Examensarbeit, 2001
131 Seiten, Note: 2,0
1. Einleitung
2. Entwicklung des Einzelhandels in Deutschland
2.1 Bezeichnungen im Einzelhandel und ihre Bedeutungen
2.2 Wandel der Betriebsformen
2.3 Räumliche Auswirkungen des Wandels der Betriebsformen
3. Was bedeutet „Lokale Ökonomie“ ?
3.1 Klärung des Begriffs „Lokale Ökonomie“ und daraus abgeleitete Strategien
3.2 Lokale Ökonomie- ein interdisziplinäres Konzept
3.3 Theoretische Grundlagen des Konzeptes der „Lokalen Ökonomie“
3.4 Zur Fragestellung: Die Entwicklung der lokalen Ökonomie in Duisburg-Beeck
3.5 Untersuchungshypothesen
4. Der Untersuchungsraum Duisburg-Beeck
4.1 Die Entwicklungsgeschichte Duisburg-Beecks
5. Empirischer Teil- Untersuchungsaufbau und methodisches Vorgehen
5.1 Operationalisierung der Hypothesen und methodisches Vorgehen
6. Die Veränderung der Sozialstruktur in Duisburg-Beeck
6.1 Entwicklung der Bevölkerungszahl in Duisburg-Beeck
6.2 Zu- und Fortzüge im Stadtteil Duisburg-Beeck
7. Der Stadtteil Duisburg-Beeck als Lebensraum
7.1 Umweltbelastungen am Wohnort Beeck
7.2 Bauliche Strukturen in Duisburg-Beeck
7.3 Duisburg-Beeck: Wohnumfeld und soziale Infrastruktur
8. Die ökonomische Entwicklung in Duisburg-Beeck
8.1 Der Arbeiterstadtteil Duisburg-Beeck
8.2 Die wirtschaftliche Entwicklung in Duisburg-Beeck
8.3 Die Entwicklung des Beecker Einzelhandels nach Fristigkeit der Bedarfe
8.4 Entwicklung des Dienstleistungsbereiches in Duisburg-Beeck
9. Die „Ethnische Ökonomie“ in Duisburg Beeck
9.1 Entwicklungen der ethnischen Ökonomie in verschiedenen Wirtschaftsbereichen
10. Vergleich und Diskussion ausgewählter Strukturmerkmale des Beecker Einzelhandels
10.1 Strukturmerkmal Einzelhandelsumsätze: Vergleich ausgewählter Stadtteile
11. Entwicklungen der Beecker Wirtschaft- Räumliche Verteilung der ortsansässigen Unternehmen - Veränderungen 2001 zu 1973/74
11.1 Räumliche Situation 1973/74
11.2 Räumliche Situation 2001
12. Die Kaufkraftentwicklung in Duisburg-Beeck und seine Auswirkungen
12.1 Das Einkaufsverhalten der Beecker Bevölkerung - zunehmende Außenorientierung beim Einkauf
12.2 Die Verringerung der Kaufkraft als Entwicklungsfaktor des Einzelhandels in Duisburg-Beeck
13. Kopplungsmöglichkeiten am Einkaufsstandort Duisburg-Beeck
14. Zusammenfassung der Ergebnisse
15. Diskussion der Ergebnisse
15.1 Diskussion der Ergebnisse im Hinblick auf ergänzende Untersuchungen
15.2 Diskussion der Ergebnisse in bezug auf die Reaktionen der Stadt Duisburg über die Entwicklungen in Duisburg-Beeck
15.3 Ansätze zurStabilisierung der Sozialstruktur durch die Stadt Duisburg
15.4 Ansätze zur Förderung von endogenen Potentialen im Bereich Wohnumfeld und Bausubstanz
15.5 Kommunale Ansätze zur Förderung von lokalen Potentialen in Duisburg-Beeck
15.6 Nichtstaatliche Potentiale im Stadtteil: Der Bürgerverein Beeck e.V.
Die vorliegende Arbeit untersucht die wirtschaftliche Entwicklung des Duisburger Stadtteils Beeck vor dem Hintergrund sozioökonomischer Veränderungen. Das primäre Ziel ist die Analyse des Zusammenhangs zwischen sozialstrukturellen, sozialräumlichen Veränderungen und der lokalen wirtschaftlichen Entwicklung, insbesondere im Bereich der Nahversorgung durch Einzelhandel und Dienstleistung, um Entwicklungspotentiale und -hemmnisse in einem industriell geprägten Stadtteil aufzuzeigen.
