Masterarbeit, 2020
118 Seiten, Note: 2,7
Didaktik für das Fach Deutsch - Pädagogik, Sprachwissenschaft
EINLEITUNG
I. THEORETISCHE VERORTUNG UND GRUNDLAGE
1. Forschungsübersicht
2. Begriffsdefinitionen zur Sprachbetrachtung
2.1 Sprachbewusstheit
2.2 Sprachreflexion
2.3 Sprachbetrachtung
2.4 Fazit
3. Integrativer Deutschunterricht
3.1 Begriffsauffassung
3.2 Integrativer Sprachunterricht als Leitlinie in den Fachanforderungen
3.3 Forschungsüberblick und Verständnis von Integration im Deutschunterricht
3.4 Exkurs: Sprachliche Integration seitens der Literaturdidaktik
3.5 Bisherige Literaturauswahlpraktiken
3.5.1 Fazit
4. Potenzial der Sprachbetrachtung im Literaturunterricht
4.1 Fazit
4.2 Forschungsbeispiel – Wortgebrauchsanalyse
5. Definitionen des Wortes
TEIL II SPRACHBEZOGENE BEWERTUNGSKRITERIEN FÜR LITERARISCHE TEXTE
6. Hinführung
7. Anwendungsbereich der Wortgebrauchskriterien
8. Bewertungskriterien
8.1 Kategorie: Sprachwandel
8.1.1 Historisches Potenzial des Wortgebrauchs (Geschichtlichkeit)
8.1.1.a Historisches Potenzial des Wortgebrauchs in der Zeit des Nationalsozialismus (Geschichtlichkeit)
8.1.2 Potenzial einer diachronischen Betrachtungsweise eines Sprachwandels durch den Wortgebrauch (Geschichtlichkeit)
8.1.3 Potenzial von Wortneuschöpfungen im Wortgebrauch (Weiterentwicklung)
8.1.4 Potenzial des Wortgebrauchs für die Thematisierung von Sprachkritik
8.2 Kategorie: Wortschatz
8.2.1 Potenzial zur Erweiterung des Wortschatzes
8.2.1.a Potenzial von festen Wortfügungen im Wortgebrauch
8.2.1.b Potenzial zur Wortfelduntersuchung
8.2.2 Potenzial des Wortgebrauchs für eine Wortverbundanalyse
8.3 Kategorie: Sprachvielfalt
8.3.1 Potenzial der Mehrsprachigkeit im Wortgebrauch
8.3.1.a Potenzial der inneren Mehrsprachigkeit
8.3.1.b Potenzial der äußeren Mehrsprachigkeit
8.4 Kategorie: Sprachliche Gestaltung
8.4.1 Potenzial von ästhetisch-sprachlichen Besonderheiten im Wortgebrauch
8.4.1.a Potenzial des Euphemismus im Wortgebrauch
8.4.2 Potenzial der Polyvalenz des Wortes
8.5 Übergreifende Kriterien
8.5.1 Potenzial des Wortgebrauchs für Textinterpretationen
8.5.2 Potenzial des Wortgebrauchs für textbasierte Charakterisierungen
8.5.3 Potenzial des Wortgebrauchs für Geschlechterrollen
8.5.4 Potenzial des Wortgebrauchs für Stilanalysen
TEIL III: PRAKTISCHE ANWENDUNG
9. Beispielhafte Anwendung der Kriterien
9.1 Auswahl des literarischen Textes
9.2 Untersuchung der literarischen Texte
9.3 Fazit
SCHLUSS
10. Zusammenfassung
11. Ausblick
12. Anhang
Die Arbeit verfolgt das Ziel, einen Kriterienkatalog zu entwickeln, der Lehrkräften bei einer fundierten und reflektierten Auswahl literarischer Texte für den Deutschunterricht unterstützt. Dabei steht die Frage im Fokus, wie sprachwissenschaftliche und sprachdidaktische Ansätze integriert werden können, um das Potenzial des Wortgebrauchs in literarischen Texten für eine vertiefte Sprachbetrachtung zu nutzen und so die literarisch-ästhetische Kompetenz der Lernenden zu fördern.
EINLEITUNG
„Dass Sprache ein so effektives Kommunikationsinstrument ist, hängt damit zusammen, dass die allermeisten Wörter sehr selten, somit nicht vorhersagbar und daher informativ sind “ (Wälchli, Ender 2013: 132).
