Masterarbeit, 2020
109 Seiten, Note: 1,3
Didaktik für das Fach Deutsch - Deutsch als Zweitsprache, DaZ
1 Einleitung
2 Schreibkompetenz
2.1 Der Begriff der Schreibkompetenz
2.2 Schreibkompetenzmodelle
2.2.1 Das Schreibkompetenzmodell von Becker-Mrotzek und Schindler (2007)
2.2.2 Das Schreibkompetenzmodell von Baurmann und Pohl (2009)
3 Die Modellierung des Schreibprozesses
3.1 Das Schreibprozessmodell für das muttersprachliche Schreiben
3.1.1 Das Schreibprozessmodell nach Hayes & Flower (1980)
3.1.3 Das aktuelle Schreibprozessmodell von Hayes (2012)
3.2 Schreibprozessmodelle für das fremdsprachliche bzw. zweitsprachliche Schreiben
3.2.1 Das Schreibprozessmodell nach Börner (1989)
3.2.2 Das Schreibprozessmodell nach Grießhaber (2008)
4 Untersuchung der Schreibkompetenz
4.1 Testverfahren zur Ermittlung der Schreibkompetenz
4.2 Messung der Schreibkompetenz durch Beurteilung der Textqualität
5 Untersuchung des Schreibprozesses
5.1 Schreibpausen
5.2 Untersuchung der Schreibflüssigkeit
5.3 Revisionen
6 Autobiographisches Schreiben
6.1 Das traditionelle Autobiographieverständnis
6.2 Von der Autobiographie zum autobiographischen Schreiben
6.3 Merkmale autobiographischen Schreibens
7 Forschungsprojekt
7.1 Stichprobenbeschreibung
7.2 Studiendesign
7.3 Auswertungsmethoden
7.4 Tatsächlicher Studienverlauf
7.5 Ergebnisse
7.6 Diskussion der Studienergebnisse
7.6.1 Interpretation der Studienergebnisse
7.6.2 Reflexion der Studie
8 Fazit
Die vorliegende Masterarbeit untersucht, inwiefern autobiographisches Schreiben als didaktische Methode dazu beitragen kann, die Schreibkompetenz von Schülerinnen und Schülern im Unterricht Deutsch als Zweitsprache (DaZ) zu fördern. Die zentrale Forschungsfrage fokussiert dabei auf die Wirksamkeit eines gezielten autobiographischen Schreibtrainings im Vergleich zu anderen Schreibformen hinsichtlich der Schreibflüssigkeit und der Qualität der produzierten Texte.
1 Einleitung
neugierig ängstlich, sprachlos weißes Papier, schwarzer Stift, kalte Hände Ich kann wieder schreiben Sehnsucht
Mit diesem Gedicht einer jungen, iranischen Sprachlernerin namens Arezoo Shamami, das im Rahmen einer interkulturellen Schreibwerkstatt entstanden ist, steigen Eva Finke und Barbara Thums-Senft in ihrem Handbuch zum kreativen-biographischen Schreiben im DaZ- und DaF-Unterricht ein. Anhand dieses Gedichtes möchten die Autorinnen darauf aufmerksam machen, dass dem Schreiben eine höhere Bedeutung zugeschrieben werden solle als dem bloßen Verschriftlichen von Wörtern unter Berücksichtigung syntaktischer und orthographischer Regeln. Schreiben sei nämlich „mehr als ein Mittel zum Üben, Lernen und Behalten, mehr als [ein] schriftlicher Vorentwurf dialogischen Sprechens […] [und] mehr als das funktionale Fixieren von Informationen“.
Diese These belegen Finke und Thums-Senft mit dem tiefen Bedürfnis Shamamis, endlich wieder schreiben zu können. Sie projizieren das Gedicht auf die Schreibgeschichte der Sprachlernerin und interpretieren, dass das muttersprachliche Schreiben in der Vergangenheit für Shamami einen hohen Stellenwert eingenommen habe. Jedoch sei sie aktuell unglücklich und niedergeschlagen, da sie sich in der Fremdsprache Deutsch sprachlos fühle. Folglich vermuten Finke und Thums-Senft, dass das Schreiben für Shamami und wahrscheinlich auch für viele andere Migrant_innen nicht primär dazu diene, Alltagssituationen mithilfe des Schreibens zu bewältigen, sondern, dass es vielmehr darum gehe, eigene Gedanken und vor allem sich selbst auszudrücken, um so persönliche Lebensgeschichten und Emotionen erfahrbar zu machen.
