Bachelorarbeit, 2021
92 Seiten
1 Einleitung
2 Zirkus als pädagogisches Konzept
2.1 Theoretischer Hintergrund
2.1.1 Darstellung unterschiedlicher Theoriekonzepte
2.1.2 Stand der Forschung
2.2 Stand der Umsetzung und pädagogische Einsatzmöglichkeiten
2.2.1 Personelle Voraussetzungen und Rahmenbedingungen
2.2.2 Zirkusdisziplinen (Elemente) und deren spezifische Wirkungsweisen
2.3 Beziehungen zu weiteren pädagogischen Strömungen
2.3.1 Erlebnispädagogik und Theaterpädagogik
2.3.2 Sportpädagogik und Motopädagogik
2.3.3 Spielpädagogik
2.3.4 Weitere Einflussgebiete
3 Autismus-Spektrums-Störungen
3.1 Einordnung und Abgrenzungsversuche
3.2 Ausgangslage und Stand der Forschung
3.3 Lebenswelt von Kindern mit Autismus
3.3.1 Physische und psychische Problemfelder
3.3.2 Problemfelder im Sozialverhalten und den Emotionen
3.3.3 Stärken- und Ressourcenorientierter Blick
3.4 Unterstützung und Therapiemöglichkeiten
3.4.1 Therapeutische Unterstützungen
3.4.2 Umweltbezogene Unterstützungsmöglichkeiten
4 Empirie zur Analyse der Einsatzmöglichkeiten
4.1 Beschreibung der Strategie und des methodischen Vorgehens
4.1.1 Auswahl der Expert:innen
4.1.2 Aufstellung der Gütekriterien
4.1.3 Leitfragenerstellung und Gliederung der Interviews
4.2 Darstellung des Auswertungsverfahrens
4.2.1 Überprüfung der Einhaltung der Methodik und Gütekriterien
4.2.2 Reflexion der Fragestellungen und des Interviewablaufes
4.3 Ergebnisdarstellung
4.3.1 Einschätzung der Anwendbarkeit bei Kindern mit Autismus
4.3.2 Pädagogische Voraussetzungen zur inklusiven Arbeit
5 Schlussfolgerungen und Praxistransfer
5.1 Betrachtung von Entwicklungsstand und Lebenswelt der Kinder
5.1.1 Bezug zur physischen Entwicklung
5.1.2 Bezug zum kognitiven und sozial-emotionalen Entwicklungsstand
5.2 Praxisfeldbezug und Aspekte der Umsetzung
5.2.1 Zirkuspädagogik in der Schule
5.2.2 Zirkuspädagogik für Kinder mit Autismus
5.3 Transferüberlegungen
5.3.1 Rückübertragung auf die allgemeine pädagogische Arbeit
5.3.2 Beitrag zur Inklusion
6 Fazit und Ausblick
Die vorliegende Arbeit untersucht die Potenziale und Einsatzmöglichkeiten der Zirkuspädagogik als Fördermedium für Kinder mit Autismus im Alter von sechs bis zwölf Jahren. Das Ziel besteht darin, ein Grundverständnis für beide Bereiche zu schaffen und auf Basis qualitativer Experteninterviews zu ermitteln, unter welchen pädagogischen Voraussetzungen zirkuspädagogische Angebote inklusiv gestaltet werden können, um die Entwicklung autistischer Kinder positiv zu beeinflussen.
2.2.1 Personelle Voraussetzungen und Rahmenbedingungen
Da die Berufsbezeichnung „Zirkuspädagog:in“ nicht geschützt ist (vgl. Christel, 2009, S. 65) braucht es, um als zirkuspädagogische Kraft arbeiten zu können, formal gesehen keine fachliche Ausbildung. Naheliegend ist zunächst jedoch, dass ein gewisses Verständnis über die Zirkuskünste bestehen muss, um diese auch vermitteln zu können. „Basics“, gerade im Bereich der Hand- und Fußgeschicklichkeiten (s. 2.2.2) lassen sich heutzutage zwar gut auch über Online-Tutorials relativ schnell selbst antrainieren. Dennoch sollte klar sein, dass dies allein nicht ausreicht, um als Zirkuspädagog:in zu arbeiten. Zum einen umfassen die Zirkuskünste weit mehr als „nur“ die Hand- und Fußgeschicklichkeiten.
Blickt man zum anderen beispielsweise auf die Akrobatik, so fällt schnell auf, dass hier mehr Wissen nötig ist – warum sollte man den Fuß nicht direkt auf die Wirbelsäule der anderen Person setzen? Wie muss die Pyramide gestaltet sein, dass sich kein Kind verletzen kann? Hier kommt den Pädagog:innen auch eine höhere Verantwortung zuteil, was eine gewisse Grundausbildung auf der Seite der Zirkuskünste selbst nötig macht. Werden umgekehrt Zirkusartist:innen zu Zirkuspädagog:innen „fehlt“ zunächst die pädagogische Ausrichtung. An zirkuspädagogischen Projekten teilzunehmen bedeutet mehr als das bloße Erlernen der Zirkuskünste.
