Masterarbeit, 2021
64 Seiten, Note: 1,0
EINLEITUNG
1 METHODIK
2 ZUM FORSCHUNGSSTAND DES SELBSTKONZEPTS
2.1 BEGRIFFSBESTIMMUNG UND -ABGRENZUNG ZU ANDEREN SELBSTTHEORIEN
2.2 FORSCHUNGSPERSPEKTIVEN, ENTWICKLUNG UND MESSUNG DES SELBSTKONZEPTS
2.3 BEDEUTUNG DES FÄHIGKEITSSELBSTKONZEPTS IN DER GRUNDSCHULE
2.4 SACHUNTERRICHTSSPEZIFISCHE UND NATURWISSENSCHAFTLICHE FÄHIGKEITSSELBSTKONZEPTE
2.5 ZWISCHENFAZIT
3 ZUM THEORETISCHEN HINTERGRUND DES NATURWISSENSCHAFTLICHEN LERNENS IM SACHUNTERRICHT
3.1 NATURWISSENSCHAFTLICHES LERNEN: GRUNDBILDUNG ODER „SCIENTIFIC LITERACY“
3.2 DER LERNBEGRIFF AUS ENTWICKLUNGS- UND KOGNITIONSPSYCHOLOGISCHER SICHT
3.3 ORIENTIERUNG AN SCHÜLERVORSTELLUNGEN
3.4 EINE KONSTRUKTIVISTISCHE PERSPEKTIVE: DER CONCEPTUAL-CHANGE-ANSATZ
3.5 DIE BEFÄHIGUNG ZUM (NATUR-)WISSENSCHAFTLICHEN DENKEN
3.6 ZWISCHENFAZIT
4 GESCHLECHTSSPEZIFISCHE DISPARITÄTEN MATHEMATISCH NATURWISSENSCHAFTLICHER LEISTUNGEN UND DES FÄHIGKEITSSELBSTKONZEPTS WÄHREND DER GRUNDSCHULZEIT
4.1 ZUR KONTROVERSE GESCHLECHTSSPEZIFISCHER LEISTUNGSDIVERGENZEN IM MATHEMATISCH NATURWISSENSCHAFTLICHEN UNTERRICHT
4.2 ERKLÄRUNGSANSÄTZE FÜR EIN GERINGES MATHEMATISCH-TECHNISCHES SELBSTKONZEPT VON GRUNDSCHÜLERINNEN
5 DISKUSSION
5.1 ZUSAMMENFASSUNG DER ERGEBNISSE UND SCHLUSSFOLGERUNGEN
5.2 PRAKTISCHE IMPLIKATIONEN FÜR DEN SACHUNTERRICHT
5.3 LIMITATIONEN UND FORSCHUNGSDESIDERATA
6 FAZIT
Die vorliegende Arbeit untersucht das Konstrukt des Selbstkonzepts, insbesondere das naturwissenschaftliche Fähigkeitsselbstkonzept bei Mädchen im Grundschulalter, und analysiert den theoretischen Rahmen naturwissenschaftlichen Lernens im Sachunterricht, um die Rolle domänenspezifischer Selbstkonzepte vor dem Hintergrund geschlechtsspezifischer Disparitäten zu klären.
3.3 Orientierung an Schülervorstellungen
Zum Ende der 1970er Jahre wurde durch Martin Wagenscheins genetischer Lehr- und Lerntheorie die Basis für das bis heute bestehende Paradigma gelegt, dem Lehrende folgen, wenn sie an Vorwissen und Denkweisen von Schüler/-innen anknüpfen (vgl. Möller 2018, S. 36). So sei genetisches Lernen eine Folgekonstruktion aus zurückliegenden Naturerfahrungen der Kinder. Wagenscheins Analogie zum „Brückenbau“ charakterisiert das Lernen als Verbindung von altem Wissen mit dem Neuen (vgl. Labudde 1996, S. 171). Lernende differenzieren in dieser Hinsicht altes und neues Wissen, bilden neue Begriffe und Theorien sowie notwendige Methoden aus. Zeitgenossen wie Ausubel (1968, S. 6) waren sich der Bedeutung einer didaktischen Bezugnahme auf Vorkenntnisse bzw. Vorstellungen der Lernenden als wichtigen und lernbestimmenden Faktor ebenfalls bewusst. Auch wenn angenommen werden kann, dass Schüler/-innen in allen Fächern mit individuellen Vorkenntnissen in die Schule eintreten, so scheint speziell für den vielperspektivischen Sachunterricht eine dezidierte Betrachtung der Schülervorstellungen von besonderer Bedeutung zu sein, da sich hier wissenschaftliche Konzepte zahlreicher Stoffe aus unterschiedlichen Disziplinen zusammenfinden.
