Diplomarbeit, 1994
101 Seiten, Note: 1,0
Einführung: Die Theologie und die Endentscheidungshypothese
1 Aktuelle Fragen zur Todesthematik
2 Der Tod in der Glaubenssprache
3 Tod in der Dialektik von Erleiden und Tun
4 Zur Gliederung der vorliegenden Arbeit
Erster Teil: Ladislaus Boros - Etappen eines Lebensweges
1 Sehnsucht nach Geborgenheit
2 Felder des geistigen Wirkens und Denkens
2.1 Arbeitsfeld "Orientierung"
2.2 Diener des Wortes
2.3 Autor bedeutender geistlicher Werke
3 Boros' denkerische Bekanntschaften
4 Unruhe des Herzens - die letzten Jahre
Zweiter Teil: "Mysterium mortis" - Darstellung der Werkes
1 Methodologische Überlegungen
1.1 Der "Moment des Todes" als metaphysisch-zeitloser Umbruch
1.1.1 Sterben und Tod
1.1.2 Das Problem der Zeitlichkeit
1.2 Alltägliches Dasein zum Tode
1.3 Zur philosophischen Freilegung der verschiedenen Todeshinweise
2 Philosophische Beweisführung
2.1 Argumente zur philosophischen Begründung der Endentscheidungshypothese
2.1.1 Analyse des Wollens
2.1.2 Analyse des Erkennens
2.1.3 Wahrnehmungs- und Erinnerungsanalyse
2.1.4 Analyse der Liebe
2.1.5 Die individualgeschichtliche Daseinsdialektik
2.1.6 Dichtung als ganzheitlicher Drang nach Weltnähe
2.1.7 Der kenotische Daseinsvollzug
2.2 Tod als Trennung der Seele vom Leib?
3 Theologische Auseinandersetzung
3.1 Konfrontationsversuche mit der Theologie
3.1.1 Endgültigkeit des durch den Tod erreichten Zustandes
3.1.2 Heil als personale Gemeinschaft mit Jesus Christus
3.1.3 Die Allgemeinheit der Erlösung
3.1.4 Probleme der Erbsündenlehre
3.1.5 Die Lehre über den Läuterungszustand
3.1.6 Christologische Gründe für die Endentscheidungshypothese
3.2 Zur Sakramentalität des Todes
Dritter Teil: Kritische Auseinandersetzung
1 Karl Rahner: Ein Vertreter der Endentscheidungshypothese?
1.1 "Prolixitas mortis" im Ganzen des Lebens
1.2 Freiheit als das Vermögen des Endgültigen
1.3 Tod als das Endgültigwerden der menschlichen Freiheitsgeschichte
1.4 Das Allkosmisch-Werden der Geistseele
2 Gisbert Greshake: Die eine Geschichte Gottes und des Menschen
2.1 Bemerkungen zum geistesgeschichtlichen Hintergrund der Endentscheidungshypothese
2.1.1 Die Endentscheidungshypothese in ihrer problematischen Abhängigkeit zur Todesanalyse Heideggers
2.1.2 Das Janusgesicht des Todes in der Heiligen Schrift
2.2 Gnade als geschenkte Freiheit
2.3 "Nur wenn das Leben Sinn hat, hat auch der Tod Sinn"
2.4 Die Vollendung des einen und ganzen Menschen in der Totalität seiner Beziehungen
Schluß: Zur Aktualität der Endentscheidungshypothese
Die vorliegende Diplomarbeit untersucht den systematischen Entwurf der "Endentscheidungshypothese" im Denken des Theologen Ladislaus Boros, mit dem Ziel, den Tod als sakramentale Christusbegegnung zu interpretieren und theologische Einwände zu diskutieren.
1 Aktuelle Fragen zur Todesthematik
Zu den zentralen Aussagen einer christlichen Rede von Gott gehört die Auferstehung Jesu Christi von den Toten. Im Glauben an diese Auferstehung ist die Hoffnung eingeschlossen, daß alle Menschen jenseits der natürlichen Todesgrenze zur endgültigen Daseinserfüllung gelangen werden. Hingegen scheint unsere Erfahrung angesichts eines stummen und bewegungslosen Leichnams zu bestätigen, daß mit dem Tod das Leben zu Ende ist. Dementsprechend könnte man den Tod als ein ausschließlich biologisches Geschehen betrachten, das beim menschlichen Organismus als letztes Ergebnis des Alterungsprozesses genauso eintritt, wie bei jedem anderen Organismus auch. Schließlich wäre der Tod für die Erneuerung und Erhaltung der Menschheit notwendig, um deren Überalterung zu vermeiden.
