Diplomarbeit, 1999
197 Seiten, Note: 1,1
EINLEITUNG
I. AUSSAGEN KLASSISCHER PSYCHOANALYSE ZUR THEMATIK
1.1 HISTORISCHER ABRIß ZUR ENTSTEHUNG DER PSYCHOANALYSE
1.1.1 Biographische Anmerkung zur Person Sigmund FREUDs
1.1.2 Die Geburt der Psychoanalyse
1.2 GRUNDLEGUNGEN DER PSYCHOANALYSE
1.3 DIE FUNKTION DES UNBEWUßTEN
1.3.1 Die Triebe
1.3.2 Der topographische Ansatz
1.3.3 Primär- und Sekundärprozeß
1.3.4 Das Strukturmodell
1.4 ZUSAMMENFASSUNG DER FREUDSCHEN METAPSYCHOLOGIE
1.5 DAS PSYCHOANALYTISCHE ENTWICKLUNGSMODELL
1.5.1 Die orale Phase (0-1 ½ Jahre)
1.5.2 Die anal-sadistische Phase (1 ½-3 Jahre)
1.5.3 Die ödipale oder phallische Phase (3-5 Jahre)
1.5.4 Die Latenzzeit und genitale Phase (ab 5 Jahre)
II. WANDLUNGEN IN DER SICHT VOM SÄUGLING
2.1 GESCHICHTLICHER ABRIß DER ELTERN-KIND-INTERAKTION UND DIE NEUPOSITIONIERUNG INFANTILER FÄHIGKEITEN
2.2 ICH-PSYCHOLOGISCHE ANNAHMEN
2.3 OBJEKTBEZIEHUNGSTHEORIEN
2.4 SÄUGLINGSFORSCHUNG UND PSYCHOANALYSE
2.4.1 Die präverbale Kompetenz des Säuglings
2.4.1.1 DANIEL N. STERNs Theorie der Entwicklung des Selbstempfindens
2.4.1.1.1 Das auftauchende Selbst (0-2 Monate)
2.4.1.1.2 Die Entstehung des Kern-Selbst (2./3.-7./9. Monat)
2.4.1.1.3 Das subjektive Selbstempfinden (7./9.-15./18. Monat)
2.4.1.1.4 Das Empfinden des verbalen Selbst (Beginn mit 15./18. Monat)
2.4.2 Kritische Anmerkungen
III. DIE ENTWICKLUNG DES PHANTASIEBEGRIFFS IN DER PSYCHOANALYSE IN BEZUG AUF DAS VERSTÄNDNIS DER ELTERN-KIND-INTERAKTION
3.1 DIE HISTORISCHE ENTWICKLUNG DES PHANTASIEBEGRIFFS IN DER PSYCHOANALYSE
3.1.1 FREUDs Phantasiebegriff
3.1.1.1 Bewußte Phantasien
3.1.1.1.1 Bewußte Phantasie und Handeln
3.1.1.2 Unbewußte Phantasien
3.1.1.2.1 Unbewußte Phantasie und Handeln
3.1.1.2.2 Übertragung als unbewußte Phantasieäußerung
3.1.1.3 Zusammenfassung
3.1.1.4 Phantasie versus Realität: Eine kritische Anmerkung
3.1.2 Der Phantasiebegriff bei MELANIE KLEIN
3.1.2.1 Kritische Anmerkungen zum KLEINianischen Phantasiekonzept
3.2 AKTUELLE DISKUSSIONEN UM DAS KONZEPT UNBEWUßTER PHANTASIEN
3.2.1 Das Phantasiekonzept von MARTIN DORNES
3.2.1.1 Repräsentationen und Phantasien
3.2.2 DANIEL N. STERNs Modell der Säuglingsrepräsentationen als Grundlage eines Verständnisses von Phantasietätigkeit
3.2.2.1 STERNs Repräsentationsbegriff
3.2.2.2 Emergenter Moment
3.2.2.3 Schema-des-Zusammenseins-mit-einem-Anderen
3.2.2.3.1 Temporale Gefühlsgestalten bzw. zeitliche Gefühlsform als Grundmodell eines Affekt-Schemas
3.2.2.3.2 Protonarrative Hüllen
3.2.2.4 STERNs Konzept zur Entstehung von Phantasien
3.2.3 Zusammenfassung von DANIEL N. STERNs Repräsentations-modell
3.2.3.1 Antwort auf einen denkbaren Zwischenruf
