Bachelorarbeit, 2021
52 Seiten, Note: 1.1
1. Einleitung
2. Das Portfolio
2.1 Ursprünge
2.2 Definition und Portfolioarten
2.3 Portfolios im kompetenzorientierten Unterricht – Eine Verortung in der Unterrichtsentwicklung und Lerntheorie
2.4 Potentiale der schulischen Portfolioarbeit
2.5 Kritische Beleuchtung – Auswirkungen auf die Lehrerrolle
3. Curriculare Anforderungen an das Fach Kunst – Einblicke in den Kernlehrplan
3.1 Ziele des Kunstunterrichts
3.2 Kompetenzbereiche und Inhalte des Faches
3.3 Leistungsbewertung
3.4 Exkurs: Sprache und Kommunikation im Kunstunterricht und der Portfolioarbeit – Busses methodisches Skript des Mitteilens
4. Philosophische Fundierung der schulischen Portfolioarbeit
4.1 Konstruktivismus
4.2 Die Bedeutung von Reflexion in erkenntnistheoretischen Ansätzen
5. Kunstgeschichtliche und künstlerische Fundierung der schulischen Portfolioarbeit
5.1 Skizzenbuchgeschichte(n) – Das Portfolio als Skizzenbuch?
5.2 Künstlerische Fundierung – Das Buch und der Atlas als Kunstobjekt
5.2.1 Künstlerbücher
5.2.2 Atlas - Warburg und Richter
5.2.3 Das schulische Portfolio als Kunstobjekt
6. Kunstdidaktische Fundierung der schulischen Portfolioarbeit
6.1 Die Otto-Selle-Debatte
6.2 Busse - Kunstunterricht zwischen Spielraum und Festlegung
6.3 Der Atlas und das Mapping als kunstdidaktische Handlungsapparate
6.4 Ästhetische Forschung
6.5 Das Portfolio als kunstdidaktisches Instrument
7. Exkurs: Bezugsfeld Alltag – Sammeln und ästhetische Biografie
7.1 Schülerindividualität bei alltagsästhetischen Erkundungen
7.2 Dinge sammeln
7.3 Das Portfolio als Sammlung
8. Fazit und Ausblick
Diese Bachelorarbeit untersucht das Potential der Portfoliomethode für den Kunstunterricht in der Sekundarstufe I. Ziel ist es, das didaktische Instrument wissenschaftlich zu fundieren, indem Bezüge zu philosophischen Erkenntnistheorien, kunsthistorischen Traditionen und aktuellen kunstdidaktischen Positionen hergestellt werden, um so eine Verknüpfung von Alltag, Wissenschaft und Kunst zu ermöglichen.
5.1 Skizzenbuchgeschichte(n) – Das Portfolio als Skizzenbuch?
Die Staatliche Graphische Sammlung München bewahrt mehr als 260 Skizzenbücher aus dem 18. bis zum 21. Jahrhundert von Malern, Zeichnern, Bildhauern und Architekten auf. Nach einem großen Forschungsprojekt, in dem der Schatz an Skizzenbüchern umfangreich erschlossen wurde, wurden die Werke in einer musealen Präsentation ausgestellt. Die Ausstellung zeichnet die Entwicklungsgeschichte des Mediums Skizzenbuch nach und „entwirft zugleich eine Typologie“. Dargestellt sind ganze Bücher, aber auch einzelne Seiten von Medien, die mit der Zeit ihren Originalzustand verloren haben. Spannend ist die Heterogenität des künstlerischen Arbeitens, die nicht nur in der Ansammlung an Skizzenbüchern deutlich wird, sondern auch innerhalb einzelner Exemplare:
„Flüchtig Notiertes findet sich Seite an Seite mit konzentriert beobachteten und vertieften Studien. Es wird gekritzelt, gezeichnet, gemalt, geklebt, gesammelt und collagiert, ausgestrichen, verworfen und herausgeschnitten. Im Auf- und Abschreiben sowie Zeichnen und Überzeichnen wird das Gesehene und Erfahrene neu angeordnet, fixiert und tritt in Beziehung zu den vorausgehenden Überlegungen.“
Christiane Schachtner skizziert in ihrem Essay zur Ausstellung grob die geschichtliche Entwicklung des Skizzenbuchs und berichtet vertiefend über die Qualitäten des Mediums. Aus seiner Geschichte entspringend, entstand das Skizzenbuch aus der Suche nach einem mobilen Medium, welches sich den unkonventionellen Arbeitssituationen der Künstler anpasste und ein Zeichnen im Stehen, während Reisen mit der Kutsche sowie auf dem Schiff oder in der Landschaft ermöglichte. Somit erfuhr das Skizzenbuch mit dem 19. Jahrhundert besonders als Reisetagebuch eine Blütezeit. Erstmals seriell angefertigt wurden Skizzenbücher um 1800 in Großstädten Europas wie Paris oder Rom.
