Bachelorarbeit, 2009
71 Seiten, Note: 1,3
1 Problemstellung und Zielsetzung
2 Konzeptioneller Bezugsrahmen
2.1 Deskriptive Aspekte der Führung
2.1.1 Stand der Führungsforschung
2.1.2 Verhaltensorientierte Führung als Untersuchungsgegenstand
2.1.2.1 Führungsstil und Führungsstilforschung
2.1.2.2 Aufgaben- und Mitarbeiterorientierung
2.2 Begriffsabstimmung Narzissmus
2.2.1 Destruktiver Narzissmus
2.2.2 Konstruktiver Narzissmus
3 Entwicklung eines theoretischen Modells
3.1 Zusammenhang von Persönlichkeit und Führungsverhalten
3.1.1 Verhaltensbestimmende Faktoren narzisstischer Personen
3.1.1.1 Selbstwahrnehmung
3.1.1.2 Selbstkonzept
3.1.2 Einfluss von Narzissmus auf das Führungsverhalten
3.1.2.1 Destruktiver Narzissmus als kontraproduktives Verhalten
3.1.2.2 Konstruktiver Narzissmus als Erfolgsgegenstand
3.2 Hypothesenbildung zur Aufgaben- und Mitarbeiterorientierung
4 Empirische Untersuchungen
4.1 Konzeption der empirischen Untersuchung
4.1.1 Vorüberlegungen
4.1.1.1 Einfluss von Narzissmus auf die Selbstbeurteilung
4.1.1.2 Integration des Fünf-Faktoren-Modells (Big-Five)
4.1.2 Zentrale Fragestellung
4.1.3 Heuristisches Untersuchungsmodell
4.2 Untersuchungsmethodik
4.2.1 Beschreibung des Narcissistic Personality Inventory
4.2.2 Erklärung des Fragebogens zur Vorgesetzten-Verhaltens-Beschreibung
4.2.3 Stichprobenbeschreibung
4.2.4 Erläuterung der Auswertungsmethoden
4.3 Ergebnisse der empirischen Untersuchung
4.3.1 Deskriptive Ergebnisse
4.3.1.1 Kennwerte des NPI
4.3.1.2 Kennwerte des FVVB
4.3.1.3 Kennwerte des FFM
4.3.2 Hypothesentests
4.3.2.1 Narzissmus und Führungsverhalten
4.3.2.2 Narzissmus und Führungserfahrung
4.3.2.3 Narzissmus und Geschlecht
4.3.2.4 Narzissmus und Persönlichkeit
4.4 Interpretation der Ergebnisse
5 Zusammenfassung und Ausblick
6 Anhang
6.1 Messinstrumente
6.1.1 Fragebogen der aktuellen Untersuchung
6.1.2 Skalen und Items des NPI
6.1.3 Skalen und Items des FVVB
6.2 Tabellen
Die vorliegende Bachelor-Arbeit untersucht den Zusammenhang zwischen narzisstischen Persönlichkeitseigenschaften und dem Führungsverhalten, wobei der Fokus auf der Selbstbeurteilung von Führungskräften liegt. Ziel ist es, theoretisch und empirisch zu ergründen, ob narzisstische Führungskräfte eher zur Aufgaben- oder Mitarbeiterorientierung neigen und welche Auswirkungen dies auf ihren bevorzugten Führungsstil hat.
3.1.2.1 Destruktiver Narzissmus als kontraproduktives Verhalten
Narzisstische Personen verfolgen laut DSM-IV Phantasien grenzenlosen Erfolgs, Rum und Macht (siehe Kaptiel 2.2.1). Aufgrund solcher Bestrebungen sind Narzissten häufig in Führungspositionen vorzufinden. Solche Positionen eignen sich gut, um das eigene Selbst aufzuwerten und Narzissmus auszuleben (Wirth, 2006). Unter kontraproduktivem Verhalten werden im Zusammenhang mit Führung Verhaltensweisen verstanden, die sich nachteilig auf Unternehmensziele oder Mitarbeiterbedürfnisse auswirken (Nerdinger, 2008a). Allein die Tatsache, dass es sich bei Narzissmus mit destruktiver Ausprägung um eine Persönlichkeitsstörung handelt, lässt vermuten, dass kontraproduktives Verhalten hervorgerufen wird.
