Examensarbeit, 2002
121 Seiten, Note: gut
I. EINLEITUNG
II. THEORETISCHER TEIL
1. Kindheit in der Antike
1.1. Die Griechen
1.2. Die Römer
2. Kindheit im Mittelalter
2.1. Das 13./14. Jahrhundert
2.1.1. Land / Bauernkinder
2.1.2. Stadt
2.1.3. Adel
2.2. Das 15. Jahrhundert
2.3. Die Renaissance, 1450 – 1550
2.4. Das 17. Jahrhundert
3. Kindheit in der Neuzeit
3.1. Erste Hälfte des 18. Jahrhunderts
3.1.1. Geburt und Kindersterblichkeit
3.1.2. Spiel und Arbeit
a) Land - Bauernkinder
b) Stadt - Stadtkinder
3.2. Zweite Hälfte des 18. Jahrhundert
3.2.1. Wandel des Begriffs ‚Familie’
3.2.2. Erziehung
3.2.3. Kinderliteratur
3.3. Selbstmord von Kindern
4. Kindheit im Industriezeitalter
4.1. Das 19. Jahrhundert
4.1.1. Kinderzimmer
4.1.2. Veränderung der Kindersituation
4.1.3. Kinderspiele in Köln
a) Jungenspiele
b) Mädchenspiele
4.1.4. Spiel auf dem Land
4.1.5. Schule
4.1.6. Vereine
4.1.7. Die Philanthropen
4.2. Das Kaiserreich (1860 – 1914)
4.2.1. Veränderungen im Alltag
4.2.1. Kinderspiele
4.2.2. Verkehrsunfälle
5. Und heute?
III. DURCHFÜHRUNG DER EMPIRISCHEN STUDIE
6. Vorgehensweise
6.1. Die Zielsetzung
6.2. Der zeitliche Ablauf
6.3. Das Erhebungsverfahren
6.4. Die Probanden
6.5. Die Probleme mit dem Fragebogen
6.6. Der Alternativfragebogen
IV. ERGEBNISSE DER EMPIRISCHEN STUDIE
7. Auswertung
7.1. Freizeitbeschäftigungen am Nachmittag
7.1.1. Aufenthaltsort
7.1.2. Freizeitbeschäftigungen im Haus
a) Stadtkinder
b) Landkinder
c) Vergleich Stadt / Land
7.1.3. Freizeitbeschäftigungen im Freien
a) Stadtkinder
b) Landkinder
c) Vergleich Stadt / Land
7.1.4. Sportvereine und weitere Institutionen
7.2. Spielräume
7.2.1. Erreichbarkeit (Einschätzung durch Studenten)
a) Stadtkinder
b) Landkinder
c) Vergleich Stadt / Land
7.2.2. Nutzung der Spielräume
a) Stadtkinder
b) Landkinder
c) Vergleich Stadt/Land
7.2.3. Vergleich zwischen Erreichbarkeit und Nutzung der Spielräume mit Bezug zur Gefährlichkeit des Wohnumfeldes
a) Stadtkinder
b) Landkinder
c) Vergleich Stadt / Land
7.3. Spielvergleich früher – heute
7.3.1. Spiele
7.3.2. Spielzeug
8. Fazit
Die vorliegende Arbeit untersucht das Spiel- und Bewegungsverhalten von Kindern im historischen Vergleich sowie in der Gegenwart. Ziel ist es, das Vorurteil zu hinterfragen, dass Kinder heutzutage kaum noch auf der Straße spielen, und den Einfluss des Wohnumfelds auf die kindliche Freizeitgestaltung zu analysieren.
4.1.3. Kinderspiele in Köln
Im folgenden werde ich auf Kinderspiele in Köln eingehen, das beispielhaft für Großstädte stehen soll.
In Köln wurde um 1810 laut Weyden zu allen Jahreszeiten auf vielen Straßen und Plätzen gespielt. Dabei gab es allerdings eine klare Trennung zwischen Mädchen und Jungen, nur selten spielten diese zusammen.
