Masterarbeit, 2021
187 Seiten, Note: 1,0
1 Theoretische Einführung
1.1 Autismus-Spektrum-Störung
1.2 Interaktion
1.3 Interaktionsqualität
2 Die Bedeutung von Interaktion
2.1 Interaktion als Bildungserfahrung
2.2 Interaktionsqualität im ASS-Therapiesetting
2.2.1 Die Betrachtung der Interaktionsqualität
2.2.2 Interaktionsqualität aus Sicht der Expert*innen
2.2.3 Interaktionsqualität im Therapiekontext
2.2.4 Therapeutische Interaktionskompetenzen
3 Forschungsdesign
3.1 Forschungsinteresse und Zielsetzung der Studie
3.2 Theoretischer Rahmen
3.3 Forschungskonzept
3.3.1 Erhebungsmethoden
3.3.2 Auswertungsmethoden
3.3.3 Durchführung und Umfang der Datenerhebung
3.4 Gütekriterien qualitativer Forschung
4 Forschungsethik
4.1 Forschungsethische Grundsätze
4.2 Reflexive Forschungsethik
4.3 Forschungsethik aus erkenntnistheoretischer Perspektive
4.4 Prozessethik
5 Empirische Erhebung
5.1 Datenerhebung
5.1.1 Klassische Therapiemethoden
5.1.2 Innovative Therapiemethoden
5.2 Datenauswertung
5.2.1 Methodendeskription
5.2.2 Methodenumsetzung
5.3 Entwicklung der Marker zur Beurteilung der Interaktion
5.3.1 Verdichtung der Codes
5.3.2 Festlegung der Kategorien
5.3.3 Generierung der Marker
6 Ergebnisdarstellung
6.1 Marker der Kategorie „Austausch und Dialog“
6.1.1 Blickkontakt
6.1.2 Aufmerksamkeit
6.1.3 Anregend Kommunizieren
6.2 Marker der Kategorie „Beziehung erleben“
6.2.1 Austausch von Emotionen
6.2.2 Austausch von Bedürfnissen
6.3 Marker der Kategorie „Aktive Teilnahme“
6.3.1 Präsent sein
6.3.2 Selbstwirksamkeit
6.4 Die Bedeutung des kindlichen Spiels
6.5 Ausblick auf die Item-Ebene
7 Fazit
Ziel dieser Masterarbeit ist die Entwicklung eines theoriegeleiteten und methodenbasierten Verfahrens zur qualitativen Beobachtung und Einschätzung der therapeutischen Interaktionsqualität im ASS-Therapiesetting, um die Interaktion zwischen Therapeut*in und Kind gezielt zu erfassen, zu analysieren und zu auditieren.
6.1.1 Blickkontakt
Der Blickkontakt beschreibt als dynamisches Sehereignis den wechselseitig wahrnehmbaren Augenkontakt zweier Individuen (Röhner und Schütz, 2012, S. 105). Durch den Blickkontakt können Absichten übermittelt, Gefühle ausgedrückt und zwischenmenschliche Interaktionsmomente reguliert werden (ebd., S. 105). Das „National Institute of Physiological Science“ stellt 2015 im Rahmen einer Studie fest, dass ein längerer, in die Augen gerichteter Blickkontakt zweier Menschen, die Gehinaktivität synchronisiert (Hilscher, 2021). Die Synchronisation des Blickkontaktes unterstützt den Kontaktaufbau zwischenmenschlicher Beziehungen und kann als starkes soziales Signal gedeutet werden (Conty, George und Hietanen, 2016, S. 184).
