Diplomarbeit, 2002
119 Seiten, Note: 1,5
1 Einleitung
2 Kapitalrente und Klassenanalyse
2.1 Der total wealth von Akteuren
2.2 Über Kapitalrenten, antagonistische Interessen und Ausbeutung
2.3 Stärken und Schwächen der Theorie
3 Die Erweiterung des total wealth-Konzepts
3.1 Die Bedeutung von ökonomischem Kapital
3.1.1 Die Eigenschaften von ökonomischem Kapital
3.1.2 Die Investition in ökonomisches Kapital
3.1.3 Die Renten aus ökonomischem Kapital
3.1.4 Zusammenfassung
3.2 Die Bedeutung von Humankapital
3.2.1 Die Eigenschaften von Humankapital
3.2.2 Die Investition in Humankapital aus individueller Sicht
3.2.3 Die Investition in Humankapital aus relationaler Sicht
3.2.4 Die Renten aus Humankapital
3.2.5 Zusammenfassung
3.3 Die Bedeutung von Sozialkapital
3.3.1 Die Eigenschaften von Sozialkapital
3.3.2 Die Investition in Sozialkapital aus individueller Sicht
3.3.3 Die Investition in Sozialkapital aus struktureller Sicht
3.3.4 Die Renten aus Sozialkapital
3.3.5 Zusammenfassung
4 Die Wechselwirkungen von ökonomischem, Human- und Sozialkapital
4.1 Humankapital als Funktion von Sozialkapital
4.2 Exkurs: Kulturkapital statt Humankapital?
4.3 Ökonomisches, Humankapital, Sozialkapital und status attainment
4.4 Zusammenfassung: Das 3K-Modell vom total wealth
5 Zusammenfassung und Ausblick: Was bleibt von den Klassen?
Die vorliegende Arbeit untersucht die Bedeutung von ökonomischem Kapital, Humankapital und Sozialkapital im Kontext der modernen Klassenanalyse, wobei sie das Konzept des "total wealth" nach Aage B. Sørensen als theoretische Basis nutzt, um ökonomische Renten, Ausbeutungsprozesse und antagonistische Interessen theoretisch zu fundieren und empirisch zu beleuchten.
Die Renten aus ökonomischem Kapital
Wie weiter oben bereits angedeutet, ist das Konzept der Rente Bestandteil der klassischen ökonomischen Theorie in der Tradition von Adam Smith, David Ricardo und Alfred Marshall. Als Beispiel für die Entstehung von Renten wurde die Beziehung zwischen Grundeigentümer und Pächter genannt. Diesen Zusammenhang gilt es nun zu verallgemeinern.
Renten entstehen dann, wenn von einer Kapitalressource X eine bestimmte unveränderliche Menge vorhanden ist. Hat ein Akteur A1 die Eigentumsrechte an dieser Ressource X, und ist ein zweiter Akteur A2 daran interessiert, diese Ressource wertschöpfend zu nutzen, so kann A1 seine Eigentumsrechte in Form von Nutzungs- oder Kontrollrechten an A2 übertragen. Diese Übertragung von Rechten wird in der Regel von A2 über eine Zahlung an A1 kompensiert. Diese Kompensationszahlung von A2 an A1 kann als Rente verstanden werden. Die Beziehung zwischen A1 und A2 bzw. die aus dieser ableitbare Rente kann auf verschiedene Art interpretiert werden.
Kombinierte Renten: Die von A2 an A1 abgeführte Kompensationszahlung ist eine kombinierte bzw. geteilte Rente. Durch die Übertragung der Nutzungsrechte an X an A2 kann A1 die Ressource nicht mehr oder nur noch eingeschränkt selbst nutzen. Diese verlorenen Nutzungsmöglichkeiten sind für A1 Opportunitätskosten, die von A2 über die Rentenzahlung kompensiert werden. A2 wiederum erzielt über den wertschöpfenden Einsatz der Ressource X einen Ertrag, aus dem ein bestimmter Teil als Rentenzahlung an A1 abgeführt wird. Auf diese Weise teilen sich A1 und A2 die Wertschöpfung aus dem Einsatz von X. Beziehungen dieser Art gehen Akteure dann ein, wenn zwei Ressourcen über eine kombinierte Anwendung einen höheren Ertrag abwerfen, als jede Ressource für sich allein genommen. Ein wichtiges Beispiel für eine solche Kombination von Ressourcen ist die Anwendung des Produktionsfaktors Arbeit auf den Faktor Kapital. Ein Arbeiter stellt einem Kapitalisten gegen die Kompensationsleistung des Lohns seine Arbeitskraft zur Verfügung. Der Kapitalist produziert durch Kombination dieser beiden Ressourcen einen bestimmten Ertrag, von dem – vereinfacht gesagt – ein Teil als Lohn an den Arbeitnehmer zurückfließt.