3.3 ABSCHLUßBEMERKUNGEN ÜBER DIE DISKUSSION DES BEGRIFFES UNBEWUßTE PHANTASIE
IV. DIE SOZIALISATORISCHE BEDEUTUNG ELTERLICHER PHANTASIEN
4.1 ZWEI VORAUSGEHENDE KRITISCHE ANMERKUNGEN
4.2 FORMEN ELTERLICHER PHANTASIEN
4.2.1 HORST-EBERHARD RICHTERs frühe Würdigung elterlicher Phantasien
4.2.1.1 Kleiner geschichtlicher Abriß
4.2.1.2 RICHTERs Verständnis der »Rolle des Kindes«
4.2.1.2.1 Die Rollen-Skalen
4.2.1.2.2 Die Rolle des Kindes als Substitut für einen Aspekt des eigenen (elter-lichen) Selbst
4.2.1.2.3 Die Rolle des Kindes als Substitut für einen anderen Partner
4.2.1.3 Kritische Anmerkungen
4.2.2 T. BERRY BRAZELTON und BERTRAND G. CRAMER: Imaginäre Interaktion
4.2.2.1 Das Gespenst der Vergangenheit
4.2.2.2 Die Neuinszenierung alter Beziehungsformen
4.2.2.3 Das Kind als Teil seiner Eltern
4.2.2.4 Abschlußbemerkung
4.2.3 DANIEL N. STERNs Theorie der elterlichen Schemata-des-Zusammenseins
4.2.3.1 Der Säugling und die mütterlichen Repräsentationen
4.2.3.2 Der Säugling und die väterlichen Repräsentationen
4.2.3.3 STERNs vier klinische Modelle der repräsentationalen Welt
4.2.3.3.1 Das Modell des dominanten Themas
4.2.3.3.2 Das Modell der Phaseninadäquatheit oder das ontogenetische Modell
4.2.3.3.3 Das Modell der Verzerrungen
4.2.3.3.4 Das Modell der narrativen Kohärenz
V. BINDUNGSTHEORETISCHE ASPEKTE ZUM SOZIALISATORISCHEN EINFLUß ELTERLICHER PHANTASIEN
5.1 HISTORISCHER ABRIß ZUR ENTWICKLUNG DER BINDUNGS-THEORIE
5.2 DEFINITION VON BINDUNG
5.3 ABGRENZUNGEN ZUR PSYCHOANALYSE
5.4 DIE REPRÄSENTATIONALE DIMENSION VON BINDUNG
5.4.1 Innere Arbeitsmodelle von Bindung
5.4.2 Die »Fremde Situation«
5.4.3 Vier Muster der Bindung
5.4.3.1 Sicher gebunden (secure: B)
5.4.3.2 Unsicher-vermeidend gebunden (insecure-avoidant: A)
5.4.3.3 Unsicher-ambivalent gebunden (insecure-resistant/ambivalent: C)
5.4.3.4 Desorganisiert/desorientiert gebunden (disorganized/Disoriented: D)
5.4.3.5 Bindungsmuster der frühen Kindheit: Zusammenfassung und Ergänzung
5.4.4 Die Erfassung elterlicher Bindungsrepräsentationen
5.4.4.1 Das Adult Attachment Interview
5.4.4.1.1 Sicher-autonom (free/secure/autonomous: F)
5.4.4.1.2 Unsicher-distanziert/Abweisend (dismissing: D)
5.4.4.1.3 Unsicher-präokkupiert/verstrickt (entangled/enmashed/preoccupied: E)
5.4.4.1.4 Unverarbeitetes Trauma (unresolved: U) und »cannot classify« (CC)
5.4.4.2 Bindungsmuster im Erwachsenenalter: Zusammenfassung
5.5 DER TRANSGENERATIONALE ASPEKT VON BINDUNG
5.5.1 Empirische Studien zur transgenerationalen Übertragung von Bindungsmustern
5.5.1.1 Anmerkungen
5.5.2 Transgenerationale Übertragungsmechanismen
5.5.2.1 Die mütterliche Feinfühligkeit – maternal attunement/responsiveness
