Diplomarbeit, 2000
26 Seiten, Note: 1
1. Die Geschichte des Internet
2. Der Computer als Medium
2.1. Digital Divide
2.2. Bidirektionalität
2.3. Omnipräsenz
3. Die Informationsgesellschaft
3.1. Die Wahrheit zwischen TRUE & FALSE
4. Der gläserne Hund – Orwells elektronische Praxis
4.1. Die Microsoft Methode
4.2. Echelon
4.3. CCTV
4.4. Die Welt von innen und außen
5. Ein Dorf namens Babylon ? – Abschließende Bemerkungen
5.1. Fazit – Der Mensch und sein Medium
Die vorliegende Arbeit untersucht das Spannungsfeld zwischen der technologischen Utopie einer grenzenlosen Informationsgesellschaft und der praktischen Realität digitaler Überwachung und Machtausübung durch technologische Akteure. Dabei wird analysiert, wie das Internet als Medium den Menschen verändert und inwiefern der Begriff des "gläsernen Hundes" die heutige gläserne Transparenz des Nutzers im Netz widerspiegelt.
4.1. Die Microsoft Methode
Das neuste Werk der Berliner Künstlerin Andrea Zapp „Little Sister“ (www.azapp.de/littlesister/) ist ein non-stop „CCTV Drama“, eine Daily Soap aus Webcams und Überwachungskameras, die den Benutzer in eine voyeuristisch privilegierte Position bringt. Man wähnt sich als Superbeobachter. Das Beobachten solcher exhibitionistischer Internetvideos erfolgt zumeist – wie auch hier - über das populäre Streamingverfahren Realvideo der US-amerikanischen Firma Real Networks.
Das Unternehmen Real Networks wiederum sah sich Ende 1999 mit einem Gerichtsverfahren konfrontiert, weil der Realplayer sowie der Multimedia-Player von Microsoft gezielt Userdaten an die Server von Real Networks übermittelten, aus denen sich das Unternehmen eine Analyse der Hör- und Sehgewohnheiten der Benutzer erhoffte (vgl. 18). Jede Rolle, die man selber als kleiner „großer Bruder“ ausfüllen kann, scheint wiederum durch eine höhere Instanz kontrollierbar.
Die Ambivalenz von Privatsphäre und dem, was die Computerbranche mit Begriffen wie „datamining“ oder „user-profiling“ umschreibt, wird seitens dieser oft mit dem Argument der Kundenbetreuung entschärft und grobe Fahrlässigkeit mit angeblicher Unkenntnis argumentiert.
1. Die Geschichte des Internet: Dieses Kapitel zeichnet die technologische Entwicklung des Internets von den frühen Anfängen des ARPAnet bis hin zum kommerziellen Massenmedium nach.
2. Der Computer als Medium: Hier wird der Computer als Multimedium analysiert, wobei Konzepte wie der "Digital Divide", die zunehmende Bidirektionalität und die Omnipräsenz des Mediums beleuchtet werden.
3. Die Informationsgesellschaft: Das Kapitel kritisiert den Begriff der Informationsgesellschaft und untersucht das Paradoxon des freien Informationsflusses sowie die Authentizitätsproblematik digitaler Daten.
4. Der gläserne Hund – Orwells elektronische Praxis: Dieser Kernbereich analysiert moderne Überwachungsmethoden wie Microsofts Datenerhebung, das Echelon-System, CCTV-Kameras und das theoretische Konstrukt der Simulation.
5. Ein Dorf namens Babylon ? – Abschließende Bemerkungen: Die Schlussbetrachtung reflektiert die globale digitale Realität und hält fest, dass nicht das Medium manipuliert, sondern der Mensch als Akteur im Zentrum des Machtkampfes steht.
Informationsgesellschaft, Internet, Überwachung, Datenschutz, Echelon, Microsoft, Digital Divide, Simulation, Big Brother, Medienkritik, Privatsphäre, Datamining, Subjekt, Macht, Kontrolle.
Die Arbeit analysiert die kritischen Aspekte der Informationsgesellschaft und zeigt auf, wie durch neue Medientechnologien das Individuum in eine transparente Rolle ("gläserner Hund") gedrängt wird.
Die zentralen Themen sind die Entwicklung des Internets, digitale Überwachung durch Unternehmen und Geheimdienste, sowie die philosophische Auseinandersetzung mit Realität und Simulation.
Das Ziel ist es, zu hinterfragen, ob das Internet tatsächlich eine emanzipatorische Technologie ist oder ob es lediglich neue Macht- und Kontrollstrukturen etabliert.
Der Autor nutzt eine theoretische Medienanalyse, die technologische Entwicklungen mit soziologischen und philosophischen Theorien von Denkern wie Orwell, Baudrillard, Brecht und Kittler verknüpft.
Der Hauptteil befasst sich detailliert mit den Praktiken großer Softwarekonzerne, den Spionageaktivitäten von Echelon, dem Einsatz von CCTV-Kameras und der theoretischen Figur des Superbeobachters.
Informationsgesellschaft, Überwachung, Datenschutz, Echelon, Medienkritik und Kontrolle sind die prägenden Begriffe dieser Untersuchung.
Der Autor sieht in Microsofts Geschäftspraktiken, wie der Implementierung von Seriennummern in Hardware und der Browser-Integration, eine gezielte Aushöhlung der Privatsphäre, die an Orwells Visionen erinnert.
Der Autor kommt zu dem Fazit, dass das Medium selbst neutral ist; Manipulation und Observation gehen vom handelnden Menschen aus, wobei das Medium lediglich eine neue Qualität der Überwachung ermöglicht.
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