Examensarbeit, 2021
69 Seiten, Note: 1,0
1. Einleitung
2. Resilienz – eine Begriffsklärung
2.1 Etymologie
2.2 Definition
2.3. Konzeptionelle Grundlagen der Resilienzforschung
2.3.1 Risikofaktorenkonzept
2.3.2 Schutzfaktorenkonzept
2.3.3 Resilienzfaktoren
2.3.4 Resilienzmodelle
3. Resilienz als multidisziplinäres Konstrukt
3.1 Resilienz aus entwicklungspsychologischer Perspektive
3.2 Resilienz aus biologischer Perspektive
3.3 Salutogenese nach Antonovsky
4. Aktueller Forschungsstand
4.1 Kauai–Studie
4.2 Mannheimer Risikokinderstudie
4.3 Bielefelder Invulnerabilitätsstudie
4.4 Erkenntnisse aus der Präventionsforschung
5. Resilienzförderung im Kontext Schule
5.1 Rahmenbedingungen der Resilienzförderung in der Grundschule
5.2 Fachbezogene Vorteile des Sportunterrichts für die Resilienzförderung
5.2.1 Verortung im bayerischen LehrplanPlus
5.2.2 Resilienz durch Bewegung
5.2.3 Ableitungen für einen resilienzfördernden Sportunterricht
5.2.4 Ableitungen für die Lehrerpersönlichkeit und das Lehrerhandeln
6. Ergebnisse der Befragung von Lehrkräften
7. Fazit
Die vorliegende Arbeit untersucht das Potenzial des Sportunterrichts in der Grundschule zur Förderung von Resilienz bei Schülern und Schülerinnen. Dabei wird die zentrale Forschungsfrage verfolgt, inwiefern dieser spezifische Lernort sowie die fachbezogene Bewegung dazu beitragen können, kindliche Widerstandsfähigkeit gegenüber belastenden Lebensumständen zu stärken und welche Anforderungen dies an das pädagogische Handeln der Lehrkräfte stellt.
4.1 Kauai-Studie (Werner und Smith)
Die Kauai-Studie von Emmy Werner und Ruth Smith ist eine Längsschnittstudie und gilt als die Pionierstudie in der Resilienzforschung. Die interdisziplinär angelegte prospektive Langzeitstudie untersuchte eine gesamte Geburtenkohorte auf der hawaiianischen Insel Kauai mit 698 Kindern (mit Geburt im Jahr 1955) über einen Zeitraum von mehr als 40 Jahren. „Hauptziel der Studie war es, die Langzeitfolgen prä- und perinataler Risikobedingungen sowie die Auswirkungen ungünstiger Lebensumstände in der frühen Kindheit auf die physische, kognitive und psychische Entwicklung der Kinder festzustellen.“
Die Datenerhebung erfolgte mittels Interviews, von Psychologen durchgeführten Verhaltensbeobachtungen, Persönlichkeits- und Leistungstests sowie Beurteilungen durch weitere Institutionen (z. B. Polizei, Gericht, Sozial- und Gesundheitsdienste). Entsprechend der kindlichen Entwicklungsphasen wurde im Vorfeld festgelegt, was Prädikatoren (spezifische Belastungen in der Entwicklung) sind und wie diese erkennbar sind. Somit schafften die Forscher vergleichbare Ansatzpunkte bezüglich der Entwicklungsrisiken bei den Probanden der Stichprobe. Zunächst wurden die Probanden entweder in die Gruppe der resilienten oder der nicht-resilienten Kinder eingeteilt. In die Risiko-Gruppe der Kinder wurden sie eingeordnet, wenn bis zum zweiten Lebensjahr von mindestens vier Entwicklungsrisiken betroffen waren. Zu diesen zählten chronische Armut, geburtsbedingte Komplikationen, familiäre Notlagen, geringes Bildungsniveau der Eltern, dauerhafte Disharmonie oder psychische Erkrankungen der Eltern.