Die Entwicklung der lokalen Ökonomie in Duisburg-Beeck
„Lokale Ökonomie“ ist ein Begriff von großer Popularität. Im Rahmen des bekannten Landesprogramms „Stadtteile mit besonderem Erneuerungsbedarf“ sowie dem etwas jüngeren Bundesprogramm „Soziale Stadt“ kommt der Stärkung kleinräumiger ökonomischer Strukturen eine Schlüsselrolle zu. Sozialprobleme sind in den Städten der heutigen Zeit häufig räumlich konzentriert und führen zu sozialräumlichen und wirtschaftlichen Trennungen in den Städten (Dangschat 1997).
Das Land NRW sowie der Bundesstaat versuchen in Form von Programmen diese vielschichtigen und mehrdimensionalen Problemlagen zu lösen. Ressortübergreifendes Handeln, die Beteiligung nichtstaatlicher Träger und Bürger sind Schlüsselbegriffe und Merkmale neuer Kooperationsformen. Diese offenen Kooperationsformen zeigen zugleich neue Formen der Problemwahrnehmung, Analyse, Entwicklung von Maßnahmen, der Umsetzung von Konzepten und der Überprüfung ihres Erfolgs.
Der Stadtteil Duisburg- Beeck liegt inmitten größerer Industrieflächen. Die Industrie prägte die Entwicklung des Stadtteils. Mit dem Strukturwandel veränderte dieser kleine Arbeiterstadtteil sein Gesicht und weist nunmehr typische Probleme eines „Stadtteils mit besonderem Erneuerungsbedarf“ auf. Die Konzentration benachteiligter Bevölkerungsgruppen und der Wegfall örtlicher Arbeitsplätze führen zu sozialen Problemen im Stadtteil. Städtebauliche Defizite, Umweltprobleme und bauliche Mängel verschlechtern die Wohnqualität. Das Zusammenleben zwischen den verschiedenen Ethnien verläuft nicht immer konfliktfrei (ILS 2000, S.19). Der Strukturwandel hat somit Folgeeffekte, die das soziale und wirtschaftliche Gefüge in den Stadtteilen stark beeinflussen und zur Verdichtung von Problemlagen führen, wie es in Duisburg die im Landesprogramm befindlichen Stadtteile mit besonderem Erneuerungsbedarf aufweisen (ILS 2000, S.19).
1. Einleitung: Einführung in das Thema der lokalen Ökonomie und die Problemlagen altindustrieller Stadtteile am Beispiel von Duisburg-Beeck.
2. Entwicklung des Einzelhandels in Deutschland: Erläuterung der Fachbegriffe und des strukturellen Wandels der Betriebsformen im deutschen Einzelhandel seit den 60er Jahren.
3. Was bedeutet „Lokale Ökonomie“ ?: Theoretische Klärung des Begriffs der lokalen Ökonomie sowie Diskussion des interdisziplinären Ansatzes und der zu bearbeitenden Hypothesen.
4. Der Untersuchungsraum Duisburg-Beeck: Problemorientierter Abriss der Geschichte von Beeck als ehemaliger Arbeiterstadtteil und Darstellung der heutigen industriellen Prägung.
5. Empirischer Teil- Untersuchungsaufbau und methodisches Vorgehen: Operationalisierung der aufgestellten Untersuchungshypothesen für die empirische Analyse.
6. Die Veränderung der Sozialstruktur in Duisburg-Beeck: Untersuchung der Bevölkerungsentwicklung und der Entmischungsprozesse im Stadtteil.
7. Der Stadtteil Duisburg-Beeck als Lebensraum: Analyse der Wohnbedingungen, Umweltbelastungen und sozialen Infrastruktur als Faktoren des Abwanderungsdrucks.
