Magisterarbeit, 2001
106 Seiten, Note: 1,7
I. EINLEITUNG
II. THEORETISCHE GRUNDLAGEN UND PRINZIPIEN
1. Börsenbezogene Grundlagen und Begriffsdefinitionen
1.1. Die Börse und ihre Funktion
1.2. Börsenteilnehmer und Anlagestrategien
1.3. Beeinflussungsfaktoren
2. Marktverhalten und Psychologie
2.1. Markteffizienzhypothese und Börsenpsychologie
2.2. Kognitive Prozesse und Behavioral Finance
2.2.1 Heuristisches Entscheiden
2.2.2 Überreaktionen auf Informationen aufgrund der Verfügbarkeitsheuristik
2.2.3 Unterreaktionen auf Informationen aufgrund der Verankerungsheuristik
2.2.4 Schematisches Denken aufgrund der Repräsentativitätsheuristik
2.3. Massenpsychologische Faktoren
3. Marktkommunikation
3.1. Kommunikationskanäle und symbolische Kommunikation
3.2. Erscheinungsformen der börsenbezogenen Marktkommunikation
3.2.1. Wirtschafts- und Börsennachrichten
3.2.2. Zweckorientierte Empfehlungen
3.2.3. Investor Relations
3.3. Elemente des Kommunikationsprozesses
3.3.1. Der Kommunikator
3.3.2. Die Botschaft
3.3.3. Die Zielgruppe
3.3.4. Das Medium- Mediaanalyse
3.3.5. Die Wirkung
4. Rhetorische Grundlagen für das Börsengeschehen
4.1. Argumentation
4.1.1. Börsenbezogene Dialektik
4.1.2. Argumentationsarten
4.1.3. Argumentationsmuster (Topik)
4.2. Stil und Stilistik
4.2.1. Stilprinzipien
4.2.2. Stilfiguren
5. Analyse des Wirkungsgeschehens unterschiedlicher börsenrelevanter Stellungnahmen
5.1. Stellungnahme mit langfristiger und konservativer Orientierung
5.2. Stellungnahme mit mittelfristiger und konservativ spekulativer Orientierung
5.3. Stellungnahme mit kurzfristiger und spekulativer Orientierung
5.4. Zusammenfassende Wertung
III. RESÜMEE
Die vorliegende Arbeit untersucht die psycholinguistischen Mechanismen und rhetorischen Strategien in börsenbezogenen Stellungnahmen und deren Einfluss auf das Anlageverhalten und Aktienkurse.
I. EINLEITUNG
„Nicht die Tatsachen, sondern die Meinungen über die Tatsachen bestimmen das Zusammenleben.“ Epiktet
Börsenkurse repräsentieren Erwartungen, Visionen und Phantasien. Sie nehmen somit die Wahrscheinlichkeit für zukünftige Entwicklungen vorweg und werden dadurch zu einem Objekt spekulativer Investitionen.
Der Investor selbst orientiert sich hierbei an Informationen, um Chancen und Risiken besser abschätzen zu können. Der Grund hierfür besteht in der dialogischen Natur des Menschen, der sich seiner Umwelt nicht vollständig und auf Dauer entziehen kann. Die Interpretation der Information führt schließlich, im Sinne einer Reiz-Reaktions-Handlung, zu der Entscheidung des Kaufens, Haltens oder Verkaufens von Wertpapieren.
Da die Börse selbst nur eine Schaltstelle ist, deren Dialogfunktion auf die „kühle“ Vermittlung eines Geschäfts beschränkt ist, werden alle dialogischen Bedürfnisse auf Ersatzfiguren übertragen. Diese Übertragung findet fast immer in einem Klima statt, das von einer unsicheren Grundhaltung geprägt ist, da die börsenbezogenen Dialoge grundsätzlich auf die offene Frage ausgerichtet sind, ob dieses oder jenes Investment einen Gewinn bringen wird.
I. EINLEITUNG: Die Einleitung beleuchtet die psychologische Komponente der Börsenkurse und führt in die Thematik der rhetorischen Beeinflussung von Marktteilnehmern ein.
II. THEORETISCHE GRUNDLAGEN UND PRINZIPIEN: Dieses Hauptkapitel umfasst die ökonomischen Grundlagen der Börse, die psychologischen Aspekte des Marktverhaltens sowie die theoretischen Ansätze zur Marktkommunikation und Rhetorik.
III. RESÜMEE: Das Resümee fasst die Erkenntnisse zusammen, dass emotionale und rhetorische Faktoren das Anlageverhalten maßgeblich beeinflussen und oft über rationale Kriterien dominieren.
Börsenpsychologie, Rhetorik, Behavioral Finance, Marktkommunikation, Anlagestrategien, Investor Relations, Argumentation, psycholinguistisches Wirkungsgeschehen, Markteffizienzhypothese, Heuristiken, Börsenkurse, Analysten, Sprachhandeln.
Die Arbeit untersucht, wie rhetorische Mittel in börsenbezogenen Stellungnahmen eingesetzt werden, um das Verhalten von Anlegern zu beeinflussen und damit das Börsengeschehen zu prägen.
Die Schwerpunkte liegen auf der Schnittstelle zwischen Psychologie (insbesondere Behavioral Finance) und Linguistik (Rhetorik) im Kontext des Finanzmarktes.
Das Ziel ist es, die wenig untersuchte Verbindung zwischen Rhetorik börsenbezogener Stellungnahmen und dem tatsächlichen Wirkungsgeschehen bei den Marktteilnehmern aufzuzeigen und zu erörtern.
Der Autor führt eine psycholinguistische Untersuchung durch, bei der sowohl wissenschaftliche als auch populärwissenschaftliche Literatur herangezogen und empirisch anhand von Beispielen aus der Sendung „3Sat-Börse“ analysiert wird.
Der Hauptteil gliedert sich in theoretische Grundlagen zu Börsenmechanismen, psychologische Anomalien (Heuristiken), Modelle der Marktkommunikation sowie die Anwendung rhetorischer Stillehren und Argumentationsmuster auf börsenrelevante Texte.
Wichtige Begriffe sind unter anderem Börsenpsychologie, Behavioral Finance, Rhetorik, Investor Relations, Argumentationsmuster und psycholinguistisches Wirkungsgeschehen.
Die Verfügbarkeitsheuristik führt dazu, dass Anleger Informationen, die anschaulich, aktuell und häufig kommuniziert werden, bei ihrer Entscheidungsfindung übergewichten, was zu Kursübertreibungen führen kann.
Der Autor ordnet diesen Begriff als Euphemismus ein, der genutzt wird, um Verkaufsentscheidungen oder Strategiewechsel zu begründen, wenn rationale Argumente (die „Fundamentals“) nicht mehr ausreichen.
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