Fast 30 Prozent der Kinder des untersuchten Jahrgangs konnten in die Gruppe mit mindestens vier erheblichen Entwicklungsrisiken eingestuft werden. Von diesem Drittel aller Probanden bildeten noch mal zwei Drittel von ihnen die so genannten „Hochrisikokinder“. Sie entwickelten beispielsweise im Alter von zehn Jahren schwerwiegende Lern- und Verhaltensprobleme, wurden delinquent, hatten psychische Auffälligkeiten in ihrer Jugend oder nutzten längerfristig therapeutische Hilfsmaßnahmen. Die anderen Kinder ohne Verhaltensauffälligkeiten entwickelten sich entgegen aller Hypothesen zu resilienten stabilen Persönlichkeiten, obwohl auch sie aufgrund von mindestens vier Entwicklungsbelastungen zur Gruppe der Risikokinder eingestuft wurden.
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Thematik der Resilienz ein und verdeutlicht die Relevanz des Themas angesichts gesellschaftlicher Herausforderungen wie der Corona-Pandemie für die kindliche Entwicklung.
2. Resilienz – eine Begriffsklärung: Hier werden grundlegende Begriffe, Risikofaktorenkonzepte, Schutzfaktoren und verschiedene Modelle der Resilienzforschung theoretisch definiert und eingeordnet.
3. Resilienz als multidisziplinäres Konstrukt: Dieses Kapitel beleuchtet den Resilienzbegriff aus verschiedenen wissenschaftlichen Perspektiven, insbesondere der Entwicklungspsychologie, Biologie und dem Konzept der Salutogenese.
4. Aktueller Forschungsstand: Hier werden zentrale Pionierstudien wie die Kauai-Studie sowie weitere relevante deutsche Untersuchungen und Erkenntnisse aus der Präventionsforschung vorgestellt.
5. Resilienzförderung im Kontext Schule: Dieser Abschnitt analysiert die Rolle der Schule als Schutzfaktor und leitet spezifische Vorteile sowie didaktische Möglichkeiten des Sportunterrichts für die Resilienzförderung ab.
6. Ergebnisse der Befragung von Lehrkräften: Dieses Kapitel präsentiert die Ergebnisse einer empirischen Befragung von Sportlehrkräften zur Einschätzung von Risikofaktoren und dem Potenzial der Resilienzförderung.
7. Fazit: Das Fazit fasst die zentralen Erkenntnisse der Arbeit zusammen und gibt einen Ausblick auf die zukünftige Bedeutung der Resilienzförderung im schulischen Kontext.
Resilienz, Resilienzförderung, Sportunterricht, Grundschule, Schutzfaktoren, Risikofaktoren, Entwicklungspsychologie, Pädagogik, Lehrkraft, Salutogenese, Selbstwirksamkeit, Prävention, Lehrerpersönlichkeit, Belastungsbewältigung, Kindesentwicklung.
Die Arbeit untersucht, wie Resilienz, also die psychische Widerstandsfähigkeit von Kindern, durch pädagogische Maßnahmen – insbesondere im Sportunterricht – gefördert werden kann.
Zentrale Themen sind die theoretischen Grundlagen der Resilienz, der aktuelle Forschungsstand durch Längsschnittstudien, die Rolle des Schulumfelds und die spezifischen didaktischen Möglichkeiten des Sportunterrichts.
Das Ziel ist zu ermitteln, ob und wie der Sportunterricht der Grundschule einen Beitrag zur Ausbildung von Resilienz bei Schülern leisten kann und welche Anforderungen dies an das Lehrerhandeln stellt.
Die Arbeit kombiniert eine theoretische Literaturanalyse mit einer empirischen Erhebung, bei der Sportlehrkräfte mittels eines standardisierten Fragebogens befragt wurden.
Der Hauptteil behandelt die theoretischen Konzepte, den Forschungsstand sowie die detaillierte Analyse der Förderung von Resilienz durch den Sportunterricht und die Lehrerpersönlichkeit.
Resilienz, Resilienzförderung, Sportunterricht, Grundschule, Schutzfaktoren, Risikofaktoren, Selbstwirksamkeit und Lehrerhandeln.
Die Kauai-Studie gilt als Pionierstudie der Resilienzforschung, die eine Geburtenkohorte über 40 Jahre begleitete und damit die Basis für das Verständnis von Resilienzfaktoren legte.
Die Beziehung zur Lehrkraft wird als wesentlicher Schutzfaktor identifiziert, der besonders bei Kindern aus belasteten familiären Verhältnissen eine kompensatorische Funktion für die psychische Gesundheit erfüllen kann.
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