Conty et al. (2016) stellen korrespondierend fest, dass der unmittelbare Blickkontakt zweier Individuen das Bewusstsein über das Selbst stärkt, die Gedächtnisleistung kontextuell präsentierter Informationen verbessert, die Wahrscheinlichkeit prosozialer Verhaltensweisen erhöht und darüber hinaus zu einer positiven Einschätzung des Gegenübers führt (S. 185 ff.). Der unmittelbare Blickkontakt bedingt die Forcierung der physiologischen Erregung, wodurch die kognitive Leistungsfähigkeit und das (Sozial-) Verhalten des Individuums beeinflusst werden. Indessen spielt die Dauer des Blickkontaktes eine wesentliche Rolle. Binettis et al. (2016) empirische Erkenntnisse zeigen auf, dass Blickkontakte mit einer Dauer von 3,2 Sekunden als angenehm empfunden werden. Die Blickdauer von unter einer Sekunde beziehungsweise über neun Sekunden wird hingegen als unangenehm empfunden (Röhner und Schütz, 2012, S. 105).
1 Theoretische Einführung: Einführung in die Grundlagen von Autismus-Spektrum-Störungen, den Begriff der Interaktion und die Bedeutung von Interaktionsqualität.
2 Die Bedeutung von Interaktion: Theoretische Herleitung von Interaktion als Bildungserfahrung und ihre Relevanz im professionellen therapeutischen Kontext.
3 Forschungsdesign: Darstellung des qualitativen methodischen Vorgehens, der Forschungsziele und der theoretischen Einbettung der Studie.
4 Forschungsethik: Reflexion über ethische Grundsätze in der qualitativen Forschung sowie eine kritische Betrachtung der historischen Rolle von Hans Asperger.
5 Empirische Erhebung: Beschreibung der Datenerhebung mittels Experteninterviews und der methodischen Analyse der klassischen und innovativen Therapiemethoden.
6 Ergebnisdarstellung: Detaillierte Präsentation der entwickelten Marker zur Beurteilung der Interaktionsqualität, unterteilt in verschiedene Kategorien.
7 Fazit: Zusammenfassende Reflektion der Forschungsergebnisse und Ausblick auf zukünftige Desiderate in der autismusspezifischen Therapieforschung.
Autismus-Spektrum-Störung, Interaktionsqualität, Therapeutische Intervention, Blickkontakt, Aufmerksamkeit, Beziehungsgestaltung, Aktive Teilnahme, Kindliches Spiel, Qualitative Forschung, Experteninterviews, Kompetenzentwicklung, Inklusion, Selbstwirksamkeit, Partizipation, Emotionsregulation.
Die Arbeit beschäftigt sich mit der Qualität therapeutischer Interaktionen zwischen Therapeut*innen und Kindern mit Autismus-Spektrum-Störungen (ASS) im Therapiesetting.
Die zentralen Felder umfassen die Autismus-Therapie, Interaktionsforschung, entwicklungspsychologische Grundlagen sowie die kindheitspädagogische und sozialpädagogische Perspektive auf Bildungsprozesse.
Wie lässt sich die Interaktionsqualität zwischen einem von ASS betroffenen Kind und einer ASS Therapeut*in innerhalb einer autismusspezifischen Therapiesitzung beobachten und bewerten?
Es handelt sich um eine qualitative Forschungsarbeit, die auf leitfadengestützten Experteninterviews mit nationalen und internationalen Autismus-Therapiezentren basiert, ergänzt durch Inhaltsanalysen.
Der Hauptteil analysiert theoretische Grundlagen, das Forschungsdesign, forschungsethische Aspekte, die empirische Datenerhebung und die Entwicklung spezifischer Marker zur Interaktionsbeurteilung.
Die Arbeit fokussiert auf Themen wie Interaktionsqualität, Therapeutische Intervention, Autismus-Spektrum-Störung, Kommunikation, Selbstwirksamkeit und Partizipation.
Die Marker ermöglichen eine systematische, beobachtbare Einschätzung der Interaktion im ASS-Therapiesetting, für das bislang kaum standardisierte, qualitative Instrumente existierten.
Sie dient als theoretischer Anker, um Lern- und Entwicklungsprozesse in der therapeutischen Interaktion zu verstehen und gezielt zu fördern.
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