Diplomarbeit, 2002
196 Seiten, Note: 1,0
1. Zur Notwendigkeit und Begründung der Durchführung von Familienseminaren für Strafgefangene und deren Angehörige
1.1 Familienseminare für Strafgefangene und deren Angehörige in Deutschland
1.2 Rechtliche Grundlagen
1.2.1 Resozialisierung - Definition und Bedeutung aus rechtlicher Sicht
1.2.2 Rechtliche Grundlagen der Resozialisierung
1.2.3 Rechtliche Grundlagen für Familienseminare für Strafgefangene und deren Angehörige
1.3 Sozialen Problemlage der unmittelbar Betroffenen
1.3.1 Zur Situation des Inhaftierten
1.3.2 Zur Situation der Ehefrau/Partnerin
1.3.3 Zur Auswirkung auf die Partnerschaft
1.3.4 Zur Situation der Kinder
1.3.5 ... abschließend!
2. Das „Familienseminar für evangelische Strafgefangene aus bayerischen Vollzugsanstalten und deren Angehörige“
2.1 Sozialpädagogischer Zugang
2.2 Die Organisation des „Familienseminars für evangelische Strafgefangene aus bayerischen Vollzugsanstalten und deren Angehörige“
2.2.1 Der Träger
2.2.2 Die Finanzierung
2.2.3 Die Rahmenbedingungen
2.2.4 Das Team
2.2.5 Die Auswahl der Teilnehmerinnen und Teilnehmer
2.2.6 Der Ablauf des Seminars
2.3 Pädagogische Elemente des „Familienseminars für evangelische Strafgefangene aus bayerischen Vollzugsanstalten und deren Angehörige“
2.3.1 Die Ziele
2.3.2 Die pädagogischen Inhalte
2.3.3 Die methodische Umsetzung
3. Sinn und Nutzen des „Familienseminars für evangelische Strafgefangene aus bayerischen Vollzugsanstalten und deren Angehörige“ aus Sicht der Teilnehmerinnen und Teilnehmer
3.1 Ausgangslage und Erkenntnisinteresse
3.2 Darstellung der methodischen Vorgehensweise bei der empirischen Erhebung
3.2.1 Überlegungen zur Vorgehensweise bei der empirischen Erhebung
3.2.2 Vorgehensweise bei der empirischen Erhebung
3.2.3 Auswahl der Stichprobe
3.2.4 Datenerfassung und Auswertung
3.3 Auswertung der Ergebnisse der empirischen Erhebung
3.3.1 Sozialdaten zu den Teilnehmerinnen und Teilnehmern
3.3.2 Erwartungen der Teilnehmerinnen und Teilnehmer
3.3.3 Veränderungen der Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus deren Sicht
3.3.4 Perspektiven, die sich für die Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus dem Familienseminar ergeben
3.3.5 Qualität des Familienseminars aus Sicht der Teilnehmerinnen und Teilnehmer
3.4 Resümee zur empirischen Erhebung
3.4.1 Resümee hinsichtlich des Inhalts der empirischen Erhebung
3.4.2 Resümee hinsichtlich Ablauf und Methode der empirischen Erhebung
3.4.3 Das letzte Wort den Teilnehmerinnen und Teilnehmern
Das Hauptziel der Arbeit ist die Untersuchung des Sinns und Nutzens von Familienseminaren für Strafgefangene und deren Angehörige aus der subjektiven Sicht der Teilnehmerinnen und Teilnehmer. Die Forschungsfrage fokussiert dabei auf die Erwartungen der Teilnehmenden, deren Erfüllung sowie auf die wahrgenommenen Veränderungen und die Qualität des Seminars als Instrument der Resozialisierung.
