Bachelorarbeit, 2019
59 Seiten, Note: 1,7
1 Einleitung
2 Wahrnehmung des Menschen
2.1 Informationsaufnahme, Sinnesorgane und Lerntypen
2.1.1 Unterscheidung der Sinnessysteme
2.1.2 Reize und Rezeptoren
2.2 Wahrnehmung und Aufmerksamkeit
2.2.1 Flaschenhalsmodell der Wahrnehmung
2.2.2 Informationsflut und Erfahrungsverlust
2.3 Das taktil-haptische Sinnessystem
2.3.1 Bedeutung
2.3.2 Unterschied zu anderen Systemen
2.3.3. Entwicklung und Wirkung
3 Strukturen und Abläufe im Hirn
3.1 Aufbau des Hirns
3.2 Funktionsweise des Hirns
3.2.1 Software
3.2.2 Erinnerungsfähigkeit und Lernprobleme
3.3 Hirnaktivität
3.3.1 Einfluss der Haptik auf das Langzeitgedächtnis
3.3.2 Multisensuale Verstärkung
3.3.3 Veränderung der Hirnaktivität
4 Moderner Vertrieb im Finanzdienstleistungssektor
4.1 Solution Selling
4.2 Kauferlebnisse schaffen
4.3 Erfolgreiche Zusammenarbeit mit der Kundschaft
5 Nutzen des Haptik-Effekts
5.1 Die Wirkdimensionen des Haptik-Effekts
5.2 Die Psychologie des Haptik-Effekts
5.2.1 Reziprozität
5.2.2 Priming
5.2.3 Tu-Effekt
5.2.4 Endowment-Effekt und Verlustaversion
5.2.5 Need for Touch
5.2.6 Midas-Effekt
6 Haptische Verkaufshilfen
6.1 Definition
6.2 Gestaltung haptischer Verkaufshilfen
6.3 Haptische Verkaufshilfen als Entscheidungshilfe
6.4 Kategorisierung und Beispiele
6.4.1 Allgemeine Beratungshilfen
6.4.2 Konten und Karten
6.4.3 Versicherungen
6.4.4 Altersvorsorge
6.4.5 Vermögensanlage
6.5 Chancen
6.6 Potentiale
7 Fazit
Ziel dieser Arbeit ist es, die Wirkungsweise haptischer Verkaufshilfen als Instrument zur Erschließung von Vertriebspotentialen im Finanzdienstleistungssektor zu analysieren und deren Nutzen für eine kundenorientierte Beratung zu belegen.
5.2.1 Reziprozität
Der Reziprozitätseffekt besagt, dass der Empfangende einer Sache zu einer Gegenleistung verpflichtet wird.84
Dieser ist nach Erkenntnissen von Forschenden aus Anthropologie und Soziologie eine der in der menschlichen Kultur am stärksten verbreiteten Normen. Der Effekt beruht auf folgenden Faktoren: Er ist hocheffektiv und blockiert sogar andere Faktoren beim Empfangenden, die entscheiden, ob eine Gegenleistung gegeben wird oder nicht. Zudem wirkt der Effekt auch auf unerwünschte Gefälligkeiten und führt letztlich zu einem Austausch unterschiedlicher oder größerer Gefälligkeiten.85
So fühlt sich ein Kunde/eine Kundin, dem/der beispielsweise ein haptisches Werbegeschenk (auch „Haptical“ genannt) in Form eines Kugelschreibers übergeben wurde oder dem eine Tasse Kaffee angeboten wurde, zu einer gewissen Gegenleistung verpflichtet. Diese muss nicht zwingend ein Vertragsabschluss sein, dem/der Verkaufenden ist jedoch zumindest die Aufmerksamkeit der Kundschaft sicher. Diese ist bekanntermaßen die Basis dafür, dass Informationen transportiert werden können (vgl. Kapitel 3.2.1).
1 Einleitung: Die Einleitung verdeutlicht die Herausforderung, abstrakte Finanzprodukte greifbar zu machen, und führt die Fragestellung zur Rolle haptischer Verkaufshilfen ein.
2 Wahrnehmung des Menschen: Dieses Kapitel erläutert die Grundlagen der Informationsaufnahme und hebt das taktil-haptische System als bedeutsamen, aber oft unterschätzten Sinneskanal hervor.
3 Strukturen und Abläufe im Hirn: Hier werden die neurologischen Voraussetzungen für das Lernen sowie das Phänomen der multisensualen Verstärkung untersucht.
4 Moderner Vertrieb im Finanzdienstleistungssektor: Das Kapitel verknüpft modernes Solution Selling mit der Notwendigkeit, durch Kauferlebnisse die Kundentreue zu stärken.
5 Nutzen des Haptik-Effekts: Hier werden die psychologischen Wirkmechanismen wie Reziprozität, Priming und der Endowment-Effekt in Bezug auf haptische Impulse detailliert analysiert.
6 Haptische Verkaufshilfen: Dieses Kapitel definiert und kategorisiert verschiedene haptische Hilfsmittel und bewertet deren Einsatz als Unterstützung bei komplexen Kaufentscheidungen.
7 Fazit: Das Fazit fasst die Erkenntnisse zusammen und unterstreicht, dass haptische Verkaufshilfen trotz einiger Schwächen wesentliche Werkzeuge für einen authentischen und erfolgreichen Vertrieb sind.
Haptik, Verkaufshilfen, Finanzdienstleistungen, Wahrnehmungspsychologie, Multisensuale Verstärkung, Solution Selling, Reziprozität, Priming, Endowment-Effekt, Need for Touch, Midas-Effekt, Kauferlebnis, Kundenbindung, Langzeitgedächtnis, Lernkanäle.
Die Arbeit untersucht, wie haptische Verkaufshilfen (Gegenstände zum Anfassen) genutzt werden können, um Kunden im Finanzdienstleistungssektor zu begeistern, komplexe Themen verständlich zu vermitteln und Verkaufserfolge zu steigern.
Die Schwerpunkte liegen auf der menschlichen Wahrnehmungspsychologie, den neurologischen Prozessen beim Lernen, psychologischen Verkaufseffekten und der praktischen Umsetzung haptischer Vertriebsinstrumente.
Die Arbeit geht der Frage nach, wie haptische Verkaufshilfen wirken und wie sie eingesetzt werden können, um Vertriebspotentiale im Finanzdienstleistungssektor gezielt zu erschließen.
Es handelt sich um eine theoretische Arbeit, die bestehende Erkenntnisse aus der Psychologie, Neurowissenschaft und Verkaufsforschung auswertet und auf die Anwendung im Finanzvertrieb überträgt.
Der Hauptteil gliedert sich in die Bereiche menschliche Wahrnehmung, Abläufe im Gehirn, Strategien des modernen Vertriebs, psychologische Wirkmechanismen der Haptik sowie die konkrete Kategorisierung und Beurteilung von Verkaufshilfen.
Wesentliche Begriffe sind Haptik-Effekt, Finanzdienstleistung, Kauferlebnis, multisensuale Verstärkung, Reziprozität und Kundenzentrierung.
Finanzprodukte sind oft abstrakt und schwer verständlich. Haptische Hilfsmittel machen diese "greifbar", erhöhen die Aufmerksamkeit und unterstützen das Gehirn dabei, Informationen besser im Langzeitgedächtnis zu speichern.
Durch verschiedene Effekte wie den Endowment-Effekt (Besitzgefühl beim Berühren) oder Reziprozität (Verpflichtung zur Gegenleistung) wird die Bereitschaft für einen Vertragsabschluss und die Wahrnehmung der Dienstleistungsqualität positiv beeinflusst.
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