Bachelorarbeit, 2021
36 Seiten, Note: 1,0
1. Einleitung
2. Begriffsdefinitionen
2.1 Peers
2.2 Peer-Groups
2.3 Peer-Culture
3. Forschungshistorie
4. Peers und ihre Wirkung im Leben von Kindern und Jugendlichen
4.1 Unterschiede zwischen Peers und Familie im Kontext der Sozialisation
4.2 Die Wirkung von Peers in der Schule
5. Peer-Culture in jeder Schule gleich? Einflussfaktoren auf die Entfaltung einer Schülerkultur
5.1 Peer-Culture und Schulkultur
5.2 Peer-Culture in aufstrebenden Schulformen am Beispiel der Ganztagsschule
6. Peer-Culture in der Schule – ein mikroperspektivischer Blick
6.1 Die Perspektive der Schüler/innen auf die Institution Schule
6.2 Die Entstehung und Bedeutung von Peer-Culture in der Schule
6.3 Erwachsene in der Kultur von Peers – Die Verflochtenheit von Peer-Culture und Lehr kraft
7. Schlussbetrachtung
Diese Arbeit verfolgt das Ziel, eine kulturanalytische Rekonstruktion des Schülerhandelns vorzunehmen, um zu ergründen, wie Peer-Culture im Verhältnis zur Institution Schule steht. Dabei liegt der Fokus darauf, wie Kinder und Jugendliche innerhalb der schulischen Strukturen ihre eigenen sozialen Welten gestalten und inwiefern diese mit dem schulischen Alltag und dem Unterrichtsgeschehen interagieren.
6.2 Die Entstehung und Bedeutung von Peer-Culture in der Schule
Wenn man konkret einen Blick in das Klassenzimmer wirft, wird deutlich, dass die Institution Schule, mit ihrer spezifischen Struktur und ihren Regularien, einen gewissen Rahmen vorgibt. Dieser Rahmen lässt Kinder zu schulischen Akteuren werden und sie somit eine gewisse Rolle einnehmen, wenn sie zur Schule gehen, viel mehr aber noch, wenn sie das Klassenzimmer betreten (De Boer 2009 S.105). Dieses schulische Rollenhandeln stehe jedoch in einem Spannungsverhältnis zur Peer-Culture, da das Handeln als schulischer Akteur nicht aus freiem Willen erfolge, sondern ein, auf die auf die institutionelle Ordnung abgestimmtes, Verhalten sei (ebd.). Somit laufen gerade innerhalb des Unterrichts zwei Prozesse gleichzeitig ab: Zum einen das Agieren als Schüler/in und zum anderen das Verhalten als Peer. Um dieses Spannungsverhältnis greifbarer werden zu lassen, benutzte Jürgen Zinnecker gegen Ende des 20. Jahrhunderts das Bühnenkonzept des Soziologen Erving Goffman und setzte dieses in einen Zusammenhang mit dem Schulgeschehen (Breidenstein & Kelle 2002, S.318). Dieser theoretische Ansatz trennt also offizielles (Vorderbühne) und inoffizielles Geschehen (Hinterbühne) innerhalb des Schulalltages (ebd., S.318).
1. Einleitung: Einführung in die Thematik und Darlegung der Zielsetzung, Peer-Culture als Phänomen im Kontext der schulischen Alltagswelt von Kindern und Jugendlichen zu untersuchen.
2. Begriffsdefinitionen: Klärung der zentralen Begriffe Peers, Peer-Groups und Peer-Culture, um ein einheitliches Verständnis für die Analyse zu schaffen.
3. Forschungshistorie: Überblick über die historische Entwicklung der schulpädagogischen Sichtweise auf Schülerkulturen, von der kritischen Betrachtung hin zur sozialisationstheoretischen Erforschung.
4. Peers und ihre Wirkung im Leben von Kindern und Jugendlichen: Analyse der Bedeutung von Peer-Beziehungen für die Sozialisation und deren differenzierte Wirkung auf den Einzelnen im Schulalltag.
5. Peer-Culture in jeder Schule gleich? Einflussfaktoren auf die Entfaltung einer Schülerkultur: Untersuchung, wie unterschiedliche Schulkulturen und Schulformen wie die Ganztagsschule die Ausprägung peerkultureller Aktivitäten beeinflussen.
6. Peer-Culture in der Schule – ein mikroperspektivischer Blick: Detaillierte Betrachtung des Unterrichtsgeschehens, insbesondere mittels des Bühnenkonzepts, um die Interaktion zwischen Schülern, Lehrkräften und institutionellen Anforderungen zu verdeutlichen.
7. Schlussbetrachtung: Zusammenfassende Synthese der Ergebnisse, die die Omnipräsenz von Peer-Culture als integrale Komponente des schulischen Lebens bestätigt.
Peer-Culture, Schule, Schülerkultur, Sozialisation, Peer-Group, Schulkultur, Unterrichtsgeschehen, Bühnenkonzept, Vorderbühne, Hinterbühne, Schülerhandeln, Interaktion, Ganztagsschule, Identitätsbildung, Schulleistungen.
Die Arbeit untersucht das Verhältnis von Peer-Culture und Schule aus einer kulturanalytischen Perspektive und beleuchtet, wie Schülerinnen und Schüler den Ort Schule als Gestaltungsraum für ihre eigene Kultur nutzen.
Zentrale Themen sind die Sozialisation durch Gleichaltrige, die Bedeutung der Schulkultur für die Entfaltung von Schülerkulturen, die Interaktion im Unterricht sowie die Rolle der Lehrkräfte in diesem Gefüge.
Ziel ist die kulturanalytische Rekonstruktion des Schülerhandelns, um die Frage zu beantworten, wie sich die informelle Kultur der Peers zur offiziellen institutionellen Ordnung der Schule verhält.
Die Arbeit stützt sich primär auf die Auswertung ethnografischer Studien und wissenschaftlicher Beiträge, um das Phänomen aus einer mikroperspektivischen Sichtweise zu erklären.
Der Hauptteil befasst sich mit Begriffsklärungen, der Forschungshistorie, der Wirkung von Peers auf die Sozialisation, dem Einfluss verschiedener Schulkulturen sowie einer detaillierten Analyse des Unterrichtsalltags mittels des Bühnenkonzepts.
Die Arbeit wird durch Begriffe wie Peer-Culture, Schülerhabitus, Vorder- und Hinterbühne, Sozialisation sowie Schulkultur maßgeblich geprägt.
Die Untersuchung zeigt, dass beispielsweise leistungsorientierte Gymnasien weniger Spielraum für peerkulturelle Aktivitäten im Unterricht bieten als reformpädagogische Gesamtschulen oder Ganztagsschulen, wo sich neue Interaktionsräume ergeben.
Die Lehrperson dient Peers häufig als "Ressource" für Unterhaltung oder Gemeinschaftsbildung, wird aber auch zum Gegenstand der Evaluation, des Protests oder der ironischen Distanzierung, um die eigene Rolle zu definieren.
In Anlehnung an Goffman unterscheidet das Konzept zwischen der "Vorderbühne" (offizielles Unterrichtsgeschehen) und der "Hinterbühne" (inoffizielles, peerkulturelles Handeln), die oft gleichzeitig existieren.
Das Zettel-Schreiben fungiert als subversive Praxis, die es Peers ermöglicht, soziale Bindungen und Kommunikation innerhalb der offiziellen Unterrichtsordnung aufrechtzuerhalten, ohne diese direkt zu stören.
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