Um beispielsweise die Teilnehmenden gut auf eine Aufführung vorzubereiten, dass sie dieser nicht mit bloßer Angst, sondern auch mit etwas Freude entgegensehen können, um sie in ihrer Kreativität zu stärken oder zur Einflussnahme auf die Gruppendynamik braucht es pädagogisches Wissen. Nur so können sich Kinder und Jugendliche durch Zirkusprojekte auch in ihrer Persönlichkeit und im Sozialverhalten weiterentwickeln. Auch Michels (2021, S. 37) verweist darauf, dass zirkuspädagogische Ziele nur dann erreicht werden, wenn die Methoden von entsprechenden qualifizierten Zirkuspädagog:innen angewendet werden.
1 Einleitung: Diese Einleitung führt in die Themengebiete Zirkuspädagogik und Autismus ein und definiert das Forschungsinteresse der Arbeit im Kontext inklusiver Förderung.
2 Zirkus als pädagogisches Konzept: Das Kapitel bietet einen Überblick über die theoretischen Grundlagen der Zirkuspädagogik, verschiedene Fachkonzepte und deren Ziele wie die Förderung der Motorik oder Sozialkompetenz.
3 Autismus-Spektrums-Störungen: Hier werden das Störungsbild, die verschiedenen Ausprägungsformen sowie die spezifischen Wahrnehmungsmuster und Herausforderungen in der Lebenswelt von autistischen Kindern erläutert.
4 Empirie zur Analyse der Einsatzmöglichkeiten: Dieser Teil beschreibt die methodische Vorgehensweise der qualitativen Forschung sowie die Auswertung der Experteninterviews zur Anwendbarkeit bei Kindern mit Autismus.
5 Schlussfolgerungen und Praxistransfer: Das Kapitel reflektiert die Erkenntnisse unter Berücksichtigung des Entwicklungsstandes und diskutiert die praktische Übertragbarkeit in den Schulalltag und inklusive Settings.
6 Fazit und Ausblick: Diese Zusammenfassung bejaht die Forschungsfrage nach den Potenzialen der Zirkuspädagogik, betont jedoch die Notwendigkeit individueller pädagogischer Voraussetzungen.
Zirkuspädagogik, Autismus, Inklusion, Sonderpädagogik, Sozialkompetenz, motorische Entwicklung, individuelle Förderung, personenzentrierter Ansatz, pädagogische Haltung, Teilhabe, Resilienz, Bewegungslehre, qualitative Forschung, pädagogische Praxis, Unterstützungssysteme.
Die Bachelorarbeit erforscht, wie zirkuspädagogische Konzepte genutzt werden können, um Kinder mit Autismus-Spektrums-Störungen in ihrer persönlichen Entwicklung und sozialen Teilhabe zu unterstützen.
Die Arbeit verknüpft die Zirkuspädagogik, die auf ganzheitliche Förderung und körperliches Lernen setzt, mit den spezifischen Bedürfnissen und Wahrnehmungswelten von Kindern mit Autismus.
Das Hauptziel besteht darin herauszufinden, ob und unter welchen Voraussetzungen sich die Zirkuspädagogik für Kinder mit Autismus eignet und wie diese Arbeit inklusiv gestaltet werden kann.
Die Autorin führte eine qualitative Untersuchung in Form von leitfadengestützten Experteninterviews mit Personen aus der Zirkuspädagogik, der Freizeitbegleitung von Kindern mit Behinderung und der Ergotherapie durch.
Im Hauptteil werden theoretische Konzepte der Zirkuspädagogik und des Autismus-Spektrums gegenübergestellt, gefolgt von einer Analyse der Ergebnisse aus den Experteninterviews hinsichtlich der praktischen Anwendungsmöglichkeiten.
Die zentralen Begriffe umfassen Zirkuspädagogik, Autismus, Inklusion, soziale Förderung, motorisches Lernen und personenzentrierte Pädagogik.
Die Haltung der Pädagog:innen wird als elementar angesehen, da diese über den Erfolg einer inklusiven Umsetzung entscheidet; Authentizität, Offenheit und die Fähigkeit zur Reflexion der eigenen pädagogischen Rolle sind hierbei zentral.
Manche Zirkusdisziplinen setzen intensiven Körperkontakt oder eine präzise Einschätzung von Gefahrensituationen voraus, was bei autistischen Kindern aufgrund ihrer spezifischen Wahrnehmung eine Herausforderung darstellen kann und daher eine direkte Begleitung erfordert.
Dieser Begriff beschreibt einen Rahmen, in dem Kinder keine starren, leistungsorientierten Ziele verfolgen, sondern ihre individuellen Bedürfnisse und persönlichen Schwerpunkte in einem geschützten Raum explorieren können.
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