Erfolgreiche Führung fordert Vertrauen, Offenheit für Kritik, Veränderungsbereitschaft und Wertschätzung (Renker, 2005). Narzisstische Personen sehen in anderen Menschen häufig eine Gefahr. Um das idealisierte Bild der eigenen Perfektion aufrecht zu erhalten, gehen Narzissten keine vertrauensvollen Beziehungen ein und reagieren auf Kritik mit Wut und Demütigung (Battegay, 1991). Dies erfolgt mit dem Ziel, eigene Schwächen vor anderen zu verbergen. Dadurch wird ersichtlich, dass das überhöhte Selbstwertgefühl des Narzissten, welches nach außen getragen wird, nur als Maske dient, um das eigentlich geringe Selbstwertgefühl zu verbergen. Andere Personen werden häufig abgewertet und als nicht ebenwürdig angesehen. Darunter kann ein Unternehmen leiden, da eine kreative Zusammenarbeit nicht ermöglicht wird.
Von Führungskräften werden zudem Selbstreflexion und Lernbereitschaft gefordert, um das eigene Verhalten situationsgerecht zu modifizieren (Franken, 2007). Es kann angenommen werden, dass Narzissten sich gegen Weiterentwicklungs- oder Veränderungsmaßnahmen aussprechen, da sie befürchten den Anforderungen nicht gerecht zu werden und zu versagen. Gleichzeitig überschätzen narzisstische Personen sich und ihre Fähigkeiten häufig und deklarieren neues Wissen als unbrauchbar und unnötig (Akhtar, 1989). In einer Studie des Bundesverbands deutscher Unternehmensberater (BDU), zum Thema Selbstüberschätzung in Unternehmen, gaben 53% der Befragten an, dass Selbstüberschätzung der wichtigste Grund für Einbußen innerhalb der Führung ist. Auch die mangelnde Bereitschaft zur Weiterentwicklung wurde in der Studie als Defizit erkannt (Dammann, 2007). Weiterhin wird beschrieben, dass narzisstische Personen keinen Wert auf die Bedürfnisse der geführten Mitarbeiter legen. Sie nutzen zwischenmenschliche Beziehungen aus und sind nur auf das eigene
1 Problemstellung und Zielsetzung: Einleitung in die Thematik der narzisstischen Persönlichkeit in Führungspositionen und Definition der Forschungsfragen zur Aufgaben- und Mitarbeiterorientierung.
2 Konzeptioneller Bezugsrahmen: Theoretische Herleitung von Führungsstilen, insbesondere des verhaltenstheoretischen Ansatzes, und detaillierte Differenzierung zwischen destruktivem und konstruktivem Narzissmus.
3 Entwicklung eines theoretischen Modells: Herleitung des Zusammenhangs zwischen Persönlichkeitsfaktoren (wie Selbstwahrnehmung und Selbstkonzept) und der Steuerung des Führungsverhaltens sowie Aufstellung der Hypothesen.
4 Empirische Untersuchungen: Detaillierte Darstellung des Forschungsdesigns, der verwendeten Messinstrumente (NPI, FVVB, FFM), der Stichprobe und der statistischen Auswertungsmethoden sowie Präsentation und Interpretation der Untersuchungsergebnisse.
5 Zusammenfassung und Ausblick: Synoptische Betrachtung der zentralen Ergebnisse hinsichtlich des Zusammenhangs von Narzissmus und Führungsverhalten sowie Diskussion der Auswirkungen und Implikationen für die Führungspraxis.
