Magisterarbeit, 2003
115 Seiten, Note: sehr gut
VORWORT
1 EINLEITUNG
2 FORSCHUNGSEINBLICK
2.1 BIRKMANN (1987): „PRÄTERITO-PRÄSENTIA“
2.2 JONGEBOER (1985): „IM IRRGARTEN DER MODALITÄT“
2.3 VATER (1975): „WERDEN ALS MODALVERB“
3 ZUM BEGRIFF DES PRÄTERITO-PRÄSENS
3.1 DIE DIACHRONIE: ORIGINÄRE PRÄTERITO-PRÄSENTIA
3.2 DIE SYNCHRONIE: PRÄTERITO-PRÄSENTISCHES LEXEM/
FLEXIONSMUSTER
4 ZUM BEGRIFF DES MODALVERBS
5 PRÄTERITO-PRÄSENTIA, IHR FLEXIONSMUSTER UND MODALVERBEN
6 VOM ORIGINÄREN PRÄTERITO-PRÄSENS ZUM PRÄTERITO-PRÄSENTISCHEN FLEXIONSMUSTER/ LEXEM
6.1 GOTISCH
6.1.1 GOTISCH WILJAN
6.2 ALTHOCHDEUTSCH
6.2.1 ALTHOCHDEUTSCH WELLEN
6.3 MITTELHOCHDEUTSCH
6.3.1 MHDT. WELLEN/ WOLLEN
6.4 FRÜHNEUHOCHDEUTS CH
6.4.1 FRÜHNEUHOCHDEUTSCH WELLEN/ WOLLEN (Ö/Ü)
6.5 NEUHOCHDEUTSCH
6.5.1 NEUHOCHDEUTSCH WOLLEN
6.6 ZUSAMMENFASSUNG
7 VOM ORIGINÄREN PRÄTERITO-PRÄSENS ZUM MODALVERB
7.1 GOTISCH
7.2 ALTHOCHDEUTSCH
7.3 MITTELHOCHDEUTSCH
7.4 FRÜHNEUHOCHDEUTS CH
7.5 NEUHOCHDEUTSCH
7.6 ZUSAMMENFASSUNG
8 FAZIT
Die Arbeit untersucht den diachronen Grammatikalisierungsprozess der deutschen Präterito-Präsentia und Modalverben vom Althochdeutschen bis zum Neuhochdeutschen, um die morphologischen und syntaktisch-semantischen Zusammenhänge zwischen diesen beiden verbalen Klassen zu klären.
3 ZUM BEGRIFF DES PRÄTERITO-PRÄSENS
Der Begriff des Präterito-Präsens ist auf zwei Arten interpretierbar: zum einen unter dem Gesichtspunkt der Sprachdiachronie, zum anderen unter dem Gesichtspunkt der Sprachsynchronie. Unter dem Gesichtspunkt der Sprachdiachronie bezeichnet der Begriff Präterito-Präsens eine Gruppe von Verben, die eine „Uminterpretation“ in ihrer verbalen Semantik erfahren haben. Unter sprachsynchronen Gesichtspunkten bezeichnet der Begriff Präterito-Präsens ein gesamtes Flexionsmuster als Teilflexionsklasse innerhalb eines synchronen Gesamtverbsystems. Dieser definitorische Unterschied mag auf den ersten Blick nicht ganz deutlich sein, ist für diese Arbeit aber von Bedeutung. Im weiteren wird bei diachroner Begriffsinterpretation der Terminus „originäres Präterito-Präsens“ verwandt; bei synchroner Begriffsinterpretation der Terminus „präterito-präsentisches Flexionsmuster“. Ihm angehörige Lexeme sind „präterito-präsentische Lexeme“. Diese, den beiden Begriffsauffassungen zugrunde liegenden Prinzipien, werden im weiteren erläutert.
1 EINLEITUNG: Einführung in die verbale Sonderklasse der Präterito-Präsentia und die Forschungsfrage nach deren Zusammenhang mit Modalverben.
2 FORSCHUNGSEINBLICK: Überblick über die bestehende wissenschaftliche Literatur, insbesondere zu Birkmanns Sprachwandelmodell und der funktionalen Abgrenzung von Modalität.
3 ZUM BEGRIFF DES PRÄTERITO-PRÄSENS: Differenzierung zwischen der diachronen Entstehung und der synchronen flexionsmorphologischen Kategorisierung des Präterito-Präsens.
4 ZUM BEGRIFF DES MODALVERBS: Festlegung von Merkmalskriterien zur Bestimmung von Modalverben, insbesondere durch deren spezifische Semantik und syntaktische Rektionseigenschaften.
5 PRÄTERITO-PRÄSENTIA, IHR FLEXIONSMUSTER UND MODALVERBEN: Vorbereitender Vergleich der Merkmalsmatrixen zur Einordnung der Verben.
6 VOM ORIGINÄREN PRÄTERITO-PRÄSENS ZUM PRÄTERITO-PRÄSENTISCHEN FLEXIONSMUSTER/ LEXEM: Untersuchung der diachronen morphologischen Veränderungen im Stammvokalismus über verschiedene Sprachstufen.
7 VOM ORIGINÄREN PRÄTERITO-PRÄSENS ZUM MODALVERB: Analyse der Entwicklung der Modalverbfunktion und der Übernahme syntaktisch-semantischer Merkmale.
8 FAZIT: Zusammenführung der Ergebnisse zur sprachhistorischen Grammatikalisierung und Beantwortung der Ausgangsfrage zur Beziehung zwischen Präterito-Präsentia und Modalverben.
Präterito-Präsentia, Modalverben, Grammatikalisierung, Sprachgeschichte, Flexionsmorphologie, Verbalsemantik, Diachronie, Synchronie, Sprachwandel, Vokaldifferenz, Null-Allomorph, Indogermanisch, Germanisch, Althochdeutsch, Neuhochdeutsch.
Die Magisterarbeit untersucht die sprachhistorische Beziehung zwischen der verbalen Sonderklasse der Präterito-Präsentia und der Gruppe der Modalverben im Deutschen.
Die Untersuchung konzentriert sich auf die morphologische Flexion und die semantisch-syntaktische Funktionalisierung der Verben im Laufe der Sprachentwicklung.
Die Arbeit geht der zentralen Frage nach, ob Präterito-Präsentia Modalverben sind oder ob Modalverben als Präterito-Präsentia einzuordnen sind, unter Berücksichtigung ihrer historischen Entwicklung.
Es wird eine diachrone Analyse auf Basis von Merkmalsmatrixen durchgeführt, die den morphologischen Umbau und die syntaktisch-semantische Grammatikalisierung über verschiedene Sprachstufen hinweg verfolgt.
Der Hauptteil analysiert detailliert die Herausbildung des präterito-präsentischen Flexionsmusters sowie die Übernahme der Modalverbfunktion vom Gotischen bis zum Neuhochdeutschen.
Wichtige Begriffe sind Präterito-Präsentia, Modalverben, Grammatikalisierung, Vokaldifferenz und Flexionsmorphologie.
„Wollen“ ist kein originäres Präterito-Präsens, hat sich aber im Laufe der Sprachentwicklung durch Analogiebildung dem Flexionsmuster der Präterito-Präsentia angeglichen und fungiert heute als Modalverb.
„Wissen“ ist zwar ein originäres Präterito-Präsens und weist das entsprechende Flexionsmuster auf, fungiert jedoch im heutigen Deutsch nicht als Modalverb im klassischen Sinne.
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