Bachelorarbeit, 2021
44 Seiten, Note: 1,3
Einleitung
1. Begriffserklärungen
1.1 Arbeit
1.2 Work-Life-Balance
1.3 Entgrenzung der Arbeit
2. Geschichte und Narrative der Arbeit
2.1 Die Entwicklung des Arbeitens
2.2 Trennung von Arbeitszeit und Freizeit
2.3 Die Entwicklung des (neo-)liberalen Geistes
3. Vorstellungen der Arbeitswelt 4.0
3.1 New Work
3.2 Home-Office
3.3 Das unternehmerische Selbst
4. Corona als Beschleuniger des New Work
4.1 Veränderung der Arbeitskultur
4.2 Herausforderungen des Home-Office
4.3 Das Privileg „Home-Office“
4.4 Prinzipal-Agent Dilemma – Zwischen Autonomie und Kontrolle
5. Diskussion
6. Fazit
Diese Arbeit analysiert, inwiefern die COVID-19-Pandemie als Beschleuniger für die Verbreitung und Akzeptanz des „New Work“-Konzepts sowie des Home-Office fungiert hat und welche Auswirkungen dieser Wandel auf die Arbeitsorganisation und die soziale Ungleichheit hat.
3.1 New Work
Als Erfinder des New Work Movements gilt der österreichisch-amerikanische Philosoph und Anthropologe Frithjof Bergmann. Bereits in den 1970er Jahren beschäftigte er sich mit den Fragen der neuentstehenden Arbeitsverhältnisse durch Automatisierungsprozesse in den Automobilfabriken der USA. Er fordert die Ablösung des klassischen Lohnarbeitssystems, des „Arbeiten-müssen-um-Geld-zu-verdienen“ hin zur „Arbeit, die wir wirklich, wirklich wollen“ (vgl. Bergmann 2004). Hierbei soll der Mensch gezielt bei seiner beruflichen Arbeitsfindung unterstützt werden, die jener wirklich ausführen will. Bergmann begründet die Alternative zur Lohnarbeit damit, dass „die Macht der Lohnarbeit über die Menschen, die Vergeudung menschlicher Fähigkeiten und Kreativität [...] so schnell wie möglich beendet werden [muss]“ (Bergmann 2007, S.39). Die Nutzung der Fähigkeiten und Entfaltung des Subjekts durch Kreativität bilden hier die Prämisse Bergmanns. Der Begriff der „Vergeudung“ spricht dafür, dass der Mensch seine Fähigkeiten sinnvoller nutzen soll anstelle der klassischen routinierten Erwerbsarbeit. Ziel der „Neuen Arbeit“ sei es, „den Menschen ein freies und selbstbestimmtes Leben zu ermöglichen“ (ebd.).
Ebenso gelten Sabine und Alexander Kluge, Leiter einer Beratungsfirma um das Thema „Digitale Transformation“, als Vorreiter der Umsetzung von New Work Prinzipien. Unter dem Begriff „Graswurzelinitiative“ stehen sie für „Kulturwandel, Demokratisierung, Homeoffice und offene Kommunikation“ in Unternehmen, deren Ansprüche an die New Work Mentalität gerecht werden sollen (vgl. Straub 2020, S.12). Der Begriff „Graswurzel“ (engl.: grass root) stammt aus der US-amerikanischen Bürgerbewegung. Hierbei soll „von unten heraus eine „neue Entstehungsform sozialer Initiativen und Bewegungen“ hierarchiefrei gebildet werden (Lautmann 2011a, S.258). Dabei wollen die „Graswurzler den Kapitalismus nicht überwinden, sondern verbessern“ (Straub 2020, S.13). New Work setzt eine veränderte Arbeitseinstellung der klassischen Lohnarbeit voraus und fordert einen Kulturwandel. Ein weiteres Verständnis stellt die New Work Charta der Humanify GmbH des Arbeitspsychologen Markus Väth dar. Die humanistische Grundlage formuliert er in fünf Prinzipien, die im Unternehmensalltag widergespiegelt werden sollen. Diese bestehen aus: „Freiheit, Selbstverantwortung, Sinn, Entwicklung und soziale Verantwortung“ (Schermuly und Geissler 2020, S.46).