1.3.1 Zur Situation des Inhaftierten
Die Situation des Mannes in der JVA ist von Prisonisierung und Infantilisierung bedroht, sein Lebens- und Handlungsfeld wird drastisch eingegrenzt (Busch et al., 1987, S. 333). Vom Rest der Familie abgetrennt, lebt er völlig isoliert von bisherigen sozialen Kontakten in einer totalen Institution mit ihren Subkulturen. Er muss sich auseinandersetzen mit dem Verlust der Selbstbestimmung und Gefühlen der Abhängigkeit und des Ausgeliefertseins. Er, der vorher meist Ernährer seiner Familie war und die Fäden in der Hand hielt. Von seiner Frau und seinen Kindern weiß er plötzlich nur noch das, was sie ihm schreiben oder ihm während der knapp bemessenen Besuchszeit erzählen. (Horndasch, 1999) Von Problemen, die seine Familie außerhalb der JVA - zum Teil nur aufgrund seiner Inhaftierung - zu bewältigen hat, kann er nur hören oder lesen. Er kann versuchen, mit Rat zur Seite zu stehen und mentalen Beistand zu leisten, aber unmittelbar helfen kann er nicht. Gefühle der Schuld sowie Macht- und Hilflosigkeit begleiten seinen Haftalltag. Gerade diese Gefühle sind schwer zu ertragen. Der Mann ist sich durchaus bewusst, dass er seine „draußen gebliebene“ Familie nicht nur in eine extrem schwierige Lage gebracht hat, sondern dazu noch kaum etwas zur Verbesserung beitragen kann.
1. Zur Notwendigkeit und Begründung der Durchführung von Familienseminaren für Strafgefangene und deren Angehörige: Dieses Kapitel liefert einen historischen Überblick über Familienseminare in Deutschland und beleuchtet die rechtlichen Grundlagen sowie die soziale Problemlage der betroffenen Familien.
2. Das „Familienseminar für evangelische Strafgefangene aus bayerischen Vollzugsanstalten und deren Angehörige“: Hier wird das spezifische Seminar, seine Organisation, das Team sowie die pädagogischen Ziele und methodischen Ansätze detailliert beschrieben.
3. Sinn und Nutzen des „Familienseminars für evangelische Strafgefangene aus bayerischen Vollzugsanstalten und deren Angehörige“ aus Sicht der Teilnehmerinnen und Teilnehmer: Das zentrale Kapitel enthält die empirische Erhebung, die Auswertung der Fragebögen und ein Resümee hinsichtlich der Qualität und Wirkung des Seminars.
Resozialisierung, Strafvollzug, Familienseminar, Angehörigenarbeit, Inhaftierung, Partnerschaft, Vater-Kind-Beziehung, soziale Problemlage, empirische Erhebung, Qualitätssicherung, Sozialpädagogik, Familieninteraktion, Haftentlassung, Mitbestrafung, Unterstützungsnetzwerk
Die Arbeit untersucht das „Familienseminar für evangelische Strafgefangene aus bayerischen Vollzugsanstalten und deren Angehörige“ als komplexe Maßnahme der Sozialen Arbeit.
Die Arbeit fokussiert auf die rechtlichen und sozialen Rahmenbedingungen der Inhaftierung, die Auswirkungen auf die Familie sowie die Evaluation der pädagogischen Arbeit in Familienseminaren.
Das Ziel ist es, den Sinn und Nutzen dieser Seminare aus Sicht der Teilnehmerinnen und Teilnehmer zu erheben, um eine wissenschaftliche Grundlage für Qualitätssicherung und Finanzierung zu schaffen.
Es wurde eine vollstrukturierte, standardisierte Befragung mittels zweier Fragebögen (zu Beginn und am Ende des Seminars) durchgeführt, die quantitative mit qualitativen Elementen verbindet.
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Fundierung zur Resozialisierung und den Problemlagen von Betroffenen sowie in die detaillierte Darstellung und Auswertung des spezifischen bayerischen Familienseminars.
Die zentralen Schlagworte umfassen Resozialisierung, Strafvollzug, Familienseminar, Inhaftierung, Angehörigenarbeit und die psychosozialen Auswirkungen auf die betroffenen Familien.
Kinder tragen keine Mitschuld und haben keine Wahl. Sie verlieren eine wichtige Bezugsperson, leiden unter dem Verlust an Geborgenheit und sind oft mit Schamgefühlen oder sozialen Ausgrenzungen im Alltag konfrontiert.
Die Kommunikation zwischen den Familienmitgliedern ist ein zentrales Element. Das Seminar bietet einen geschützten Raum, um tabuisierte Probleme offen anzusprechen, die durch die Regeln des Strafvollzugs im Alltag oft blockiert werden.
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