1 Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die Bedeutung des autobiographischen Schreibens anhand eines Fallbeispiels und begründet die Relevanz des Themas für den DaZ-Unterricht unter Berücksichtigung der bestehenden Forschungslücke.
2 Schreibkompetenz: Dieses Kapitel definiert Schreibkompetenz und stellt zwei zentrale Modelle der Didaktik vor, um die theoretische Basis für die Bewertung von Texten zu legen.
3 Die Modellierung des Schreibprozesses: Hier werden Schreibprozessmodelle für das muttersprachliche sowie für das zweitsprachliche Schreiben analysiert, wobei insbesondere die kognitiven Abläufe und externe Einflüsse betrachtet werden.
4 Untersuchung der Schreibkompetenz: Dieses Kapitel diskutiert Methoden zur Erfassung von Schreibkompetenz, einschließlich Testverfahren und Kriterienkatalogen zur Messung der Textqualität.
5 Untersuchung des Schreibprozesses: Hier liegt der Fokus auf der Analyse von Realzeitparametern wie Schreibpausen, Bursts und Revisionen zur Diagnostik der Schreibflüssigkeit.
6 Autobiographisches Schreiben: Dieses Kapitel erarbeitet eine Definition und die Merkmale des autobiographischen Schreibens unter Abgrenzung zur traditionellen Autobiographie.
7 Forschungsprojekt: Der Hauptteil stellt die Konzeption, das Studiendesign, die Stichprobe sowie die methodische Umsetzung der Pilotstudie zur Wirksamkeit des autobiographischen Schreibtrainings vor.
8 Fazit: Das Fazit fasst die Studienergebnisse zusammen und bewertet die Eignung autobiographischen Schreibens als Förderinstrument für DaZ-Lernende.
Schreibkompetenz, DaZ-Unterricht, autobiographisches Schreiben, Schreibprozessmodell, Schreibflüssigkeit, Textqualität, Zweitspracherwerb, Schreibdidaktik, Schreibpausen, Revisionen, Pilotstudie, Schreibtraining, Schreibförderung, Bildungsbiographie, Sprachdiagnostik.
Die Arbeit beschäftigt sich mit der didaktischen Förderung der Schreibkompetenz bei DaZ-Lernenden durch den Einsatz von autobiographischem Schreiben.
Die Arbeit verknüpft Theorien der Schreibkompetenz und Schreibprozessmodelle mit empirischen Untersuchungen zu Schreibflüssigkeit und Textqualität im Kontext des Zweitspracherwerbs.
Das Ziel ist es, in einer Pilotstudie zu prüfen, ob ein siebenwöchiges autobiographisches Schreibtraining die Schreibflüssigkeit und Textqualität bei mehrsprachigen Schülern messbar verbessert.
Es wurde ein empirisches Kontrollgruppendesign gewählt, das sowohl quantitative Messungen des Schreibprozesses (z.B. Pausenlängen) als auch eine qualitative Bewertung der Textprodukte durch Kriterienkataloge umfasst.
Der Hauptteil gliedert sich in eine fundierte theoretische Aufarbeitung von Schreibkompetenzmodellen, Prozessanalysen sowie eine detaillierte Beschreibung und Auswertung des durchgeführten Forschungsprojekts.
Wichtige Begriffe sind Schreibkompetenz, DaZ, autobiographisches Schreiben, Schreibprozessmodelle sowie die messbaren Indikatoren wie Bursts und Textqualität.
Während die traditionelle Autobiographie einen hohen Wahrheitsanspruch und eine kohärente Lebensbeschreibung fordert, öffnet sich das autobiographische Schreiben stärker für Fiktionalität, fragmentarisches Erzählen und dient primär der Selbstfindung und Identitätsarbeit.
Die Schulschließungen unterbrachen das geplante Setting der Schreibwerkstatt und zwangen zu einer Umstellung auf Home-Learning, was die direkte methodische Kontrolle und Unterstützung der Schüler massiv erschwerte.
Eine höhere Schreibflüssigkeit entlastet das Arbeitsgedächtnis, sodass kognitive Ressourcen frei werden, um komplexere Anforderungen wie Textstrukturierung und Adressatenorientierung besser zu bewältigen.
Die Prozesse wurden durch die Analyse von Schreibpausen (Binnenpausen), die Bestimmung der Burst-Länge (zusammenhängende Wörter) und die Messung der Schreibgeschwindigkeit (Wörter pro Minute) erfasst.
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