Bachelorarbeit, 2020
37 Seiten, Note: 2,0
Geschichte Europas - Neuzeit, Absolutismus, Industrialisierung
Einleitung
1. Die Pest- Begriff und ihre Erscheinungsformen
1.2. Die Pest aus medizinischer Sicht
1.3. Einfluss auf die Lebenswelt
2. Selbstzeugnisse als historische Quellen
2.1. Maurus Friesenegger
2.2. Hans Heberle: Zeytregister
2.3. Volkmar Happe: Chronicon Thuringiae
2.4. Hans Krafft: Chronik aus dem Dreißigjährigen Krieg
Darstellung und Deutung der Pest
3. Umgangsweisen mit der Pest
4. Rationaler Zugang: Strategien gegen die Ausbreitung
4.1. Gesundheitspass
4.2. Maßnahmen im Zusammenhang mit Begräbnissen
4.2.1. Organisation von Begräbnissen
4.2.2. Verbot von Leichenpredigten
4.3. Reinigungsritus
5.1. Spiritueller Zugang: Vernetzung mit Gott
5.2. Irrationaler Zugang: weitere Deutungsversuche
Exkurs: Umsetzung im Unterricht
Conclusio
Die Arbeit untersucht, wie Menschen während der Zeit des Dreißigjährigen Krieges die Erfahrung der Pest deuteten und welche Bewältigungsstrategien sie in dieser existenziellen Krisensituation entwickelten. Dabei steht die mikrohistorische Analyse persönlicher Selbstzeugnisse im Vordergrund, um individuelle Wahrnehmungen und kollektive Deutungsmuster der Katastrophe greifbar zu machen.
1. Die Pest- Begriff und ihre Erscheinungsformen
Der Ursprung des Pestbegriffes lässt sich in dem griechischen Wort „loimis“ verorten, welches im lateinischen Wort „lues“ in seiner Bedeutung fortdauerte. Ferner kann die autonome Produktion einer Bezeichnung für die Pest im Lateinischen registriert werden, welche die Basis für synonyme Modifikationen, wie „pestis“, „pestilenta“, „pestilias“ und auch „pestilens“, bildet.
Die Pest zählt zu den schlimmsten Infektionskrankheiten des Mittelalters und der frühen Neuzeit. Historiker*innen deuten die Pest als die folgenschwerste demographische Katastrophe, die der Menschheit widerfuhr. Der erste Auftritt der Pest ist in Zentralasien zu verorten, von wo sie sich immer weiter nach Westen hin ausbreitete. Die Ausbreitung über den gesamten europäischen Raum lässt sich durch die damals vorherrschenden Handelsgewohnheiten erklären. Als Erreger ist Yersinia pestis, ein stäbchenförmiges, unbewegliches Bakterium bekannt.
1. Die Pest- Begriff und ihre Erscheinungsformen: Erläutert die etymologische Herkunft des Begriffs und definiert die medizinischen Grundlagen sowie die Ausbreitungsgeschichte der Krankheit.
2. Selbstzeugnisse als historische Quellen: Definiert den Begriff des Selbstzeugnisses und stellt die vier zentralen Quellenautoren (Friesenegger, Heberle, Happe, Krafft) sowie deren Bedeutung als historische Zeugen vor.
3. Umgangsweisen mit der Pest: Beschreibt die verschiedenen sozialen und individuellen Reaktionen der Bevölkerung auf die extreme Bedrohung durch die Seuche.
4. Rationaler Zugang: Strategien gegen die Ausbreitung: Analysiert medizinische und administrative Maßnahmen wie Gesundheitspässe, Begräbnisvorschriften und Reinigungsrituale.
5.1. Spiritueller Zugang: Vernetzung mit Gott: Untersucht die religiöse Deutung der Pest als Strafe Gottes und die Suche nach Hoffnung in Gebeten und Bußpraktiken.
5.2. Irrationaler Zugang: weitere Deutungsversuche: Beleuchtet alternative Erklärungsmodelle wie Astrologie, Lufttheorien (Miasma) und die Suche nach Sündenböcken.
Exkurs: Umsetzung im Unterricht: Diskutiert, wie historische Quellen zur Pest didaktisch genutzt werden können, um bei Schülern ein Verständnis für die Geschichte und den kritischen Umgang mit Quellen zu fördern.
Conclusio: Fasst die zentralen Erkenntnisse zusammen und betont den historischen Wert der individuellen Perspektiven auf die Pest-Katastrophe.
Pest, Dreißigjähriger Krieg, Selbstzeugnisse, Mentalitätsgeschichte, Mikrohistorie, Katastrophenbewältigung, Gottesstrafe, Infektionskrankheit, Yersinia pestis, Miasma, Astrologie, historische Quellen, Krisenmanagement, Glaubenspraxis, Bildungsgeschichte.
Die Arbeit analysiert die Deutungsweisen der Pest während des Dreißigjährigen Krieges durch die Auswertung zeitgenössischer persönlicher Aufzeichnungen.
Die Schwerpunkte liegen auf der historischen Wahrnehmung der Pest, dem Kontrast zwischen religiösen und rationalen Erklärungsmodellen sowie der Bedeutung von Selbstzeugnissen für die Geschichtswissenschaft.
Ziel ist es zu zeigen, wie Individuen der damaligen Zeit die katastrophale Seuchenerfahrung in ihre Lebenswelt einordneten und mit ihr umgingen.
Die Arbeit nutzt einen mikrohistorischen Ansatz, bei dem vier spezifische, personenzentrierte Quellen (Tagebücher/Chroniken) einer kritischen Quellenanalyse unterzogen werden.
Der Hauptteil gliedert sich in die Vorstellung der Quellen, die Analyse rationaler Strategien (Hygiene, soziale Isolation) sowie eine umfassende Betrachtung spiritueller und irrationaler Deutungsmuster.
Wesentliche Begriffe sind Selbstzeugnisse, Pest, Dreißigjähriger Krieg, Mentalitätsgeschichte und Katastrophenbewältigung.
Gott wird meist als Urheber der Pest gesehen, weshalb die "Vernetzung mit Gott" durch Buße und Gebet als zentrale Bewältigungsstrategie fungiert.
Die Chronisten interpretierten Himmelsphänomene häufig als Vorzeichen oder Prophezeiungen für kommendes Unheil, Krieg und Pest.
Der Vergleich ermöglicht es, unterschiedliche soziale Perspektiven und Reaktionsweisen auf die Pest aus verschiedenen Regionen und Milieus abzubilden.
Die Quellen ermöglichen einen lebendigen Geschichtsunterricht, da sie durch die direkte Perspektive des Individuums die abstrakte Vergangenheit für Schüler greifbar und analysierbar machen.
Der GRIN Verlag hat sich seit 1998 auf die Veröffentlichung akademischer eBooks und Bücher spezialisiert. Der GRIN Verlag steht damit als erstes Unternehmen für User Generated Quality Content. Die Verlagsseiten GRIN.com, Hausarbeiten.de und Diplomarbeiten24 bieten für Hochschullehrer, Absolventen und Studenten die ideale Plattform, wissenschaftliche Texte wie Hausarbeiten, Referate, Bachelorarbeiten, Masterarbeiten, Diplomarbeiten, Dissertationen und wissenschaftliche Aufsätze einem breiten Publikum zu präsentieren.
Kostenfreie Veröffentlichung: Hausarbeit, Bachelorarbeit, Diplomarbeit, Dissertation, Masterarbeit, Interpretation oder Referat jetzt veröffentlichen!

