Bachelorarbeit, 2014
42 Seiten, Note: 1,7
1 Einführung
2 Theoretische Grundlagen für die Relevanz von Länderratings
2.1 Charakterisierung von Länderratings
2.2 Einflussfaktoren auf Länderratings
2.3 Entwicklung von Länderratings
3 Entstehung des Rechtsrahmens für Regulierungen in Europa und den USA
3.1 Gründe für den Regulierungsbedarf von Ratingagenturen
3.2 Amerikanische Regulierungsansätze mithilfe des Dodd-Frank Acts sowie dem Credit Rating Agency Reform Act
3.3 Europäische Reformbemühungen auf dem Ratingmarkt anhand der Ratingverordnungen
4 Kritischer Vergleich der Regulierungsansätze
4.1 Bewertung der zeitlichen Einführung der Regulierung und der resultierenden Wettbewerbssituation
4.2 Analyse der Haftungsansprüche gegenüber Agenturen für fehlerhafte Ratings
4.3 Untersuchung der Regulierungen bezüglich der Qualitätsmerkmale Transparenz und Objektivität
5 Fazit
Diese Bachelorarbeit verfolgt das Ziel, die Regulierungsrichtlinien für Ratingagenturen in den USA und Europa vergleichend gegenüberzustellen und ihre Wirksamkeit im Hinblick auf ausgewählte Qualitätskriterien zu bewerten, um festzustellen, inwieweit die entstandenen Kritikpunkte durch die eingeführten Maßnahmen gelöst werden konnten.
2.1 Charakterisierung von Länderratings
Ein Rating bezeichnet grundsätzlich eine objektive, einheitliche Beurteilung eines Objektes oder einer Person durch Vergabe einer bestimmten Note. Diese Note (Ratingnote) ergibt sich als Ergebnis der Analyse verschiedener Risikoindikatoren. Unter dem Begriff Rating kann hierbei das Bewertungsurteil oder der Prozess verstanden werden.
Eine besondere Form des Ratings ist das Länderrating. Dieses stellt ein Messverfahren des Länderrisikos dar, welches sich aus quantitativen und qualitativen Indikatoren zusammensetzt, die es ermöglichen, Länderrisiken transparenter zu gestalten. Das Länderrisiko besteht sowohl aus der Fähigkeit als auch der Bereitschaft des Staates, seinen Verpflichtungen fristgerecht nachzukommen. Ein Länderrating gibt auf Grundlage des Länderrisikos eine Einschätzung zu der Wahrscheinlichkeit einer vollständigen und fristgerechten Zahlung der Verpflichtungen des Staates. Insbesondere die Zahlungsbereitschaft grenzt das Länderrating von einem Unternehmensrating ab. Im Unterschied zu Unternehmen ist eine Zahlungsunfähigkeit des Staates de facto ausgeschlossen, da keine Institution existiert, die ein Land für Bankrott erklärt.
Im Gegensatz zu Unternehmensratings stellen Länderratings oftmals sogenannte „unsolicited“ Ratings dar. Unsolicited Ratings werden ohne Auftrag der Regierung erstellt und nicht vergütet. Darüber hinaus beruhen sie lediglich auf öffentlich zugänglichen Informationen. In Europa erhalten die entwickelten Industrienationen wie Frankreich oder Deutschland unsolicited Ratings.
1 Einführung: Diese Einleitung erläutert die wachsende Bedeutung von Länderratings, definiert das Ziel der Bachelorarbeit und gibt einen Überblick über den strukturellen Aufbau der Untersuchung.
2 Theoretische Grundlagen für die Relevanz von Länderratings: Das Kapitel definiert Länderratings, erläutert deren Einflussfaktoren und skizziert die historische sowie inhaltliche Entwicklung dieser Finanzinstrumente.
3 Entstehung des Rechtsrahmens für Regulierungen in Europa und den USA: Hier werden die Gründe für den Regulierungsbedarf beleuchtet und die spezifischen gesetzgeberischen Maßnahmen in den USA sowie die Reformbemühungen innerhalb der Europäischen Union dargestellt.
4 Kritischer Vergleich der Regulierungsansätze: Dieses Kapitel analysiert vergleichend die zeitliche Einführung der Regulierung, die Auswirkungen auf den Wettbewerb, die komplexe Haftungsproblematik und die Qualitätssicherung durch Transparenz.
5 Fazit: Die Schlussbetrachtung fasst die Ergebnisse zusammen und stellt fest, dass trotz regulatorischer Fortschritte die oligopolistische Marktstruktur der großen Ratingagenturen weiterhin besteht.
Länderratings, Ratingagenturen, Regulierung, USA, Europa, Dodd-Frank Act, Ratingverordnung, Transparenz, Objektivität, Haftung, Finanzkrise, Wettbewerb, Länderrisiko, Bonitätsbewertung, Kapitalmarkt.
Die Arbeit befasst sich mit der Regulierung von Ratingagenturen und vergleicht dabei kritisch die Ansätze in den USA und in Europa unter besonderer Berücksichtigung der Länderratings.
Die zentralen Themenfelder sind die regulatorische Entwicklung des Ratingmarktes, die Wirksamkeit von Gesetzen zur Qualitätssicherung und der Umgang mit Haftungsansprüchen bei fehlerhaften Bewertungen.
Das Ziel ist der Vergleich der regulatorischen Richtlinien hinsichtlich ausgewählter Kriterien, um zu prüfen, ob die eingeführten Maßnahmen die bestehenden Kritikpunkte, etwa hinsichtlich der Objektivität und Transparenz, lösen konnten.
Es handelt sich um eine vergleichende Literatur- und Dokumentenanalyse der regulatorischen Rechtsrahmen in den USA und der EU.
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretischen Grundlagen der Länderratings, die historische Entstehung der jeweiligen Rechtsrahmen und einen kritischen Vergleich dieser Regulierungsansätze.
Die Arbeit wird primär durch Begriffe wie Länderratings, Regulierung, Finanzkrise, Transparenz, Haftung und Marktstruktur charakterisiert.
Während die USA bereits frühzeitig durch Gesetze wie den CRA Reform Act und den Dodd-Frank Act regulierend eingriffen, entwickelte sich in Europa ein einheitlicher Registrierungsrahmen, der insbesondere nach der Staatsschuldenkrise spezifischer ausgestaltet wurde.
Die Haftungsfrage ist ein zentraler Kritikpunkt; während Ratingagenturen lange weitgehend geschützt waren, wurden durch neue Gesetze Expertenhaftungen eingeführt, deren Durchsetzung in der Praxis jedoch aufgrund des Nachweises bewusster Fahrlässigkeit komplex bleibt.
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