Bachelorarbeit, 2021
51 Seiten, Note: 1,3
1 Einleitung
2 Landnutzungskonflikte
2.1 Landnutzungskonflikte in der Politischen Ökologie
2.2 Bürgerproteste gegen Bauvorhaben
2.3 Methodik
3 Bau der Tesla-Gigafactory in Grünheide
3.1 Strukturveränderungen
3.1.1 Wirtschaft und Arbeitsmarkt
3.1.2 Infrastruktur
3.1.3 Ökologie
3.2 Konfliktverlauf
4 Akteur*innen im Tesla-Konflikt
4.1 Gegner*innen
4.1.1 Bürgerinitiative Grünheide
4.1.2 Naturschutzverbände
4.1.3 Wasserverband Strausberg-Erkner
4.2 Befürwortende
4.3 Politik
4.4 Tesla
4.5 Konfliktkonstellation
5 Fazit
Diese Bachelorarbeit analysiert den Landnutzungskonflikt um den Bau der Tesla-Gigafactory in Grünheide aus der Perspektive der Politischen Ökologie. Die zentrale Forschungsfrage untersucht dabei, wie die Konfliktkonstellation im Hinblick auf die beteiligten Akteur*innen und deren Positionen innerhalb dieses Konfliktfeldes ausgestaltet ist.
4.1.1 Bürgerinitiative Grünheide
In Kapitel 2.2 wurde die Tatsache benannt, dass Bauvorhaben im Bereich Klimaschutz in der Regel eine breite Zustimmung erfahren, sich aber lokale Proteste formieren. Dies zeigt sich auch beim Bau der Gigafactory: Laut einer Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Civey im November 2019 werteten rund 70 Prozent der Brandenburger*innen die Tesla-Ansiedlung positiv, 13 Prozent negativ (vgl. LEMKEMEYER 2019). Allerdings wurde die Umfrage erhoben, bevor die Strukturveränderungen mediale Aufmerksamkeit erhielten. Eine zweite Umfrage im Frühjahr 2020 von Forsa ergab schließlich noch höhere Zustimmungswerte von mehr als 80 Prozent unter den Brandenburger*innen (vgl. RBB 2020). Zu Spitzenzeiten protestierten etwa 200 bis 300 Gegner*innen aus der Region, weshalb der RBB angesichts der Einwohnerzahl der Gemeinde Grünheide (Mark) von 8800 vermutet, dass auch regional eher Zustimmung zum Fabrikbau herrscht (vgl. ebd.). Berücksichtigt werden muss, dass die Protestierenden höchstwahrscheinlich nicht nur aus dem Ort Grünheide stammen und demnach in Anbetracht der betroffenen Anwohner*innen nur einen geringen Bruchteil ausmachen. Hier existieren allerdings keine repräsentativen Umfragen, sodass die lokalen Zustimmungswerte spekulativ bleiben.
Ein Teil der Anwohner*innen rund um das Fabrikgelände beteiligt sich in der BI Grünheide. Da diese ihre Positionen und Aktivitäten auf einer eigenen Webseite veröffentlicht, können Interessen und Handlungen nachvollzogen werden. Die Standpunkte anderer, nicht öffentlich am Konflikt beteiligter Anwohner*innen, müssten in Form von Interviews oder Umfragen ermittelt werden. Die hier erläuterten Positionen geben also lediglich einen Ausschnitt aus der Meinungsvielfalt zum Fabrikbau am Beispiel der BI Grünheide wieder.
1 Einleitung: Vorstellung des Bauvorhabens der Tesla-Gigafactory als Projekt der Superlative und Einbettung in den Kontext aktueller Bürgerproteste gegen Großbauvorhaben.
2 Landnutzungskonflikte: Theoretische Rahmung des Konflikts mittels Ansätzen der Politischen Ökologie und Erläuterung der Bedeutung von Bürgerprotesten bei Infrastrukturvorhaben.
3 Bau der Tesla-Gigafactory in Grünheide: Detaillierte Darstellung des Standorts, der Strukturveränderungen in Wirtschaft, Infrastruktur und Ökologie sowie Rekonstruktion des bisherigen Konfliktverlaufs.
4 Akteur*innen im Tesla-Konflikt: Kernanalyse der Interessen, Strategien und Machtpositionen der beteiligten Akteure (Gegner, Befürworter, Politik, Tesla) und Synthese zur Konfliktkonstellation.
5 Fazit: Zusammenfassende Beantwortung der Forschungsfrage und Diskussion von Lösungsansätzen für eine bessere Integration von Bürgerbeteiligung bei zukünftigen Projekten.
Tesla-Gigafactory, Grünheide, Landnutzungskonflikt, Politische Ökologie, Bürgerproteste, Bürgerinitiative, Naturschutz, Strukturveränderungen, Akteursanalyse, Machtressourcen, Genehmigungsverfahren, Klimaschutz, Standortwahl, Partizipation, Infrastruktur.
Die Arbeit untersucht den Landnutzungskonflikt um den Bau der Tesla-Gigafactory in Grünheide aus einer geographischen Perspektive, insbesondere unter Anwendung der Politischen Ökologie.
Die zentralen Themen umfassen die Auswirkungen der Fabrikansiedlung auf Wirtschaft, Infrastruktur und Ökologie sowie die damit verbundenen sozialen und politischen Spannungen.
Ziel ist es, die spezifische Konfliktkonstellation rund um die Gigafactory zu analysieren, wobei der Fokus auf den Akteuren, ihren Positionen im Konfliktfeld und deren Machtverhältnissen liegt.
Die Autorin nutzt den Konfliktfeldansatz nach Dietz & Engels (2018) und stützt sich dabei methodisch auf die Auswertung von grauer Literatur, journalistischen Medienberichten und Internetauftritten der beteiligten Akteure.
Der Hauptteil widmet sich der detaillierten Analyse der Akteure (Gegner, Befürworter, Politik, Tesla), ihrer Interessen, der verwendeten Narrative sowie der Bewertung ihrer Machtressourcen.
Wesentliche Begriffe sind Tesla-Gigafactory, Landnutzungskonflikt, Politische Ökologie, Bürgerproteste, Akteursanalyse und Genehmigungsverfahren.
Während die Bürgerinitiative eher durch Proteste und Öffentlichkeitsarbeit agiert, verfügen Naturschutzverbände durch das Verbandsklagerecht über eine rechtlich stärkere und informierte Position im Genehmigungsverfahren.
Die Politik fungiert als treibende Kraft für die Ansiedlung, versucht aber gleichzeitig zwischen den wirtschaftlichen Interessen Teslas und den Sorgen der Bürger zu vermitteln, wobei sie Tesla politisch stark unterstützt.
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