Bachelorarbeit, 2018
44 Seiten, Note: 1,7
1. Einleitung in die Problematik
2. Einfluss der Überalterung auf die Gesundheitsausgaben
2.1 Ursachen und Konsequenzen des demografischen Wandels
2.2 Problematik der Gesundheitsausgaben
3. Konkurrierende Thesen
3.1 Die Kompressions- und die Medikalisierungs-Hypothese
3.1 Alternative Thesen
4. Der Zusammenhang von Gesundheitsausgaben und Langlebigkeit
4.1 Relevante Daten
4.2 Testbare Hypothesen
4.3 Relevanz der Variablen
4.4 Erläuterung der Methodik
4.5 Analyse der Schätzergebnisse
4.5.1 Simulationsergebnis
4.6 Robustheitsanalyse
5. Herausforderungen und Ausblick
6. Fazit
Das Hauptziel dieser Bachelorarbeit ist es, den isolierten Einfluss des demografischen Wandels auf die Gesundheitsausgaben in Deutschland zu untersuchen und dabei theoretische Konzepte wie die Kompressions-, Medikalisierungs- und Red-Herring-Hypothese empirisch zu hinterfragen.
3.1 Die Kompressions- und die Medikalisierungs-Hypothese
Durch die Erhöhung der zu erwartenden Lebenszeit ist es möglich, im Zuge der individuellen Lebensspanne mehr Gesundheitsleistungen nachzufragen. Die genauen Auswirkungen der Gesundheit auf die Gesundheitsausgaben im Alter werden dagegen kontrovers diskutiert. Hierzu existieren zwei besonders konkurrierende Thesen: die Kompressions- und die Medikalisierungs-Hypothese. Die Kompressions-Hypothese, welche auf James F. Fries zurückgeht, stellt eine gesunde Alterung in den Vordergrund. Die gewonnenen Lebensjahre würden hiernach in guter Gesundheit verbracht und wie in Abb. 3 zu erkennen, werde das Auftreten von Krankheit und Behinderung weiter nach hinten verdrängt.
Fries führt hier als Grund auf, dass getroffene Maßnahmen zur Primär- und Sekundärprävention, die in Krankheit verbrachte Zeit deutlich reduzieren könnten. Hier wird zwischen zwei Formen unterschieden: steige das Durchschnittsalter bei Krankheitsbeginn schneller als die durchschn. Lebenserwartung, dann verringere sich die krankheitsbedingte Zeit absolut (absolute Kompression der Morbidität). Steige das Durchschnittsalter bei Krankheitsbeginn hingegen parallel mit der durchschn. Lebenserwartung, liege lediglich eine relative Verringerung der in Krankheit verbrachten Zeit vor. Diese These impliziert, dass künftige Generationen im hohen Alter gesünder sein werden als vergangene oder gegenwärtige.
1. Einleitung in die Problematik: Dieses Kapitel führt in die demografische Entwicklung ein und erläutert den Zusammenhang zwischen steigender Lebenserwartung, sinkenden Geburtenraten und den damit verbundenen Herausforderungen für die Gesundheitsfinanzierung.
2. Einfluss der Überalterung auf die Gesundheitsausgaben: Hier werden die Ursachen des demografischen Wandels detailliert und die spezifischen Probleme für die gesetzliche Krankenversicherung sowie die Rolle des medizinisch-technischen Fortschritts als Kostentreiber beleuchtet.
3. Konkurrierende Thesen: Das Kapitel stellt die theoretischen Erklärungsansätze für den Zusammenhang zwischen Alter, Krankheit und Gesundheitsausgaben gegenüber, insbesondere die Kompressions-, Medikalisierungs-, Red-Herring- und Status-Quo-Hypothese.
4. Der Zusammenhang von Gesundheitsausgaben und Langlebigkeit: Dieser Kernbereich widmet sich der empirischen Analyse unter Verwendung von Kohortenanalysen, Schätzmodellen und Robustheitsprüfungen, um den Einfluss von Alter und Sterblichkeit auf die Gesundheitsausgaben zu quantifizieren.
5. Herausforderungen und Ausblick: Hier werden politische Lösungsansätze wie eine Reform der Finanzierungsstrukturen oder die Erhöhung des Renteneintrittsalters kritisch diskutiert, um die Tragfähigkeit der sozialen Sicherungssysteme zu gewährleisten.
6. Fazit: Das Fazit fasst die zentralen Ergebnisse zusammen, widerlegt die Red-Herring-Hypothese für den deutschen Kontext und betont die Notwendigkeit, den demografischen Wandel bei der Zukunftsplanung der Sozialsysteme zu berücksichtigen.
Demografischer Wandel, Gesundheitsausgaben, Langlebigkeit, Krankenversicherung, Kompressions-Hypothese, Medikalisierungs-Hypothese, Red-Herring-Hypothese, Intrinsic Estimator, Kohortenanalyse, Sterblichkeitsrate, Medizinischer Fortschritt, Altersquotient, Sozialsysteme, GKV, Gesundheitspolitik.
Die Arbeit untersucht den Zusammenhang zwischen der demografischen Alterung der Bevölkerung und der Entwicklung der Gesundheitsausgaben in Deutschland.
Zentrale Themen sind die Auswirkungen des demografischen Wandels, die ökonomischen Folgen von Langlebigkeit sowie die Analyse verschiedener gesundheitsökonomischer Thesen zur Ausgabenentwicklung.
Ziel ist es, zu analysieren, ob und wie stark das Alter bzw. die Alterung der Bevölkerung einen signifikanten Einfluss auf die Gesundheitsausgaben ausübt und welche theoretischen Hypothesen sich empirisch bestätigen lassen.
Die Arbeit nutzt eine empirische Kohortenanalyse (Age-Period-Cohort Model) und wendet unter anderem den Intrinsic Estimator (IE) sowie die Momentenmethode (GMM) zur statistischen Auswertung an.
Der Hauptteil befasst sich mit der Datengrundlage, der methodischen Herleitung der Regressionsmodelle, der Analyse der Schätzergebnisse sowie einer umfassenden Robustheitsanalyse.
Wichtige Begriffe sind Demografischer Wandel, Gesundheitsausgaben, Langlebigkeit, Kompressions-Hypothese, Medikalisierungs-Hypothese und Kohortenanalyse.
Die Red-Herring-Hypothese, die besagt, dass Gesundheitsausgaben nur kurz vor dem Tod massiv ansteigen und somit altersunabhängig sind, wird aufgrund der empirischen Ergebnisse widerlegt, da ein deutlicher positiver Effekt der Alterung auf die Kosten nachweisbar ist.
Der medizinische Fortschritt wird als ein wesentlicher, kostentreibender Faktor identifiziert, der unabhängig von den demografischen Effekten zu einem jährlichen Anstieg der Gesundheitsausgaben führt.
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