Diplomarbeit, 2002
155 Seiten, Note: sehr gut
Vorwort
1. Einleitung
1.1) Behinderung und Begabung – ein unüberwindbarer Gegensatz?
2. Begabungsförderung als Wissenschaft
2.1) Was versteht man unter dem Begriff „Begabung“?
2.2) Modelle der Hochbegabung
2.2.1) Das Drei-Ringe-Modell nach Renzulli
2.2.2) Das Triadische Interdependenzmodell nach Mönks sowie dessen Erweiterung
2.2.3) Das Münchner Begabungsmodell
2.3) Begabung, Intelligenz, Kreativität und Motivation
2.3.1) Begabung und Intelligenz
2.3.2) Kreativität und Begabung – lässt sich Kreativität überhaupt beschreiben?
2.3.2.1) Kreativität als universeller Terminus – verschiedene allgemeine Ansätze
2.3.2.2) Kreativität aus evolutionärer Sicht
2.3.2.3) Kreativität aus anthropologischer und humanistischer Sicht
2.4) Weitere Sichtweisen zum Begriff Kreativität
2.4.1) Das 4p – U – Interaktionsmodell
2.4.2) Das Komponentenmodell nach Urban
2.4.3) Kann man Kreativität messen?
2.5) Zusammenfassung und Vorausschau
3. Identifikation von Begabungen
3.1) Der pädagogische „Potential – Ansatz“
3.2) Der dynamische Begabungsbegriff
3.2.1) Entwicklung von Begabungen in Zusammenhang mit der Vererbungslehre
3.3) Wie kann man Begabungen erkennen und adäquat fördern?
3.3.1) Searching
3.3.2) Screening
3.4) Behinderung und Begabung
3.5) Zusammenfassung und Vorausschau
4. Schwerhörigkeit und Gehörlosigkeit als Formen einer spezifischen Behinderung
4.1) Definition des Begriffs Hörschädigung
4.2) Weitere Begriffsbestimmungen
4.2.1) Schwerhörigkeit
4.2.2) Gehörlosigkeit
4.2.3) Die Gruppe der Hörauffälligen
4.2.4) Hörsprachbehinderte
4.2.5) Menschen, die im Sprachbesitz ertaubt sind
4.3) Der Aufbau des Ohres und der Hörvorgang
4.3.1) Wann sprechen wir von Schwerhörigkeit, wann von Gehörlosigkeit?
4.4) Die Sprach- und Hörentwicklung beim schwerhörigen bzw. gehörlosen Kind
4.4.1) Die normale Sprachentwicklung
4.4.1.1) Die Hör- und Sprachentwicklung im Säuglingsalter
4.4.1.2) Das Kleinkindalter (2. und 3. Lebensjahr)
4.4.1.3) Das jüngere Vorschulkind (4. und 5. Lebensjahr)
4.4.2) Die Hör- und Sprachentwicklung beim hörgeschädigten Kind und die Problematik in der verbalen bzw. nonverbalen Kommunikation
4.3) Zusammenfassung
5. Sprachliche Förderung bei gehörlosen und schwerhörigen Kindern
5.1) Förderung durch Lautsprache
5.2) Der Eltern-Kind-Dialog mit dem hörgeschädigten Kind als Voraussetzung für eine optimale Frühförderung
5.2.1) Fördermöglichkeiten im Alltag
5.3) Entwicklung von Sprechfertigkeiten bei schwerhörigen und gehörlosen Kindern
5.4) Die Rolle des Gedächtnisse bei der Automatisierung von Sprechfertigkeiten
5.5) Frühförderung von hörgeschädigten Kindern
5.5.1) Förderung im Spiel
5.5.1.1) Geräuschspiele
5.5.1.2) Räumspiele
5.5.1.3) Bewegungsspiele
5.5.1.4) Spiele mit Papier, Farbe und Knete
5.5.1.5) Rollenspiele
5.5.1.5) Bücher
5.6) Das Cochlear-Implantat als Zukunftsperspektive für gehörlose Kinder
5.7) Zusammenfassung
6 Gebärden
6.1) Was versteht man unter dem Begriff „Gebärdensprache“?