5.5.2.1.1 Die Affektanpassung (»affect attunement«)
5.5.3 Zusammenfassung und kritische Anmerkungen
VI. SCHLUßBETRACHTUNG
Die Arbeit untersucht die sozialisatorische Bedeutung von Phantasien innerhalb der Eltern-Kind-Interaktion, indem sie klassische psychoanalytische Konzepte mit moderner Säuglingsforschung und Bindungstheorie verbindet. Das primäre Ziel ist es aufzuzeigen, wie elterliche unbewusste Phantasien und innere Repräsentationen das Verhalten des Säuglings beeinflussen und transgenerational übertragen werden.
3.1.1.1.1 Bewußte Phantasie und Handeln
Um ein Verständnis für die den elterlichen Verhaltensmotivationen zugrundeliegenden Phantasien zu entwickeln, sei an dieser Stelle auf den Zusammenhang zwischen Phantasie und Handeln hingewiesen. Dabei wird eine genetische Perspektive notwendig, da im Gegensatz zum Erwachsenenalter bei Beginn des Lebens Phantasie und Realität noch kein Nebeneinander genießen. So kann bei der frühen Unterscheidung zwischen Innen und Außen die Hinzunahme der Motorik von großer Hilfe sein (vgl. SCHUMACHER 1986, S. 16). Zunächst bekundet der Säugling seine Unlust mit Schreien und Zappeln, die als früheste Formen motorischer Äußerungen gelten. Mit zunehmenden Alter entwickelt sich die Fähigkeit zur Phantasie, um dem primären Lust-Ich eine Möglichkeit zu geben, den Zwängen der Realität und damit dem Ausbleiben unmittelbarer Bedürfnisbefriedigung ausweichen zu können. Mit der zunehmenden Reifung der Phantasiefähigkeit wird die Phantasie von der Motorik abgekoppelt (vgl. ebd., S. 17). Diese Abkoppelung stellt einen kontinuierlichen Entwicklungsprozeß dar. Im Stadium des kindlichen Spiels ist die Loslösung von Phantasie und Motorik noch nicht vollständig. Durch das Spielen errichtet das Kind übergangsweise einen Raum auf,
„in dem auch motorisch das noch mitvollzogen werden kann, was später, bei Erwachsenen, gänzlich hinter der Stirn verschwindet“ (ebd., S. 18).
Das, was dadurch mitvollzogen wird, beschreibt zentrale psychische Tätigkeiten wie z.B. das Denken, Wahrnehmen oder Fühlen, die alle einen sehr ursprünglichen Charakter besitzen. Im Spiel lernt das Kind auf äußere Handlungen zugunsten eines verinnerlichten Handelns zu verzichten, um das zunehmende Ausbleiben von unmittelbaren Bedürfnisbefriedigungen zu kompensieren.
I. AUSSAGEN KLASSISCHER PSYCHOANALYSE ZUR THEMATIK: Einführung in die metapsychologischen Grundlagen und das psychoanalytische Entwicklungsmodell nach Freud.
II. WANDLUNGEN IN DER SICHT VOM SÄUGLING: Untersuchung des Paradigmenwechsels vom klinisch rekonstruierten zum beobachtbaren, kompetenten Säugling.
