Diplomarbeit, 2002
82 Seiten, Note: 1
1. EINLEITUNG - ENTWICKLUNG DER FRAGESTELLUNG
2. DAS UNTERSUCHUNGS DESIGN DER FALLSTUDIE
2.1 THEORETISCHE GRUNDLAGEN EMPIRISCHER SOZIALFORSCHUNG
2.2 DAS PROBLEMZENTRIERTE INTERVIEW NACH WITZEL (1982; 1985)
2.3 INSTRUMENTE DES PROBLEMZENTRIERTEN INTERVIEWS
2.4 ZUR INTERVIEWSITUATION NACH LAMNEK (1989)
2.5 METHODEN ZUR AUSWERTUNG DES PROBLEMZENTRIERTEN INTERVIEWS NACH WITZEL (1985), MAYRING (1991) UND VOLMERG, SENGHAAS-KNOBLOCH & LEITHÄUSER (1986)
3. THEORETISCHE ERÖRTERUNG ZUM FORSCHUNGSFELD DER EMPIRISCHEN UNTERSUCHUNG
3.1 EINFÜHRUNG UND BEGRIFFSDEFINITION DES INTERKULTURELLEN MANAGEMENTS NACH DÜLFER (1997)
3.2 ANNÄHERUNG EINER BEGRIFFSDEFINITION VON "KULTUR" ZUR DIFFERENZIERUNG KULTURELLER UNTERSCHIEDE VON GESELLSCHAFTEN NACH HOFSTEDE (1993)
3.3 URSACHEN BEI DER ENTSTEHUNG KULTURELLER UNTERSCHIEDE NACH HOFSTEDE (1993)
3.4 DIMENSIONEN VON KULTUR NACH HOFSTEDES (1993) ERHEBUNG: DIE MACHTDISTANZ ALS AUSDRUCK EMOTIONALER DISTANZ ZWISCHEN PERSONEN
3.4.1 Machtdistanz in der Familie
3.4.2 Machtdistanz in der Schule
3.4.3 Machtdistanz am Arbeitsplatz
3.5 KULTURSCHOCK UND KULTURELLE ANPASSUNG ALS FOLGE EINES WECHSELS IN EIN GASTLAND
4. DIE RAHMENBEDINGUNGEN DER VORLIEGENDEN EMPIRISCHEN UNTERSUCHUNG
4.1 ZUR KONTAKTAUFNAHME MIT DEN INTERVIEWPARTNERN IN MEXIKO
4.2 ZUR AUSWAHL EINER STICHPROBE VON INTERVIEWPARTNERN IN MEXIKO
4.3 ENTWICKLUNG EINES FRAGELEITFADENS
4.4 ZUR DURCHFÜHRUNG DER INTERVIEWS MIT DEUTSCHEN FÜHRUNGSKRÄFTEN IN MEXIKO
5. EXEMPLARISCHE FALLSTUDIEN – DARSTELLUNG VON BEFRAGUNGSERGEBNISSEN (THEMATISCH)
5.1 PERSÖNLICHE VORBEREITUNGSMAßNAHMEN VON DEUTSCHEN FÜHRUNGSKRÄFTEN FÜR DIE AUSLANDSENTSENDUNG NACH MEXIKO
5.2 WAREN DIE VORBEREITUNGSMAßNAHMEN AUSREICHEND?
5.3 PERSÖNLICHE ERWARTUNGEN AN MEXIKO
5.4 ZUM ERLEBEN KULTURELLER BESONDERHEITEN IN MEXIKO
5.5 PROBLEMATISCHE SITUATIONEN - EIN BEISPIEL FÜR ERLEBTE FETTNÄPFCHEN
5.6 ERLEBNISSE EINES KULTURSCHOCKS
5.7 VERHÄLTNIS VON MITARBEITER UND VORGESETZTE – EIN VERGLEICH ZWISCHEN MEXIKO UND DEUTSCHLAND
5.8 UMGANG MIT LOB UND TADEL DER BEFRAGTEN
5.9 ZUM ZEITVERSTÄNDNIS IN MEXIKO
6. ERKENNTNISGEWINN UND NUTZBARKEIT DER ERGEBNISSE – HINWEIS E FÜR DEUTSCHE FÜHRUNGSKRÄFTE ZUR KONSTRUKTIVEN BEWÄLTIGUNG PERSÖNLICHER PROBLEME BEIM AUSLANDSEINSATZ IN MEXIKO
6.1 ÜBERGREIFENDE DISKUSSION DER ERGEBNISSE
6.1.1 Vorbereitungsmaßnahmen zur Auslandsentsendung nach Mexiko
6.1.2 Erlebnisse eines Kulturschocks
6.1.3 Kulturelle Unterschiede zwischen mexikanischen Mitarbeitern und deutschem Vorgesetzten in Mexiko
6.2 HANDLUNGSEMPFEHLUNG
Die Diplomarbeit untersucht die persönlichen Problemfelder, mit denen deutsche Führungskräfte bei einer Auslandsentsendung nach Mexiko konfrontiert werden. Das Ziel der Fallstudie ist es, die subjektive Erfahrung dieses Anpassungsprozesses zu beleuchten, kulturelle Besonderheiten im beruflichen Alltag zu identifizieren und Handlungsempfehlungen für deutsche Fach- und Führungskräfte abzuleiten.