6.1.1) Arten von Gebärden
6.2) Förderung durch Gebärdensprache
6.2.1) Geschichte der Schwerhörigen- und Gehörlosenpädagogik
6.3) Lautsprache und Gebärdensprache – ein Vergleich
6.3.1) Gebärdensyntax
6.4) Gebärdensprache versus Lautsprache
6.4.1) Hat die Gebärdensprache eine negative Auswirkung auf die Lautsprache?
6.4.2) Zusammenfassung und Vorausschau
7. Begabungsförderung von Gehörlosen und Schwerhörigen in der Schule und im Beruf
7.1) Das Zweisprachenmodell
7.2) Begabungsförderung bei schwerhörigen und gehörlosen Kindern, aber wie?
7.2.1) Das Prinzip der Normalisierung
7.3) Begabungsförderung durch den begabenden Lehrer
7.3.1) Der begabende Lehrer in der Schwerhörigen- und Gehörlosenpädagogik als Helfer zur Identitätsfindung
7.4) Bildung und Erziehung von Schwerhörigen und Gehörlosen in der Schule
7.4.1) Didaktik und Charakterisierung des Unterrichts
7.4.2) Umsetzung im Unterricht durch den begabenden Lehrer
7.4.2.1) Die Gestaltung des Klassenraums und das Wissen über die auditive Perzeption
7.4.3) Der Einsatz von technischen Hilfsmitteln wie Hörgerät oder Mikroportanlage
7.4.4) Lern- und Sozialformen
7.5) Gesprächsformen im Unterricht und Methoden des Erarbeitens
7.5.1) Das katechisierende Unterrichtsgespräch
7.5.2) Das hermeneutische und heuristische Unterrichtsgespräch
7.5.3) Gesprächstechniken
7.6) Musik und Rhythmik als Erziehungs- und Fördermittel im Schwerhörigen und Gehörlosenunterricht
7.7) Sollen hörgeschädigte besser spezial oder integrativ unterrichtet werden?
7.7.1) Die Essener Schule, eine Erfolgsgeschichte, die für die Spezialschule spricht
7.7.2) Schwerhörige und Gehörlose in Integrationsklassen. Möglichkeiten aber auch Grenzen der Integration
7.7.3) Die Malerschule Baden (Schloss Leesdorf) – ein gelungenes Beispiel für die Integration Gehörloser und Schwerhöriger
7.8) Zusammenfassung
8. Erfahrungsbericht aus dem Blockpraktikum an einer Spezialschule für schwerhörige Kinder
9. Schlusswort
Diese Arbeit zielt darauf ab, die theoretischen Grundlagen der Begabungsförderung auf hörgeschädigte und gehörlose Kinder zu übertragen und zu untersuchen, inwieweit Begabungsförderung in diesem Kontext gelingen kann. Die zentrale Forschungsfrage untersucht, ob eine behindertenfreundliche Umwelt und gezielte Förderung die Entfaltung von Potenzialen trotz Einschränkungen des auditiven Systems ermöglichen können.
3.1) Der pädagogische „Potential – Ansatz“
Leopold Kratochwil (1994) behauptet in Anlehnung an Renzulli´s Drei – Ringe – Modell, dass Kinder zu den „potentiell Begabten“ zählen. Neben den drei Begabungsfaktoren sind für die Begabung – wie für die menschliche Entwicklung überhaupt weitere drei Faktoren entscheidend:
a) Die „Erbwelt“ bzw. die Anlage, das genetische Potential als endogener Faktor.
b) Die Umwelteinflüsse mit ihren Lernangeboten (dazu zählen auch das Lebens-, Lern- und Arbeitsklima sowie das Milieu vor allem in Familie, Schule und Peergroup.
c) Vom aktiven Ich-Selbst. Die Art und Intensität der individuellen Selbststeuerung ist ein wesentliches Kriterium (vgl. Kratochwil 1994, S. 120f.).