III. DIE ENTWICKLUNG DES PHANTASIEBEGRIFFS IN DER PSYCHOANALYSE IN BEZUG AUF DAS VERSTÄNDNIS DER ELTERN-KIND-INTERAKTION: Historische Analyse des Phantasiebegriffs und dessen Erweiterung durch moderne Theorien.
IV. DIE SOZIALISATORISCHE BEDEUTUNG ELTERLICHER PHANTASIEN: Analyse elterlicher Projektionen und deren Auswirkung auf das Kind.
V. BINDUNGSTHEORETISCHE ASPEKTE ZUM SOZIALISATORISCHEN EINFLUß ELTERLICHER PHANTASIEN: Verknüpfung der Bindungstheorie mit der transgenerationalen Übertragung von Bindungsmustern.
VI. SCHLUßBETRACHTUNG: Zusammenfassendes Fazit der theoretischen Arbeit und Ausblick auf pädagogische Relevanz.
Psychoanalyse, Bindungstheorie, Säuglingsforschung, Phantasie, Unbewusstes, Eltern-Kind-Interaktion, Repräsentationen, Sozialisation, Projektion, Übertragung, Bindungsmuster, transgenerationale Übertragung, Feinfühligkeit, Triebtheorie, Objektbeziehungstheorie
Die Diplomarbeit untersucht die Bedeutung unbewusster und bewusster Phantasien von Eltern im Sozialisationsprozess von Säuglingen, basierend auf psychoanalytischen und bindungstheoretischen Ansätzen.
Die zentralen Themen sind das Verständnis des Unbewussten, die moderne Säuglingsforschung, die Entwicklung des Phantasiebegriffs und die interpersonelle Dynamik der Eltern-Kind-Beziehung.
Ziel ist es zu belegen, dass Phantasieinhalte einerseits von Sozialisationserfahrungen abhängen und andererseits eine erhebliche sozialisatorische Kraft besitzen, die das Verhalten des Kindes prägt.
Es handelt sich um eine theoretische Arbeit, die Konzepte aus der Psychoanalyse, Säuglingsforschung und Bindungstheorie systematisch vergleicht, historisch einordnet und synthetisiert.
Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung klassischer psychoanalytischer Grundlagen, den Wandel in der Säuglingssicht, die Entwicklung des Phantasiebegriffs sowie die Analyse elterlicher Phantasien und transgenerationaler Bindungseinflüsse.
Psychoanalyse, Bindungstheorie, Phantasie, Sozialisation, Säuglingsforschung, Transgenerationalität.
Der Säugling wird nicht mehr nur als passives, triebgesteuertes Wesen gesehen, sondern als „kompetenter Säugling“, der aktiv Reize wahrnimmt und in einem interaktiven Austausch mit den Eltern steht.
Das Konzept wird von der klassischen Sichtweise (als Triebabkömmling) bis hin zu neueren, systemtheoretischen und kognitiven Modellen differenziert betrachtet, wobei besonders die Frage nach der zeitlichen Entstehung im Vordergrund steht.
Der GRIN Verlag hat sich seit 1998 auf die Veröffentlichung akademischer eBooks und Bücher spezialisiert. Der GRIN Verlag steht damit als erstes Unternehmen für User Generated Quality Content. Die Verlagsseiten GRIN.com, Hausarbeiten.de und Diplomarbeiten24 bieten für Hochschullehrer, Absolventen und Studenten die ideale Plattform, wissenschaftliche Texte wie Hausarbeiten, Referate, Bachelorarbeiten, Masterarbeiten, Diplomarbeiten, Dissertationen und wissenschaftliche Aufsätze einem breiten Publikum zu präsentieren.
Kostenfreie Veröffentlichung: Hausarbeit, Bachelorarbeit, Diplomarbeit, Dissertation, Masterarbeit, Interpretation oder Referat jetzt veröffentlichen!