Auf der anderen Seite läßt sich in unserer Zeit ein neu aufgebrochenes Interesse am Tod feststellen. Die Frage nach dem Schicksal des Menschen jenseits der Todesgrenze ist besonders durch die Berichte von Erlebnissen von Sterbenden angeregt worden, welche durch die moderne Medizin reanimiert, also ins Leben "zurückgeholt" werden konnten. Ein schon fast klassisches Werk auf diesem Gebiet sind die Ausführungen von Raymond A. Moody, einem Mediziner, der aufgrund zahlreicher Befragungen die häufig wiederkehrenden Elemente solcher Nah-Tod-Erlebnisse, die sich in Einzelheiten durchaus widersprechen, zu einem Grundmuster zusammengesetzt hat.
Einführung: Die Theologie und die Endentscheidungshypothese: Einführung in die Problematik des Todes sowie Vorstellung des theoretischen Konzepts der Endentscheidungshypothese.
Erster Teil: Ladislaus Boros - Etappen eines Lebensweges: Biographische Einordnung des Denkens von Ladislaus Boros unter Berücksichtigung prägender Lebensereignisse und geistiger Einflüsse.
Zweiter Teil: "Mysterium mortis" - Darstellung der Werkes: Detaillierte philosophische und theologische Begründung der Endentscheidungshypothese und deren Konfrontation mit dogmatischen Themen.
Dritter Teil: Kritische Auseinandersetzung: Vergleichende Analyse der Kritik an Boros' Hypothese durch andere bedeutende Theologen wie Karl Rahner und Gisbert Greshake.
Schluß: Zur Aktualität der Endentscheidungshypothese: Reflexion über die Relevanz der Hypothese in der gegenwärtigen theologischen Diskussion und pastoralen Praxis.
Ladislaus Boros, Endentscheidungshypothese, Eschatologie, Tod, Auferstehung, Christusbegegnung, Mysterium mortis, Karl Rahner, Gisbert Greshake, Erbsünde, Läuterungszustand, Transzendentale Philosophie, Gnade, Freiheit, Daseinsanalyse.
Die Arbeit analysiert systematisch den theologische Entwurf der Endentscheidungshypothese, wie sie Ladislaus Boros in seinem Werk "Mysterium mortis" entwickelt hat, um den Tod als einen Ort der freien personalen Entscheidung für oder gegen Christus zu verstehen.
Die Arbeit behandelt die philosophische und theologische Begründung des Todes, die kritische Diskussion durch namhafte Zeitgenossen sowie die pastorale Bedeutung der Hoffnung auf eine endgültige Gottbegegnung im Moment des Todes.
Das Ziel ist es, den Entwurf von Boros darzustellen, seine methodische Vorgehensweise offenzulegen und seine Thesen mit den Ansätzen anderer bekannter Vertreter der Eschatologie (wie Rahner und Greshake) kritisch zu vergleichen.
Es wird eine systematisch-theologische und dogmatische Methode angewandt, die primär auf der Analyse theologischer Texte und denkerischer Auseinandersetzungen basiert.
Der Hauptteil gliedert sich in eine biographische Darstellung des Autors, eine ausführliche Exegese seines Hauptwerkes "Mysterium mortis" und eine detaillierte kritische Gegenüberstellung mit anderen eschatologischen Modellen.
Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie "Endentscheidung", "Eschatologie", "Tod als sakramentale Situation", "Gnadenlehre" und "Christusbegegnung" charakterisieren.
Boros nutzt dafür die transzendentale Methode, indem er menschliche Daseinsvollzüge wie Wollen, Erkennen, Wahrnehmen und Lieben analysiert, die allesamt einen transzendenten Drang zum Absoluten offenbaren, der erst im Tod zur Vollendung kommt.
Diese Auseinandersetzung ist zentral, da sie die unterschiedlichen hermeneutischen Zugänge zur Eschatologie verdeutlicht: Während Boros die Endentscheidung im Todesmoment betont, fokussieren Rahner und Greshake stärker auf die lebenslange Einübung und die Gnade Gottes innerhalb der geschichtlichen Zeitlichkeit.
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