Nach Kratochwil sind Kinder potentiell begabt („potentially gifted“) und Erwachsene manifest („mainfestly giftet“). Beim „Potential – Ansatz“ sind nicht nur die bereits erbrachten Leistungen der Maßstab für die Förderung, sondern auch die zugemuteten/zumutbaren Leistungen, was die Annahme von Dispositionen (Bereitschaften) und Potentialen als Grundlage für Kompetenzen (Fähigkeiten) bedeutet (vgl. Kratochwil 1994, S. 121).
1. Einleitung: Diese Einleitung reflektiert die anfängliche Schwierigkeit, Begabungsförderung bei behinderten Kindern in der Literatur zu finden, und etabliert das Normalisierungsprinzip als Leitgedanken der Arbeit.
2. Begabungsförderung als Wissenschaft: Hier werden theoretische Modelle der Begabung vorgestellt, wobei besonders die Interaktion von Intelligenz, Kreativität und Motivation hervorgehoben wird.
3. Identifikation von Begabungen: Dieses Kapitel widmet sich den Methoden des "Searching" und "Screening", um Potenziale bei Schülern systematisch zu erkennen.
4. Schwerhörigkeit und Gehörlosigkeit als Formen einer spezifischen Behinderung: Eine detaillierte medizinische und pädagogische Einordnung von Hörschädigungen und deren Auswirkungen auf die Sprachentwicklung.
5. Sprachliche Förderung bei gehörlosen und schwerhörigen Kindern: Fokus auf orale Fördermöglichkeiten, Hörerziehung und die Bedeutung der frühkindlichen Sprachentwicklung.
6 Gebärden: Untersuchung der Gebärdensprache als eigenständiges Kommunikationssystem und der damit verbundenen pädagogischen Debatten.
7. Begabungsförderung von Gehörlosen und Schwerhörigen in der Schule und im Beruf: Analyse verschiedener Unterrichtsformen und didaktischer Ansätze für die schulische Inklusion und Förderung.
Begabungsförderung, Hörschädigung, Schwerhörigkeit, Gehörlosigkeit, Normalisierungsprinzip, Lautsprache, Gebärdensprache, Identitätsfindung, Inklusion, Sonderpädagogik, Potenzialansatz, Frühförderung, Lernumwelt, Kommunikation.
Die Arbeit untersucht die Möglichkeiten der Begabungsförderung bei schwerhörigen und gehörlosen Kindern, indem sie moderne pädagogische Theorien mit den spezifischen Bedürfnissen hörgeschädigter Schüler verbindet.
Die Schwerpunkte liegen auf Begabungsmodellen, der Sprachentwicklung bei Hörschädigungen sowie den didaktischen Methoden der Förderung in Schule und Unterricht.
Ziel ist es zu verifizieren, dass Begabungsförderung auch bei hörgeschädigten Kindern möglich und notwendig ist, wenn eine entsprechende, unterstützende Umwelt geschaffen wird.
Es handelt sich um eine literaturgestützte Analyse, ergänzt durch einen Erfahrungsbericht aus einem schulpraktischen Einsatz an einer Spezialschule.
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Fundierung der Begabung, die medizinische und entwicklungspsychologische Einordnung der Hörschädigung sowie die Diskussion pädagogischer Förderkonzepte (Laut- vs. Gebärdensprache, Integration vs. Spezialschule).
Kernbegriffe sind Begabungsförderung, Hörschädigung, Normalisierungsprinzip, Laut- und Gebärdensprache sowie Inklusion.
Die Sprache gilt als zentraler Ausgangspunkt, da sie die Basis für kognitive und soziale Fähigkeiten bildet und somit essenziell für die Identitätsfindung und den Bildungserfolg ist.
Der Autor tendiert aufgrund seiner praktischen Erfahrungen im Blockpraktikum eher zum separaten Unterricht in Spezialschulen, betont jedoch, dass eine begabungsfreundliche Lernkultur grundsätzlich in allen Schulformen möglich sein sollte.
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