8. Die ökonomische Entwicklung in Duisburg-Beeck: Untersuchung der Entwicklung von Wirtschaftsbereichen, insbesondere des Einzelhandels nach Fristigkeit der Bedarfe.
9. Die „Ethnische Ökonomie“ in Duisburg Beeck: Analyse der Rolle ausländischer, insbesondere türkischer Unternehmer im Stadtteil.
10. Vergleich und Diskussion ausgewählter Strukturmerkmale des Beecker Einzelhandels: Vergleich der Einzelhandelsumsätze und Strukturdaten mit anderen Duisburger Stadtteilen.
11. Entwicklungen der Beecker Wirtschaft- Räumliche Verteilung der ortsansässigen Unternehmen - Veränderungen 2001 zu 1973/74: Räumliche Darstellung der Unternehmensentwicklung im Stadtteil.
12. Die Kaufkraftentwicklung in Duisburg-Beeck und seine Auswirkungen: Untersuchung der Außenorientierung der Konsumenten und der Kaufkraftverluste als Entwicklungsfaktor.
13. Kopplungsmöglichkeiten am Einkaufsstandort Duisburg-Beeck: Diskussion der Möglichkeiten zur Verknüpfung von Einkauf und Freizeit sowie deren Bedeutung für die Attraktivität.
14. Zusammenfassung der Ergebnisse: Synthese und Zusammenfassung der wichtigsten Erkenntnisse aus der empirischen Untersuchung.
15. Diskussion der Ergebnisse: Fachliche Einordnung der Ergebnisse, Diskussion der städtischen Reaktionen und Ansätze zur Stabilisierung des Stadtteils.
Lokale Ökonomie, Einzelhandel, Duisburg-Beeck, Strukturwandel, Soziale Entmischung, Nahversorgung, Kaufkraftentwicklung, Ethnische Ökonomie, Kopplungspotenzial, Stadtteilentwicklung, Altindustriegebiet, Arbeitsmarkt, Konsumgruppen, Standortstruktur.
Die Arbeit untersucht die wirtschaftliche Entwicklung des Stadtteils Duisburg-Beeck unter besonderer Berücksichtigung des Einzelhandels und der Nahversorgung im Kontext des industriellen Strukturwandels.
Zentral sind der Wandel der Betriebsformen im Einzelhandel, die sozialräumlichen Veränderungen im Stadtteil, die Bedeutung der lokalen Kaufkraft und die Rolle von kleinräumigen Wirtschaftskreisläufen.
Die Arbeit analysiert, inwieweit soziale Entmischungsprozesse und eine sinkende Kaufkraft zu einer „angebotsarmen“ Nahversorgung führen und ob die „ethnische Ökonomie“ ein Potenzial zur Stabilisierung darstellt.
Der Verfasser nutzt eine Kombination aus Sekundärstatistiken, Kartierungen, einer Auswertung von Adressbüchern zur Erfassung der Wirtschaftsbetriebe sowie die Anwendung volkswirtschaftlicher Modelle wie der Einkommenselastizität.
Der Hauptteil umfasst eine detaillierte Analyse der Sozialstruktur, der baulichen Bedingungen, der wirtschaftlichen Entwicklung nach Branchen und Fristigkeiten der Bedarfe sowie eine vergleichende Diskussion mit anderen Duisburger Stadtteilen.
Die Arbeit wird durch Begriffe wie Lokale Ökonomie, Strukturwandel, Soziale Entmischung, Kaufkraftverlust und Nahversorgung charakterisiert.
Der Bereich „Bekleidung“ weist starke Rückgänge auf, was dazu führt, dass Bewohner für diese Güter außerhalb des Stadtteils einkaufen, was wiederum die Kopplungsmöglichkeiten und damit die Attraktivität des Standortes mindert.
Der Bürgerverein fungiert als Vernetzer und Plattform („Runder Tisch“), um Akteure zusammenzubringen und durch Imagewerbung und Arbeitsgruppen die negativen Standortfaktoren aktiv anzugehen.
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