Examensarbeit, 2003
19 Seiten
Vorwort
Die Rolle der christlichen Kirche
Die katholische Kirche und das Reichskonkordat
Die evangelische Kirche spaltet sich
Anstellungsfragen
Die arische Abstammung
Würde und stilistische Orientierung des Kirchenmusikers
Von Beruf Kirchenmusiker
Die Situation der Kirchemusik und der Künstler
Politische Versprechen und Realität
Chorwesen
Komponisten
Die Orgel im Dienst der Kirche und der Propaganda
Epilog
Diese Jahresarbeit untersucht das kirchenmusikalische Schaffen und Wirken in Deutschland während der Zeit der nationalsozialistischen Diktatur zwischen 1933 und 1945. Dabei wird insbesondere beleuchtet, wie der politische Einfluss des NS-Regimes auf die Künste, die Struktur der Kirchen sowie den Berufsstand der Kirchenmusiker wirkte, wobei ein Fokus auf der evangelischen Kirchenmusik liegt.
Würde und stilistische Orientierung des Kirchenmusikers
Ab Mitte des 18. Jahrhunderts litt die evangelische Kirchenmusik darunter, dass sich keine so grossen Exponenten wie Heinrich Schütz und Johann Sebastian Bach mehr zeigten, die sowohl Komponisten, als auch in erster Linie Kirchenmusiker waren. Selbstverständlich gab es noch evangelische Komponisten von Bedeutung, die für die Kirche komponierten, aber sie standen nicht im Dienste der Kirche. Entsprechend ging auch das Ansehen der tätigen Kirchenmusiker zurück.
Der Umbruch im politischen System in Deutschland führte nun dazu, dass sich auch eine Erneuerungsbewegung innerhalb der evangelischen Kirche bildete, die der Kirchenmusik wieder ihre Würde und den Musikern ihr Ansehen zurück geben wollte. So kam es, dass die repräsentativsten Kantoren und Organisten Deutschlands, unter ihnen Karl Straube (Thomaskantor in Leipzig), Günther Ramin (Organist, ebd.), Wolfgang Reimann (Professor für Orgel in Berlin) und viele andere, am 17. und 18. Mai 1933 eine Erklärung verfassten, in der sie formulierten, was sich aus einer zwanzigjährigen Entwicklung bereits abzeichnete.
Vorwort: Die Einleitung reflektiert die Freiheit des modernen Kirchenmusikers und begründet das wissenschaftliche Interesse an der Untersuchung des kirchenmusikalischen Wirkens in der Zeit der NS-Diktatur.
Die Rolle der christlichen Kirche: Das Kapitel behandelt das Reichskonkordat der katholischen Kirche sowie die interne Spaltung der evangelischen Kirche zwischen den "Deutschen Christen" und der "Bekennenden Kirche".
Anstellungsfragen: Hier wird der Einfluss der nationalsozialistischen Rassengesetze auf den Beruf des Kirchenmusikers und die Versuche der Kirchen, ihren Status zu wahren, analysiert.
Die Situation der Kirchemusik und der Künstler: Dieses Kapitel beleuchtet den Kontrast zwischen politischen Lippenbekenntnissen zum Christentum und der tatsächlichen repressiven Kulturpolitik, einschließlich der Schikanen gegen Chöre und Komponisten.
Die Orgel im Dienst der Kirche und der Propaganda: Der Text beschreibt die Instrumentalisierung der Orgel als Propagandainstrument des Regimes sowie die Einbindung des Instruments in nationalistische Feiergestaltungen.
Epilog: Die abschließenden Bemerkungen fassen die Erkenntnisse zusammen und unterstreichen die bleibende Bedeutung der damals angestoßenen kirchenmusikalischen Erneuerungen.
Kirchenmusik, Nationalsozialismus, Deutschland 1933-1945, Evangelische Kirche, Reichskonkordat, Bekennende Kirche, Deutsche Christen, Reichsmusikkammer, Orgel, Entkonfessionalisierung, Komponisten, Chorwesen, NS-Diktatur, Kirchenmusiker, Kulturpolitik
Die Arbeit untersucht, wie das nationalsozialistische Regime zwischen 1933 und 1945 das kirchenmusikalische Leben in Deutschland beeinflusste, einschränkte und teilweise für eigene Zwecke instrumentalisierte.
Die Arbeit fokussiert auf die politische Rolle der Kirchen, die rechtliche und gesellschaftliche Stellung der Kirchenmusiker, die Entwicklung des Chorwesens sowie die staatliche Einmischung in die Ausbildung und das kompositorische Schaffen.
Das Ziel ist ein Überblick über das Umfeld der Kirchenmusik unter den Bedingungen einer Diktatur, in der freies Denken und künstlerisches Schaffen stark eingeschränkt waren.
Es handelt sich um eine musikgeschichtliche Untersuchung, die auf der Analyse historischer Dokumente, zeitgenössischer Erklärungen und der Literatur zu kirchenmusikalischen Entwicklungen in der Zeit des Nationalsozialismus basiert.
Der Hauptteil gliedert sich in die politische Rolle der Kirchen, berufliche Anstellungsfragen (inklusive Abstammungsnachweise), die Situation von Künstlern und Komponisten sowie die Instrumentalisierung der Orgel durch die NS-Propaganda.
Zentrale Begriffe sind Kirchenmusik, Nationalsozialismus, Entkonfessionalisierung, Bekennende Kirche, Reichskulturkammer und die Instrumentalisierung der Kunst durch das NS-Regime.
Die "Bekennende Kirche" bildete ein Gegengewicht zu den "Deutschen Christen". Sie versuchte, die Unabhängigkeit der evangelischen Kirche und die Tradition der Kirchenmusik gegen die ideologische Vereinnahmung des Staates zu verteidigen.
Das NS-Regime nutzte die Orgel als "Repräsentationsinstrument". Man ließ für Parteitage große Instrumente bauen, die klanglich laut und wuchtig sein sollten, um die Macht des Staates in den Dienst der Feiergestaltung zu stellen.
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