In der allgemeinen Didaktik wird dieses Vorwissen als Präkonzept bezeichnet, wobei es sich um keinen eindeutig abgrenzbaren Terminus handelt, da sich der theoretische Rahmen „facettenreich“ (vgl. Wiesemann & Wille 2014, S. 3), aber unpräzise darstellt. Häufig finden sich Synonyme wie „Alltagsvorstellungen“ oder „Vorerfahrungen“ (vgl. Möller 2001, S. 20). Ein aktueller Versuch einer sehr allgemeinen Begriffsbestimmung stammt von Möller (2018, S. 35), allerdings mit dem Hinweis, dass es keine einheitliche Definition geben könne: „Ganz allgemein können unter Schülervorstellungen [Hervorh. im Original] Vorstellungen verstanden werden, die von Schülerinnen und Schülern vor bzw. neben dem Unterricht, im Unterricht und auch nach dem Unterricht gebildet werden“.
1 METHODIK: Dieses Kapitel erläutert die Literaturrecherche unter Verwendung gängiger Datenbanken und Suchmethoden wie der "Schneeballmethode", um den aktuellen Forschungsstand zu erfassen.
2 ZUM FORSCHUNGSSTAND DES SELBSTKONZEPTS: Hier werden theoretische Grundlagen des Selbstkonzepts und des Fähigkeitsselbstkonzepts (FSK) sowie deren Bedeutung und Messung in der Grundschule beleuchtet.
3 ZUM THEORETISCHEN HINTERGRUND DES NATURWISSENSCHAFTLICHEN LERNENS IM SACHUNTERRICHT: Dieses Kapitel behandelt Konzepte wie "Scientific Literacy", den Conceptual-Change-Ansatz und die Bedeutung von Schülervorstellungen für den Lernprozess.
4 GESCHLECHTSSPEZIFISCHE DISPARITÄTEN MATHEMATISCH NATURWISSENSCHAFTLICHER LEISTUNGEN UND DES FÄHIGKEITSSELBSTKONZEPTS WÄHREND DER GRUNDSCHULZEIT: Es werden die Kontroverse um Leistungsunterschiede sowie Erklärungsansätze für die geringere Selbsteinschätzung von Mädchen bei mathematisch-technischen Aufgaben diskutiert.
5 DISKUSSION: Das Kapitel führt die Ergebnisse zusammen, leitet praktische Implikationen für den Sachunterricht ab und benennt Limitationen sowie Forschungsdesiderata.
6 FAZIT: Das Fazit fasst die zentralen Erkenntnisse zusammen und reflektiert über die Notwendigkeit einer differenzierten Leistungsbewertung zur Förderung von Mädchen in MINT-Bereichen.
Selbstkonzept, Fähigkeitsselbstkonzept, Grundschule, Sachunterricht, naturwissenschaftliches Lernen, Geschlechtsunterschiede, MINT, Schülervorstellungen, Präkonzepte, Conceptual-Change, Scientific Literacy, Leistungsmotivation, Geschlechtsstereotype, Mädchen, Förderung.
Die Arbeit untersucht die Entwicklung und die Rolle des Fähigkeitsselbstkonzepts (FSK) bei Grundschulkindern, insbesondere bei Mädchen, im Kontext des naturwissenschaftlichen Lernens im Sachunterricht und den dort auftretenden geschlechtsspezifischen Unterschieden.
Die zentralen Themen sind die Selbstkonzeptforschung, die theoretischen Grundlagen des Sachunterrichts, der Conceptual-Change-Ansatz sowie die Analyse geschlechtsbezogener Leistungs- und Motivationsunterschiede.
Das Ziel ist es, die Bedeutung domänenspezifischer Selbstkonzepte für das naturwissenschaftliche Lernen zu ergründen und aufzuzeigen, wie geschlechtsspezifische Stereotype und Erwartungen die Selbsteinschätzung von Mädchen beeinflussen.
Es handelt sich um eine systematische Literaturarbeit, die durch Datenbankrecherche und die sogenannte Schneeballmethode aktuelle wissenschaftliche Erkenntnisse zusammenführt und analysiert.
Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung des Forschungsstands zum Selbstkonzept, die theoretische Fundierung des naturwissenschaftlichen Lernens sowie die Diskussion spezifischer Disparitäten bei Mädchen in der Grundschule.
Zu den prägenden Begriffen zählen Selbstkonzept, Fähigkeitsselbstkonzept, Grundschule, Sachunterricht, naturwissenschaftliche Bildung, MINT und Geschlechterunterschiede.
Es bietet einen internationalen Bezugsrahmen für die naturwissenschaftliche Grundbildung, der hilft, prozedurales und konzeptuelles Wissen im Sachunterricht besser zu definieren.
Die Autorin plädiert für ein positives, geschlechtsneutrales Feedback, eine bewusste Rollenverteilung bei Experimenten und eine Abkehr von leistungshomogenen Gruppen hin zu kooperativen Lernformen.
Noten intensivieren soziale Vergleiche und Leistungsdruck, was laut der Arbeit dazu führen kann, dass Kinder ihre Fähigkeitseinschätzungen korrigieren, wobei Mädchen in MINT-Fächern häufiger dazu neigen, ihr Können geringer einzuschätzen.
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