Problematische Situationen - Ein Beispiel für erlebte Fettnäpfchen
Herr M.: "Ja. Ich hatte einen Mitarbeiter, er war mein Vertreter, ausgebildeter mexikanischer Ingenieur. Mit dem haben wir mal Probleme besprochen, die wir in einer Lagerhalle hatten. Wir kamen jeden Morgen in den Betrieb und stellten fest, dass in dieser Lagerhalle große Unordnung herrschte. Das ist immer von der Nachtschicht verursacht worden. Dann haben wir diskutiert, da fehlt wohl die Aufsicht in der Nachtschicht. Was machen wir denn da und dann hat dieser, mein Vertreter, vorgeschlagen: 'Schicken Sie mich doch in die Nachtschicht. Ich regele das.' Ich habe das für einen sehr proaktiven Vorschlag gehalten und bin darauf eingegangen und dann, die Vereinbarung war in der folgenden Woche. Bevor er in die Nachtschicht ging, in den folgenden Tagen nach dem Gespräch, da lief er herum mit einem Gesicht wie sieben Tage Regenwetter. Ich habe mich immer gefragt, was hat er denn. Und dann habe ich ihn mal angesprochen, was mit ihm los sei. Dann sagte er: 'Ich bin ihr Vertreter und bin hier jeden Tag. Ich helfe Ihnen immer und ausgerechnet mich schicken Sie in die Nachtschicht.' Ich sage dann: 'Wieso denn? Sie haben es doch selber vorgeschlagen.' 'Ja aber in die Nachtschicht schicken wir immer die Leute, die man loswerden will, die so nix taugen. Die werden sozusagen abgeschoben. Ich habe erwartet, dass Sie mir sagen, nein, Sie können doch nicht in die Nachtschicht gehen. Ich brauche Sie doch.' Das hatte ich überhaupt nicht gecheckt. Da habe ich den also beleidigt, ohne das zu wollen. Und das war für mich ein Lehrbeispiel, wie man auch mit den Mexikanern umgehen kann. Das sie oft auch Sachen vorschlagen, aber es eventuell auch gar nicht meinen."
1. EINLEITUNG - ENTWICKLUNG DER FRAGESTELLUNG: Definition der Forschungsfrage zur psychologischen Belastung deutscher Expatriates in Mexiko und Begründung der Wahl einer qualitativen Fallstudie.
2. DAS UNTERSUCHUNGS DESIGN DER FALLSTUDIE: Erläuterung der methodischen Grundlagen, insbesondere der Anwendung des problemzentrierten Interviews nach Witzel zur Erfassung subjektiver Sichtweisen.
3. THEORETISCHE ERÖRTERUNG ZUM FORSCHUNGSFELD DER EMPIRISCHEN UNTERSUCHUNG: Einordnung der Thematik durch Begriffe wie interkulturelles Management, kulturelle Dimensionen nach Hofstede und die Phänomenologie des Kulturschocks.
4. DIE RAHMENBEDINGUNGEN DER VORLIEGENDEN EMPIRISCHEN UNTERSUCHUNG: Dokumentation des Auswahlprozesses der Interviewpartner und des methodischen Vorgehens bei der Erstellung des Frageleitfadens.
5. EXEMPLARISCHE FALLSTUDIEN – DARSTELLUNG VON BEFRAGUNGSERGEBNISSEN (THEMATISCH): Präsentation und Analyse der Interviewdaten zu Themen wie Vorbereitung, Kulturschock, Führungskultur und Zeitverständnis.
6. ERKENNTNISGEWINN UND NUTZBARKEIT DER ERGEBNISSE – HINWEIS E FÜR DEUTSCHE FÜHRUNGSKRÄFTE ZUR KONSTRUKTIVEN BEWÄLTIGUNG PERSÖNLICHER PROBLEME BEIM AUSLANDSEINSATZ IN MEXIKO: Synthese der Ergebnisse aus Theorie und Empirie mit praktischen Empfehlungen für den Berufsalltag in Mexiko.
Interkulturelles Management, Deutschland, Mexiko, Führungskräfte, Fallstudie, Kulturschock, Machtdistanz, Sozialforschung, Anpassungsprozess, Auslandseinsatz, Eigeninitiative, Hierarchiedenken, Problemzentriertes Interview, Personalmanagement
Die Arbeit analysiert die persönlichen Herausforderungen und Anpassungsprobleme, denen deutsche Führungskräfte bei der Entsendung in mexikanische Tochtergesellschaften begegnen.
Die Schwerpunkte liegen auf interkulturellen Differenzen im Führungsstil, dem Erleben von Kulturschocks, dem unterschiedlichen Verständnis von Pünktlichkeit und der Dynamik zwischen Vorgesetzten und Mitarbeitern.
Ziel ist es, ein tieferes Verständnis für die subjektiven Erfahrungen von Expatriates zu entwickeln, um daraus Erkenntnisse für eine effektivere Vorbereitung auf Auslandseinsätze in Mexiko zu gewinnen.
Der Autor verwendet das problemzentrierte Interview nach Witzel und die zusammenfassende Inhaltsanalyse nach Mayring, um individuelle Erfahrungen systematisch auszuwerten.
Im Hauptteil werden die theoretischen Hintergründe (z.B. Kulturdimensionen von Hofstede) mit den praktischen, exemplarischen Fallstudien der drei interviewten Führungskräfte verknüpft.
Kernbegriffe sind: Interkulturelles Management, Kulturschock, Machtdistanz, Eigeninitiative, Anpassungsprozess und Expatriates.
Die Führungskräfte berichten von verschiedenen Strategien: Einige setzen auf klare Ansagen und Sanktionen wie kleine Geldstrafen, andere versuchen, durch engere Einbindung in Arbeitsprozesse ein besseres Verständnis für Termine zu schaffen.
Die Studie verdeutlicht, dass deutsche Führungskräfte Kritik in Mexiko sehr behutsam und diplomatisch verpacken müssen, da die mexikanischen Mitarbeiter aufgrund eines ausgeprägten Stolzempfindens und der Hierarchie deutlich empfindlicher auf direkten Tadel reagieren als deutsche Arbeitnehmer.
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