Bachelorarbeit, 2017
135 Seiten, Note: 1,0
1 Einleitung
2 Geschwister und ihre Bedeutung füreinander
2.1 Erläuterung des Begriffs „Geschwister“
2.2 Funktionen von Geschwisterbeziehungen
2.3 Die Geschwisterkonstellation
2.3.1 Die Geschwisterposition
2.3.2 Das Geschlecht
2.3.3 Der Einfluss der Eltern
3 Die Situation der Geschwister von Menschen mit Trisomie 21
3.1 Darstellung der Begriffe „Behinderung“ und „Trisomie 21“
3.2 Die Geschwisterkonstellation im Hinblick auf die besondere Situation
3.2.1 Geschwisterposition und Geschlecht
3.2.2 Der Einfluss der Eltern
3.2.3 Art und Schwere der Behinderung
3.3 Risiken und Belastungen
3.4 Das soziale Umfeld
3.5 Potenziale und Chancen
3.6 Auswirkungen auf den persönlichen Lebenslauf
3.7 Institutionelle Unterstützung für die Geschwister von Menschen Trisomie 21
3.8 Resümee und Fragestellung der Forschung
4 Methode und Vorgehensweise
4.1 Grundannahmen und Fragestellungen
4.2 Methodischer Zugang und Erhebungsmethode
4.3 Durchführung der Untersuchung
5 Ergebnisse der Datenerhebung
5.1 Stichprobenbeschreibung
5.2 Subjektiv erlebte Chancen und Belastungen
5.3 Zeichnungen: Familie als Tiere dargestellt
5.4 Überprüfung der Grundannahmen
5.5 Einordnung der Ergebnisse in den aktuellen Forschungsstand
6 Fazit
Ziel dieser Bachelorarbeit ist es, die Chancen und Herausforderungen für Geschwister im Alltag und bei ihrer persönlichen Entwicklung aufzuzeigen, wenn sie mit einem Bruder oder einer Schwester aufwachsen, der/die die Behinderung Trisomie 21 hat.
3 Die Situation der Geschwister von Menschen mit Trisomie 21
Was ist das Besondere an Geschwistern von Menschen mit Behinderung bzw. mit Trisomie 21? Diese Geschwister wachsen in einem Umfeld auf, welches mehr oder weniger von der Pflege und Sorge des Kindes mit Behinderung geprägt ist. Somit sind spezifische Anforderungen an die Geschwister gestellt. Unter anderem sind sie oft in betreuende und haushälterische Tätigkeiten eingebunden, der elterliche Fokus liegt mehr auf dem Geschwister mit Behinderung und von ihnen wird eine hohe Rücksichtnahme gefordert (vgl. Brock, 2015, S. 250-252). Für einige Geschwister, so beschreibt es Udo Wilken, ist dies eine Bürde, die sie vermutlich lange mit sich tragen werden. Für Andere ist es eher eine Chance, durch die sie lebenspraktische Erfahrungen sammeln, sowie selbstständiger, sozial kompetenter, selbstbewusster etc. werden (vgl. U. Wilken, 2014, S. 36). Die Behinderung eines Kindes wirkt sich also in jeder Familie, auf jedes Geschwister unterschiedlich aus und führt nicht zwangsläufig zu negativen Effekten. Besonders wichtig dabei ist, welche Bedeutung ein Individuum dem Ereignis zuschreibt. Das heißt, ob es die Behinderung als Katastrophe deutet, oder, ob es sie konstruktiv annehmen und bewältigen kann (vgl. Kasten, 1993b, S. 113-115). Dies ist von unterschiedlichen Einflussfaktoren abhängig, die im Verlauf dieses Kapitels dargelegt werden.
1 Einleitung: Einführung in das Thema der Geschwisterbeziehung, Relevanz der Fragestellung im Kontext von Trisomie 21 und kurzer Abriss des methodischen Vorgehens.
2 Geschwister und ihre Bedeutung füreinander: Theoretische Darstellung der Geschwisterbeziehung als horizontaler Sozialisationskontext und der Einflussfaktoren wie Geschwisterposition und Geschlecht.
3 Die Situation der Geschwister von Menschen mit Trisomie 21: Detaillierte Analyse der spezifischen Belastungen, Chancen, des sozialen Umfelds und der notwendigen Unterstützung für Geschwister von Kindern mit Trisomie 21.
4 Methode und Vorgehensweise: Erläuterung der Forschungsannahmen, des qualitativen methodischen Zugangs mittels leitfadenorientierter Interviews und der praktischen Durchführung der Untersuchung.
5 Ergebnisse der Datenerhebung: Vorstellung der Stichprobe sowie Auswertung und Vergleich der interviewten subjektiven Erfahrungen mit den theoretischen Grundannahmen.
6 Fazit: Zusammenfassende Beantwortung der Forschungsfrage sowie Ausblick auf die Bedeutung des Themas für die Soziale Arbeit.
Geschwisterbeziehung, Trisomie 21, Down-Syndrom, Behinderung, Kindesentwicklung, Sozialisationskontext, Geschwisterkonstellation, Qualitative Forschung, Leitfadeninterviews, Belastungen, Chancen, Soziale Arbeit, Familienleben, Geschwisterseminare, Inklusion.
Die Arbeit untersucht das Aufwachsen von Kindern und Jugendlichen, die einen Bruder oder eine Schwester mit Trisomie 21 haben, und beleuchtet dabei sowohl die Belastungen als auch die Chancen dieser spezifischen familiären Konstellation.
Neben der allgemeinen Bedeutung von Geschwisterbeziehungen werden die Auswirkungen der Behinderung auf die Geschwister, der Einfluss der Eltern, das soziale Umfeld und Möglichkeiten der institutionellen Unterstützung thematisiert.
Das primäre Ziel ist es, die subjektive Wahrnehmung der Geschwister hinsichtlich ihres Alltags und ihrer Entwicklung zu erfassen, um ein differenziertes Bild jenseits rein defizitorientierter Sichtweisen zu erhalten.
Es handelt sich um eine qualitative Studie, für die elf leitfadenorientierte Interviews mit Geschwistern im Alter von sechs bis zwanzig Jahren durchgeführt und inhaltsanalytisch ausgewertet wurden.
Der Hauptteil setzt sich intensiv mit der Literatur und den eigenen empirischen Ergebnissen auseinander, wobei Faktoren wie Geschwisterposition, Schuldgefühle, Zukunftssorgen und die Bedeutung der Kommunikation in der Familie im Fokus stehen.
Die wichtigsten Begriffe sind Geschwisterbeziehung, Trisomie 21, Belastungen, Chancen, Sozialisation und Soziale Arbeit.
Die Studie bestätigt, dass ein offener Umgang und eine frühe, altersgerechte Aufklärung durch die Eltern über die Behinderung für die Geschwister essenziell sind, um Verunsicherungen abzubauen und eine positive Bindung zu fördern.
Überraschend für die Forschungsliteratur äußerten sich die befragten Geschwister insgesamt deutlich positiver über ihre Beziehung zum Bruder oder zur Schwester mit Trisomie 21, als es bisherige defizitorientierte Studien vermuten ließen.
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