1 Einleitung: Die Einleitung führt in die soziologische Klassenanalyse ein, kontrastiert die Ansätze von Marx und Weber und begründet die Relevanz des "total wealth"-Konzepts von Sørensen.
2 Kapitalrente und Klassenanalyse: Dieses Kapitel erläutert das "total wealth"-Konzept als Grundlage für die Analyse von Lebenschancen, Marktlagen und der Entstehung von ökonomischen Renten.
3 Die Erweiterung des total wealth-Konzepts: Der Hauptteil analysiert detailliert die Eigenschaften, Investitionsstrategien und Rentenbildung von ökonomischem Kapital, Humankapital und Sozialkapital.
4 Die Wechselwirkungen von ökonomischem, Human- und Sozialkapital: Hier werden die Interdependenzen der Kapitalformen untersucht, insbesondere durch Integration des Status-Attainment-Modells und Bourdieu’scher Konzepte.
5 Zusammenfassung und Ausblick: Was bleibt von den Klassen?: Das Schlusskapitel synthetisiert die Erkenntnisse und diskutiert kritisch die Zukunftsfähigkeit des Klassenbegriffs in einer individualisierten Gesellschaft.
total wealth, Klassenanalyse, ökonomische Rente, Humankapital, Sozialkapital, Ausbeutung, antagonistische Interessen, Marktlage, Status Attainment, Investitionsstrategien, Bildungszertifikate, Transaktionskosten, Arbeitgeber, Arbeitnehmer, Sozialstruktur
Die Arbeit analysiert die soziologische Klassenanalyse auf Basis des "total wealth"-Konzepts von Aage B. Sørensen und untersucht, wie ökonomisches, Human- und Sozialkapital als Ressourcen für Marktakteure zur Entstehung von Renten und damit verbundenen Klassenstrukturen beitragen.
Die zentralen Themen sind die rentenbasierte Klassentheorie, die Mechanismen von Investitionen in verschiedene Kapitalformen sowie die strukturelle Bedingtheit von Ausbeutung und Interessenkonflikten in modernen Arbeitsmärkten.
Das Ziel ist es, das "total wealth"-Modell um Humankapital und Sozialkapital zu erweitern, um eine präzisere Analyse von sozialen Ungleichheiten und den daraus resultierenden Klassenkonflikten zu ermöglichen.
Die Arbeit verwendet eine theoretisch-analytische Methode, die auf der Integration von weberianischen und marxistischen Ansätzen durch das rententheoretische Modell von Sørensen sowie Erkenntnissen aus der Humankapitaltheorie und der Netzwerkforschung basiert.
Im Hauptteil werden die spezifischen Kapitalformen (ökonomisch, human, sozial) isoliert betrachtet, ihre Investitionskalküle formalisiert und die Entstehung von Renten in unvollkommenen Märkten sowie deren gesellschaftliche Auswirkungen diskutiert.
Die Arbeit wird durch Begriffe wie "total wealth", Klassenanalyse, ökonomische Rente, Sozialkapital, Humankapital und Ausbeutung charakterisiert.
Während klassische Modelle oft von festen Klassenlagen ausgehen, fokussiert diese Arbeit auf die situative Entstehung von Renten durch unterschiedliche Kapitalressourcen und deren Auswirkung auf individuelle Lebenschancen und Marktinteressen.
Sozialkapital fungiert als relationaler Faktor, der die Investitionsbedingungen (Kosten/Nutzen) für andere Kapitalformen beeinflusst und somit maßgeblich an der Schließung oder Öffnung von Netzwerken und dem Zugang zu Renten beteiligt ist.
Der GRIN Verlag hat sich seit 1998 auf die Veröffentlichung akademischer eBooks und Bücher spezialisiert. Der GRIN Verlag steht damit als erstes Unternehmen für User Generated Quality Content. Die Verlagsseiten GRIN.com, Hausarbeiten.de und Diplomarbeiten24 bieten für Hochschullehrer, Absolventen und Studenten die ideale Plattform, wissenschaftliche Texte wie Hausarbeiten, Referate, Bachelorarbeiten, Masterarbeiten, Diplomarbeiten, Dissertationen und wissenschaftliche Aufsätze einem breiten Publikum zu präsentieren.
Kostenfreie Veröffentlichung: Hausarbeit, Bachelorarbeit, Diplomarbeit, Dissertation, Masterarbeit, Interpretation oder Referat jetzt veröffentlichen!