Einleitung: Die Einleitung führt in die Problematik ein, wie die Corona-Pandemie das Arbeitsmodell Home-Office forcierte und welche gesellschaftlichen Transformationsprozesse dabei angestoßen wurden.
1. Begriffserklärungen: Dieses Kapitel definiert die zentralen Begriffe Arbeit, Work-Life-Balance und Entgrenzung der Arbeit, um ein wissenschaftliches Fundament für die Untersuchung zu legen.
2. Geschichte und Narrative der Arbeit: Das Kapitel beleuchtet die historische Entwicklung des Arbeitsbegriffs, von der antiken Mühsal bis hin zum modernen, individualisierten Verständnis der Arbeit als Selbstverwirklichung.
3. Vorstellungen der Arbeitswelt 4.0: Hier werden die theoretischen Konzepte von New Work, Home-Office und die damit verbundene Herausbildung des unternehmerischen Selbst diskutiert.
4. Corona als Beschleuniger des New Work: Dieses Kapitel analysiert anhand quantitativer Daten die konkreten Veränderungen der Arbeitskultur, die Herausforderungen und die Diskrepanzen, die durch die Pandemie im Home-Office entstanden sind.
5. Diskussion: Die Ergebnisse werden kritisch reflektiert und in einen arbeitssoziologischen Kontext gestellt, wobei insbesondere Machtstrukturen und soziale Ungleichheiten im Fokus stehen.
6. Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und bewertet die Ambivalenz des New Work-Konzepts hinsichtlich der Emanzipation des Individuums und der ökonomischen Verwertungslogik.
Arbeit, New Work, Home-Office, Corona-Pandemie, Arbeitswelt 4.0, Entgrenzung der Arbeit, Work-Life-Balance, Selbstverantwortung, Arbeitssoziologie, Prinzipal-Agent-Dilemma, Digitalisierung, soziale Ungleichheit, unternehmerisches Selbst, Arbeitskultur, Fremdbestimmung.
Die Arbeit untersucht den Wandel der Arbeitswelt unter dem Einfluss der Corona-Pandemie und wie diese die Etablierung des „New Work“-Konzepts und des Home-Office als neue Normalität vorangetrieben hat.
Die Schwerpunkte liegen auf der historischen Genese des Arbeitsbegriffs, der Transformation der Arbeitskultur, den psychologischen Auswirkungen von Home-Office sowie den Machtverhältnissen zwischen Arbeitgebern und Arbeitnehmern.
Das Ziel ist es, nachzuweisen, dass die Pandemie als Katalysator für eine gesellschaftliche Transformation der Arbeit wirkte und die Ambivalenz zwischen erhöhter Selbstbestimmung und neuer Disziplinierung aufzuzeigen.
Es wird eine Sekundäranalyse durchgeführt, die auf quantitativen Daten zentraler Forschungsinstitute und der Universität Konstanz sowie auf arbeitssoziologischer Fachliteratur basiert.
Der Hauptteil befasst sich mit der Theorie von New Work, den praktischen Erfahrungen mit Home-Office während des Lockdowns und dem Prinzipal-Agent-Dilemma in hybriden Arbeitsumgebungen.
Wichtige Begriffe sind insbesondere New Work, Home-Office, Entgrenzung der Arbeit, Selbstverantwortung und soziale Ungleichheit.
Foucaults Konzepte von Macht, Disziplin und dem „Panoptismus“ werden herangezogen, um zu verdeutlichen, wie Selbstkontrolle und Disziplinierung im modernen Arbeitsumfeld der „New Work Mentalität“ internalisiert werden.
Der Autor stellt fest, dass Home-Office zur Spaltung der Berufswelt beitragen kann, da Hochqualifizierte in der Wissensökonomie profitieren, während „systemrelevante“ Berufe oft an Präsenz gebunden sind und benachteiligt bleiben.
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