Akademische Arbeit, 2014
94 Seiten, Note: 1.0
1. Problemstellung und Überblick
2. Begriffsbestimmung
2.1 Konstrukt der Stereotype
2.2 Konstrukt der Geschlechtsrollen
2.3 Konstrukt der Geschlechtsrollenstereotype
2.4 Funktion und Folgen von Geschlechtsrollenstereotypen
2.5 Stand der Forschung
2.5.1 Inhaltliche Bedeutung der Geschlechtsrollenstereotype
2.5.2 Beständigkeit bestehender Stereotype
2.6 Analyse des Archivals
2.6.1 Entwicklung eines inhaltsanalytischen Kategorienschemas
3. Aufgaben in Textform
3.1 Darlegung und Analyse der Texte
3.2 Verdichtung und Interpretation der Ergebnisse
4. Abbildungen
4.1 Darlegung und Analyse der Abbildungen
4.2 Verdichtung und Interpretation der Ergebnisse
5. Erkenntnisgewinn aus den Analysen und Interpretationen
5.1 Verortung der Ergebnisse bei Eagly
6. Methodologisch- kritische Reflexion
Die Arbeit untersucht, ob das Mathematikschulbuch "Nussknacker 4" im Hinblick auf Geschlechtsrollenstereotype ein sozial freier Raum ist oder ob tradierte Rollenbilder innerhalb des Mediums fortbestehen. Dabei steht die quantitative Analyse der textlichen und bildlichen Repräsentationen von Handlungsträgern im Zentrum, um den Einfluss auf den Sozialisationsprozess von Grundschülern zu hinterfragen.
2.1 Konstrukt der Stereotype
Da der Begriff Stereotyp häufig sehr unterschiedlich in der Literatur, aber auch im Alltagsgebrauch verwendet wird, lässt sich dieser Begriff nicht konzeptualisieren. Die einzelnen Definitionselemente der verschiedenen Ansätze sind dafür zu unterschiedlich und teilweise nicht ausreichend präzise festgelegt. Es ist daher notwendig, den Begriff der Stereotype als komplexes Konstrukt zu betrachten. Durch die Darstellung verschiedener Stereotypenkonzepte soll eine Annährung stattfinden und dabei zentrale Aspekte herauskristallisiert werden.
Walter Lippmann war 1922 wohl der erste, der den Begriff Stereotyp auf soziale Phänomene anwandte. In seinem Buch „Public Opinion“, in dem er Stereotype als „pictures in our heads“ bezeichnet, die aber nicht die Wirklichkeit, sondern eine Art „pseudo-environment“ darstellen, legt er die Basis für nachfolgende Definitionsansätze. Stereotype werden bei diesen Ansätzen oft als vereinfachte und dadurch falsche Repräsentation der sozialen Umwelt dargestellt. Dennoch werden sie als notwendig angesehen, um dem Menschen eine schnelle Informationsverarbeitung und Orientierung in der alltäglichen Welt zu ermöglichen.
1. Problemstellung und Überblick: Einführung in die Thematik der geschlechtsspezifischen Leistungsunterschiede und der Rolle von Sozialisationsinstanzen wie dem Schulbuch.
2. Begriffsbestimmung: Theoretische Fundierung der Begriffe Stereotype und Geschlechtsrollen sowie Darstellung des Forschungsstands zur Stabilität dieser Konstrukte.
3. Aufgaben in Textform: Analyse der textbasierten Aufgaben im untersuchten Schulbuch und deren Einordnung in das Kategorienschema.
4. Abbildungen: Quantitative Untersuchung der bildlichen Darstellungen zur Identifikation von Geschlechterverteilungen und stereotypen Merkmalen.
5. Erkenntnisgewinn aus den Analysen und Interpretationen: Zusammenführung der Ergebnisse aus Text- und Bildanalyse sowie deren theoretische Verortung, insbesondere bei Eagly.
6. Methodologisch- kritische Reflexion: Kritische Auseinandersetzung mit der methodischen Vorgehensweise und den Grenzen der quantitativen Schulbuchanalyse.
Mathematikvermittlung, Schulbuchanalyse, Geschlechtsrollenstereotype, Sozialisation, Eagly, Grundschule, Rollentheorie, quantitative Analyse, Stereotypisierung, Geschlechtergerechtigkeit, Nussknacker 4, Handlungsfelder, Bildungsraum, Rollenerwartung, Identifikationsmodelle.
Die Arbeit beschäftigt sich mit der Untersuchung des Mathematikschulbuchs „Nussknacker 4“ und der Frage, inwiefern dort geschlechtsspezifische Rollenstereotype transportiert werden.
Im Mittelpunkt stehen die quantitative Repräsentation von männlichen und weiblichen Personen in Texten und Abbildungen sowie die Analyse, wie diese Personen in Bezug auf Tätigkeiten, Berufe und soziale Rollen dargestellt werden.
Ziel ist es zu prüfen, ob das Mathematikschulbuch einen „sozial freien Raum“ darstellt oder ob es tradierte Rollenbilder reproduziert, die den Sozialisationsprozess von Kindern beeinflussen könnten.
Es wurde eine quantitative Inhaltsanalyse durchgeführt, für die ein detailliertes Kategorienschema entwickelt und mit der Statistiksoftware SPSS ausgewertet wurde.
Der Hauptteil gliedert sich in die Analyse des Textmaterials und des Bildmaterials, wobei jeweils Hypothesen aufgestellt, die Daten erhoben und die Ergebnisse mit bestehender Forschungsliteratur verglichen werden.
Die Arbeit lässt sich am besten mit Begriffen wie Schulbuchanalyse, Geschlechtsrollenstereotype, soziale Rollentheorie, Sozialisation und Grundschulmathematik beschreiben.
Das Maskottchen wurde bei der eigentlichen Analyse der menschlichen Handlungsträger ausgeklammert, da es als Rabe die statistischen Ergebnisse in Bezug auf menschliche Rollenbilder verzerrt hätte, obwohl es eine zentrale Rolle im Buch einnimmt.
Da Grundschulbücher die Kinder über ihre gesamte Schullaufbahn begleiten, wirken sie als maßgebliche Instrumente der Sozialisation, die Kindern Identifikationsmodelle für ihre zukünftige soziale Rolle anbieten.
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