschland und Dänemark unter besonderer Berücksichtigung gleichstellungspolitischer Aspekte sowie der Vereinbarkeit von Familie und Beruf.
3.1 Organisation der Familienpolitik in Deutschland und Dänemark
Deutschland
Der Querschnittscharakter von Familienpolitik mit den damit einhergehenden Teilbereichen macht es nicht leicht im föderalen Aufbau Deutschlands eine klare Organisationsstruktur zu erkennen. Dies ist in allen bisher erschienen Familienberichten kristisert worden, jedoch ohne, dass diesbezüglich eine Organisationsreform folgte (vgl. Gerlach 2004: 204).
Augrund der Komplexität und der starken Fragmentierung von familienpolitischen Maßnahmen, kann die Organisation in Deutschland nur kurz skizziert werden.
Die in der Bundesrepublik vorherrschende Familienpolitik kann als eine explizite Familienpolitik bezeichnet werden, da familienbezogene Maßnahmen dem Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend zugeordnet sind. Generell finden sich vereinzelt Maßnahmen in der Arbeitsmarkt- und Bildungspolitik wieder (vgl. Spieß 2006: 3).
Die Familienpolitik in Deutschland findet auf nationaler und kommunaler Ebene statt. Bei den öffentlichen Trägern sind im föderalen Aufbau vier Ebenen zu unterscheiden: die Kommunen, die (Bundes-) Länder, der Bund sowie, seit einiger Zeit mit wachsender Bedeutung, die EU-Ebene (vgl. Wingen 2004). Die Kommunen tragen dabei die Verantwortung für den örtlichen Wirkungskreis und erfüllen Pflichtaufgaben der Kinder- und Jugendhilfegesetze. Innerhalb der Bundesländer werden familienpolitisch relevante Bundesgesetze umgesetzt. Dabei verfügen alle Länder über eigene Gesetze zum Beispiel im Bereich Bildungswesen. Auf der Ebene des Bundes werden letztlich alle rechtspolitische Aspekte der Familienpolitik behandelt. Dazu gehören das Arbeitsrecht, die Beschäftigungspolitik oder auch das Steuerrecht. Als nicht öffentliche Träger ist die freie Wohlfahrtspflege, Unternehmen und das bürgerschftliche Engagement nennenswert (vgl. Hardekopf et al. 2006: 8).
1. Theoretische Grundlagen zu Familienpolitik: Vermittlung von Definitionen, Wirkungsanalysen sowie der wohlfahrtsstaatlichen Theoriekonzepte von Esping-Andersen und Sainsbury.
2. Historische Grundlagen zu Familienpolitik: Darstellung der Entwicklung in der Bundesrepublik Deutschland, der ehemaligen DDR sowie der spezifischen Entwicklung des dänischen Wohlfahrtssystems.
3. Familienpolitische Maßnahmen im Vergleich: Systematischer Vergleich der organisatorischen Rahmenbedingungen, monetären Leistungen, zeitpolitischen Regulierungen und der Infrastrukturleistungen zwischen beiden Ländern.
4. Individuelle Lebenslagen in Deutschland und Dänemark: Analyse der Erwerbssituation von Frauen, der Verbreitung alternativer Lebensformen und der Auswirkungen auf die Geburtenraten.
5. Fazit und Ausblick: Zusammenführung der Ergebnisse mit Diskussion über Reformnotwendigkeiten und zukünftige Herausforderungen der Familienpolitik in Deutschland.
Familienpolitik, Wohlfahrtsstaat, Deutschland, Dänemark, Vereinbarkeit von Familie und Beruf, Kinderbetreuung, Erwerbstätigkeit von Frauen, Elterngeld, Kindergeld, Geschlechtergleichstellung, Familienlastenausgleich, Infrastrukturleistungen, Geburtenrate, Regimeansatz, Individualisierung.
Die Arbeit untersucht und vergleicht die familienpolitischen Instrumente in Deutschland und Dänemark, um deren Auswirkungen auf die Vereinbarkeit von Familie und Beruf sowie die Erwerbsbeteiligung von Frauen aufzuzeigen.
Zentrale Schwerpunkte liegen auf der Organisation der Familienpolitik, der finanziellen Förderung, zeitpolitischen Freistellungsregelungen sowie der Qualität und Quantität der Kinderbetreuungsinfrastruktur.
Das Ziel ist es, die Unterschiede in den familienpolitischen Ansätzen zu identifizieren und zu bewerten, wie diese die Lebenslagen von Familien und die Geburtenrate beeinflussen.
Es handelt sich um einen komparativen Ländervergleich, der bestehende Daten, Statistiken und politikwissenschaftliche Analysen nutzt.
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Fundierung, einen historischen Abriss, einen detaillierten Maßnahmenvergleich und eine Untersuchung der Lebenslagen, insbesondere der Erwerbssituation von Frauen.
Wesentliche Begriffe sind Wohlfahrtsstaaten, Vereinbarkeit von Familie und Beruf, Kinderbetreuung, Familienlastenausgleich, Gleichstellungspolitik und Erwerbsquote.
Dänemark verfolgt einen impliziten, individualisierten Ansatz innerhalb der Arbeitsmarktpolitik mit flächendeckender Infrastruktur, während Deutschland eher an einem konservativen, auf Geldleistungen fixierten Modell festhält.
Die Arbeit greift den Vorschlag auf, alle familienbezogenen Leistungen in einer zentralen "Familienkasse" zu bündeln, um die Transparenz und Zielgenauigkeit staatlicher Hilfen zu erhöhen.
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