Narzissmus, Führungsverhalten, Aufgabenorientierung, Mitarbeiterorientierung, Selbstbeurteilung, Führungskräfte, Narcissistic Personality Inventory, FVVB, Fünf-Faktoren-Modell, Persönlichkeit, Führungsstil, destruktiver Narzissmus, konstruktiver Narzissmus, Führungserfahrung, Selbstwertregulation.
Die Arbeit untersucht den Zusammenhang zwischen narzisstischen Persönlichkeitseigenschaften von Führungskräften und ihrem spezifischen Führungsverhalten.
Die zentralen Themen sind Narzissmus, Führungsstile, Aufgabenorientierung, Mitarbeiterorientierung sowie die psychologische Selbstbeurteilung von Führungspersonen.
Die zentrale Frage ist, zu welchem Führungsverhalten – insbesondere hinsichtlich der Aufgaben- und Mitarbeiterorientierung – narzisstische Führungskräfte tendieren und ob Narzissmus das Führungshandeln eher fördert oder hemmt.
Die Autorin führte eine empirische Selbstbeurteilungsstudie unter 109 Führungskräften durch. Dabei wurden standardisierte Fragebögen wie das NPI zur Messung von Narzissmus und der FVVB zur Erfassung des Führungsverhaltens eingesetzt.
Im Hauptteil werden zunächst theoretische Grundlagen (Führungsforschung, Begriffsabstimmung Narzissmus) dargelegt, ein Modell zur Verbindung von Persönlichkeit und Verhalten entwickelt, Hypothesen aufgestellt und anschließend der empirische Untersuchungsprozess sowie die statistische Auswertung detailliert dokumentiert.
Die Arbeit lässt sich am besten durch die Begriffe Narzissmus, Führungsverhalten, Aufgaben- und Mitarbeiterorientierung, Selbstbeurteilung und Führungskompetenz beschreiben.
Die empirischen Ergebnisse zeigen einen signifikant positiven Zusammenhang zwischen narzisstischen Merkmalen und der Aufgabenorientierung, was darauf hindeutet, dass narzisstische Führungskräfte eher dazu neigen, ihren Fokus auf die Strukturierung von Aufgaben und die Erzielung von Resultaten zu legen.
Nein, es konnte kein signifikanter Zusammenhang zwischen Narzissmus und der Mitarbeiterorientierung festgestellt werden, was auf eine geringere soziale Kompetenz oder ein geringeres Interesse an den Bedürfnissen der Mitarbeiter bei narzisstisch ausgeprägten Führungskräften hindeutet.
Die Studie deutet darauf hin, dass Personen mit längerer Führungserfahrung tendenziell höhere Werte in Bereichen wie Exhibitionismus und Eitelkeit aufweisen, wobei die Kausalrichtung zwischen Erfahrung und Narzissmus in der Diskussion als offen bezeichnet wird.
Unter Rückgriff auf den Ohio-State-Leadership-Quadranten und in Kombination mit der ausgeprägten Aufgabenorientierung bei gleichzeitigem Fehlen von Mitarbeiterorientierung, lässt sich narzisstisches Führungsverhalten in dieser Stichprobe einem autoritären Führungsstil zuordnen.
Der GRIN Verlag hat sich seit 1998 auf die Veröffentlichung akademischer eBooks und Bücher spezialisiert. Der GRIN Verlag steht damit als erstes Unternehmen für User Generated Quality Content. Die Verlagsseiten GRIN.com, Hausarbeiten.de und Diplomarbeiten24 bieten für Hochschullehrer, Absolventen und Studenten die ideale Plattform, wissenschaftliche Texte wie Hausarbeiten, Referate, Bachelorarbeiten, Masterarbeiten, Diplomarbeiten, Dissertationen und wissenschaftliche Aufsätze einem breiten Publikum zu präsentieren.
Kostenfreie Veröffentlichung: Hausarbeit, Bachelorarbeit, Diplomarbeit, Dissertation, Masterarbeit, Interpretation oder Referat jetzt veröffentlichen!