Mit der Sprache liegt das grundlegende und in allen Lebensbereichen notwendige, menschliche Mittel der Verständigung vor (vgl. Wolf 1974: 11). Sie dient der Kommunikation, der Informationsübertragung und der Informationsspeicherung (vgl. Wolf 1974: 11). Im Betätigungsfeld der Schule ist Sprache „die Metaebene in allen sprachbezogenen Kompetenzbereichen des Deutschunterrichts“ (Bartnitzky 2011: 233). Aus diesem Grund sollte Sprache auch durch ihre Rolle und ihr Mitwirken in jedwedem Bereich integrativ betrachtet werden. Hans Glinz (1993) schreibt, dass das Erlernen von Sprache nur dann in ausreichendem Maße erfolgen kann, „wenn alle Schüler immer wieder zu kommunikativem Handeln herausgefordert werden, und vor allem zum Verstehen und zur Diskussion des [...] Verstandenen“ (Glinz 1993: 363).¹ Somit sind stetig Unterrichtssituationen zu schaffen, in denen Verständnis und Auffassungen kommuniziert werden (vgl. ebd.). Der Umgang mit Texten bietet sich dafür zentral an, denn durch das Lesen „wird jeder Schüler auf eine eigene Weise produktiv [...] ohne daß er sich innerlich zu entblößen braucht“ (ebd.). Der Text bietet eine Art Schutzraum. Bei einem spontanen Gespräch ohne Textgrundlage, auf die Lernende sichdistanziert und ohne Involviertheit beziehen können, kann es zumeist zu einem beharrlichen Schweigen kommen (Glinz 1993: 363). Sprache und Literatur zu vereinen, bietet sich somit in höchstem Maße an.
Literatur selbst ist verschriftlichte Sprache. Somit haben das Lesen und das Textverständnis auch stets etwas mit Sprachkompetenz zu tun. In der Literatur sind Informationen nur dem Text selbst zu entnehmen. Der Konzeption eines Textes liegt damit ein bewusst gewählter Wortgebrauch zugrunde, denn Autoren wählen jedes Wort absichtlich aus, um Informationen über die Handlung, den Inhalt, Gefühle oder Figuren mitzuteilen. Wie in dem Zitat zu Anfang geschrieben, ist jedes Wort stets informativ (vgl. Wälchli, Ender 2013: 132).
EINLEITUNG: Die Einleitung begründet die Relevanz der Verbindung von Sprach- und Literaturunterricht und skizziert das Ziel der Arbeit, einen integrativen Kriterienkatalog zu entwickeln.
I. THEORETISCHE VERORTUNG UND GRUNDLAGE: Dieser Abschnitt erarbeitet die theoretische Basis durch eine Forschungsübersicht, Begriffsdefinitionen sowie die Skizzierung der Konzepte integrativer Deutschunterricht und Sprachbetrachtung.
TEIL II SPRACHBEZOGENE BEWERTUNGSKRITERIEN FÜR LITERARISCHE TEXTE: Hier werden systematisch Bewertungskriterien für literarische Texte entwickelt, unterteilt in die Kategorien Sprachwandel, Wortschatz, Sprachvielfalt, sprachliche Gestaltung und übergreifende Kriterien.
TEIL III: PRAKTISCHE ANWENDUNG: Im letzten Teil werden die entwickelten Kriterien beispielhaft an dem Prosatext „Der hilflose Knabe“ von Bertolt Brecht angewendet, um deren Praxistauglichkeit und Erkenntniswert zu prüfen.
SCHLUSS: Die Arbeit schließt mit einer Zusammenfassung der Ergebnisse und einem Ausblick auf weitere Forschungsperspektiven zur integrativen Sprachbetrachtung.
Deutschunterricht, Literaturunterricht, Sprachbetrachtung, Sprachreflexion, Integrativer Deutschunterricht, Wortgebrauch, Literaturdidaktik, Sprachdidaktik, Sprachwandel, Wortschatzarbeit, Textinterpretation, Kriterienkatalog, Sprachbewusstheit, Sprachkompetenz, Prosatexte
Die Arbeit untersucht das Potenzial einer integrativen Sprachbetrachtung innerhalb des Literaturunterrichts, um Textverstehen und Sprachkompetenz bei Schülern zu fördern.
Die Arbeit verknüpft Konzepte der Deutschdidaktik, insbesondere die theoretischen Grundlagen der Sprachbetrachtung und deren praktische Umsetzung bei der Auswahl und Analyse literarischer Texte.
Das Ziel ist die Erstellung eines Kriterienkatalogs, der Lehrkräften eine fundierte Auswahl und Analyse literarischer Prosatexte ermöglicht, um sowohl literaturwissenschaftliche als auch sprachreflexive Erkenntnisse zu gewinnen.
Die Arbeit basiert auf einer theoretischen Aufarbeitung aktueller fachdidaktischer Diskurse und entwickelt daraus ein anwendungsorientiertes Modell zur Kriterienprüfung, welches abschließend in einer Fallstudie erprobt wird.
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Herleitung von Bewertungskriterien in verschiedenen Kategorien wie Sprachwandel, Wortschatz und sprachliche Gestaltung sowie deren Anwendung auf ein konkretes Textbeispiel.
Zentrale Begriffe sind integrativer Deutschunterricht, Literaturunterricht, Sprachreflexion, Wortgebrauch, Sprachbetrachtung und die Entwicklung von Kriterien zur Textanalyse.
Sie ermöglicht es, über die bloße inhaltliche Erfassung hinauszugehen und durch die Reflexion des Wortgebrauchs tiefere Einsichten in die Konstruktion und Wirkung literarischer Texte zu gewinnen.
Die Anwendung zeigt auf, wie durch eine systematische Untersuchung des Wortgebrauchs spezifische Deutungsansätze und Charakterisierungen abgeleitet werden können, die den Text für Lernende zugänglicher machen.
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