a) Jungenspiele
Für die Jungen war im Mai der erste Maikäfer ein besonderer Schatz. Weyden schreibt: „Den glücklichen Inhaber beneidete die gesamte Knabennachbarschaft. Was wurde da gehandelt, geschachert (...) Wir Knaben hatten keine Vorstellung von Tierquälerei, steckten wir die armen Käfer zum Herumfliegen an einen Kartenstreifen, der mit einer Nadel auf ein Stöckchen befestigt wurde, machten wir ein sogenanntes „Mühlchen“, oder banden wir einen oder zwei oder mehrere an einen Faden, sie zum Fliegen auffordernd, mit dem Liede:
„Maikäfer flég,
Di Vatter es em Krég,
Die Mutter es en Pommerland,
Pommerland es avjebrannt!“
Die Jungen spielten im Frühjahr vor allem mit ihren „Ömmern“ oder auch Klicker, Knicker, Schüsser, Marmeln oder Schnellkügelchen genannt. „Ein Spiel, das so alt wie die Stadt Köln, denn die Jugend ihrer Gründer, der alten Römer, hatte schon in ihren Straßen, auf ihren Plätzen das „lapillorum ludus“ gespielt.“ Es gab unendlich viele Spiele, die mit den Ömmern ausgetragen wurden. So z.B. „Kletschere“: „Die Kunst bestand darin, den Knicker des anderen zu treffen. Mit welchen neidischen Augen wurden die Inhaber eines oder mehrerer Achatklicker betrachtet?“
Da die Kirche und somit auch die Gläubigkeit noch einen hohen Stellenwert im 19. Jahrhundert innehatte, wurde von den Jungen häufig „Altar“ gespielt. Es wurden Altare gebaut, Messen gelesen, gepredigt und Prozessionen gegangen. Das Gegenstück zu diesem Spiel bildetet das Soldatenspiel.
I. EINLEITUNG: Die Arbeit führt in die Thematik der heutigen Kindheit ein und stellt das Ziel auf, das Vorurteil über das verschwundene Straßenspiel historisch und empirisch zu prüfen.
II. THEORETISCHER TEIL: Dieses Kapitel arbeitet die Geschichte der Kindheit und die Entwicklung des Spiels chronologisch von der Antike über das Mittelalter bis hin zum Industriezeitalter auf.
III. DURCHFÜHRUNG DER EMPIRISCHEN STUDIE: Hier werden die Zielsetzung, das Erhebungsverfahren mittels Fragebögen und die methodischen Herausforderungen bei der Untersuchung des heutigen Bewegungsverhaltens dargelegt.
IV. ERGEBNISSE DER EMPIRISCHEN STUDIE: Der Abschnitt präsentiert die Auswertung der erhobenen Daten bezüglich Freizeitbeschäftigungen und Spielräumen im Vergleich von Stadt- und Landkindern.
8. Fazit: Die Studie schließt mit der Erkenntnis, dass Kinder nach wie vor im Freien spielen, ihr Verhalten jedoch durch moderne Medieneinflüsse und eine stärkere Verplanung ihrer Zeit gewandelt ist.
Kindheit, Spielverhalten, Bewegungsverhalten, Wohnumfeld, historische Entwicklung, empirische Studie, Freizeitbeschäftigung, Stadtkinder, Landkinder, Spielraum, Kinderspiele, Sozialisation, Industrialisierung, Straßenspiel, Medienkonsum.
Die Arbeit untersucht das Spiel- und Bewegungsverhalten von Kindern in Abhängigkeit von ihrem Wohnumfeld, wobei ein Bogen von historischen Epochen bis hin zur heutigen Zeit gespannt wird.
Die zentralen Themen umfassen die Geschichte der Kindheit, den Einfluss von Stadt- und Landstrukturen auf den Aktionsraum von Kindern sowie die Analyse heutiger Freizeitgewohnheiten.
Das Hauptziel ist es, das Vorurteil zu entkräften, dass Kinder heutzutage nicht mehr im Freien spielen, und den realen Status quo des kindlichen Bewegungsverhaltens zu erfassen.
Die Arbeit kombiniert eine historische Literaturanalyse mit einer eigenen empirischen Untersuchung, bei der Fragebögen von Kindern, Eltern und Studenten ausgewertet wurden.
Der Hauptteil gliedert sich in einen umfassenden theoretischen Teil, der die Epochen von der Antike bis zum 19. Jahrhundert beleuchtet, und einen empirischen Teil, der Daten von 41 Kindern auswertet.
Wichtige Begriffe sind Kindheit, Spielverhalten, Wohnumfeld, historischer Vergleich, empirische Studie, Freizeitbeschäftigung und Sozialisation.
Die Studie zeigt, dass Landkinder eine größere Vielfalt an Aktivitäten im Freien aufweisen, während Stadtkinder deutlich mehr Zeit vor Medien wie Fernsehern oder Computern verbringen.
Die Autorin weist darauf hin, dass Gefahren im Straßenverkehr und die Notwendigkeit einer Aufsichtsperson den Zugang zu Spielplätzen für Stadtkinder erschweren können, was dazu führt, dass vorhandene Möglichkeiten teils ungenutzt bleiben.
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