1. Einleitung: Einführung in die Thematik der Portfolioarbeit als pädagogisches Instrument, das den Schüler als Individuum in den Mittelpunkt stellt.
2. Das Portfolio: Definition, Ursprünge und konzeptionelle Grundlagen der Portfolioarbeit sowie deren Rolle im kompetenzorientierten Unterricht.
3. Curriculare Anforderungen an das Fach Kunst – Einblicke in den Kernlehrplan: Untersuchung, wie die Portfolioarbeit die Ziele, Kompetenzbereiche und Leistungsbewertung des Kunstunterrichts gemäß Kernlehrplan unterstützt.
4. Philosophische Fundierung der schulischen Portfolioarbeit: Verortung der Portfolioarbeit im Konstruktivismus und Erläuterung der Bedeutung von Reflexion für den Erkenntnisgewinn.
5. Kunstgeschichtliche und künstlerische Fundierung der schulischen Portfolioarbeit: Analyse von historischen Vorläufern wie Skizzenbüchern, Künstlerbüchern und dem Atlas als kunsthistorische Rechtfertigung.
6. Kunstdidaktische Fundierung der schulischen Portfolioarbeit: Einordnung der Methode in aktuelle kunstdidaktische Strömungen wie die Ästhetische Forschung und das Mapping.
7. Exkurs: Bezugsfeld Alltag – Sammeln und ästhetische Biografie: Untersuchung der Verbindung von alltäglichem Sammeln und der Bildung einer ästhetischen Biografie.
8. Fazit und Ausblick: Zusammenfassende Bewertung der Ergebnisse und Ausblick auf die Relevanz von ePortfolios im digitalen Zeitalter.
Portfolioarbeit, Kunstunterricht, Sekundarstufe I, Kompetenzorientierung, Konstruktivismus, Reflexion, Skizzenbuch, Künstlerbuch, Atlas, Ästhetische Forschung, Mapping, Sammeln, Bildkompetenz, Lernberater, Leistungsbewertung
Die Arbeit untersucht, inwieweit die Portfolioarbeit als didaktische Methode für den Kunstunterricht in der Sekundarstufe I geeignet ist und wie sie wissenschaftlich fundiert werden kann.
Zentrale Felder sind die pädagogische Bedeutung des Portfolios, philosophische Grundlagen wie der Konstruktivismus, kunstgeschichtliche Analogien und kunstdidaktische Ansätze zur Unterrichtsgestaltung.
Das Ziel ist die wissenschaftliche Begründung und Legitimation des Portfolios als Medium im Kunstunterricht, um eine Verknüpfung von Theorie, Praxis, Alltag und Kunst zu schaffen.
Es handelt sich um eine theoretische Analyse, die Konzepte aus der Philosophie, der Kunstgeschichte und der Kunstdidaktik heranzieht, um das Potenzial des Portfolios kritisch zu bewerten.
Der Hauptteil gliedert sich in eine philosophische Fundierung, eine kunstgeschichtliche Herleitung über Skizzen- und Künstlerbücher sowie eine kunstdidaktische Verankerung durch Ansätze wie Ästhetische Forschung und Mapping.
Die Arbeit lässt sich vor allem über Begriffe wie Portfolioarbeit, Kunstunterricht, Konstruktivismus, Kompetenzorientierung, Reflexion und Ästhetische Forschung definieren.
Während klassische Mappen oft nur als Ablage dienen, fokussiert das Portfolio auf den prozessorientierten Lernweg, die Reflexion des Schülers und die individuelle Lernbiografie.
Die Lehrkraft wandelt ihre Rolle vom traditionellen Lehrenden hin zum Lernberater, der Rahmenbedingungen schafft, ohne die individuelle künstlerische Freiheit der Schüler einzuschränken.
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