Forschungsarbeit, 1993
85 Seiten
0. Einleitende Bemerkungen
1. Zur Vorgeschichte der Kernenergiewirtschaft der DDR
1.1. Vorleistungen deutscher Wissenschaftler für die Nutzung der kontrollierten Kernspaltung zur Energiegewinnung
1.2. Das Verbot der deutschen Kernforschung und die Interessen der Alliierten
2. Entwicklungsabschnitte in der Kernenergiewirtschaft der DDR
2.1. Der Einstieg in die Atomforschung und Isotopenanwendung
2.2. Rheinsberg - Lubmin - Stendal: Anfang und Ende der Kernenergiewirtschaft der DDR
Die Studie untersucht die wirtschafts-, wissenschafts- und technikgeschichtliche Entwicklung der Kernenergiewirtschaft in der DDR von ihren Anfängen bis zur Stilllegung der Reaktoren im Kernkraftwerk Nord, wobei sie insbesondere die politischen, ökologischen und ökonomischen Rahmenbedingungen sowie den Einfluss deutscher Wissenschaftler beleuchtet.
1.1. Vorleistungen deutscher Wissenschaftler für die Nutzung der kontrollierten Kernspaltung zur Energiegewinnung
In den ersten beiden Jahrzehnten des 20. Jahrhunderts, der Entstehungsphase der "modernen" Physik, hatte sich die experimentelle Forschungspraxis im Vergleich zur klassischen Physik nicht wesentlich gewandelt. Eine tiefgreifende Zäsur zog ab den 30er Jahren erst die Kernphysik nach sich. Die Initiative dazu kam hauptsächlich aus dem anglo-amerikanischen Bereich. Dort entwickelten und bauten technisch interessierte Physiker ab den späten 20er Jahren zur Erforschung des subatomaren Bereiches immer kompliziertere Maschinen, mit deren Hilfe sich neue Forschungsfelder erschließen ließen. Die hierzu erforderliche Geräteausstattung war jedoch finanziell sehr aufwendig. Während den Kernphysikern in den USA trotz Weltwirtschaftskrise ein relativ hoher Forschungsetat zur Verfügung stand, herrschte in Deutschland in jener Zeit noch die Mentalität der sparsamen experimentellen Hilfsmittel.
Es war Ernest Orlando Lewerence, der 1931 am Radiation Laboratory in Berkeley/USA das erste funktionsfähige Modell eines Zyklotrons baute, mit dem Protonen auf 80.000 Volt zu beschleunigen waren. Damit war der Startschuß für den Bau weiterer Beschleunigeranlagen gegeben, die mit Energien von mehreren MeV arbeiteten und mit denen man das Ziel der künstlichen Kernumwandlungen erreichte. Die rasche Vergrößerung der Zyklotronentypen, die sich nach der Entdeckung des Neutrons im Jahre 1932 als ideale Neutronenquellen erwiesen, erforderte nicht nur außerordentlich umfassende technische Leistungen der Konstrukteure, sondern zugleich Fähigkeiten im Management, um die nötigen Gelder zu beschaffen und die Vielzahl der für die Entwicklungsarbeiten und den Betrieb der komplizierten Geräte nötigen Arbeitskräfte zu koordinieren.
0. Einleitende Bemerkungen: Einführung in die Zielsetzung der Studie, die den Kernenergiesektor der DDR als Teil der Wirtschafts- und Technikgeschichte sowie als politisch sensibles Thema betrachtet.
1. Zur Vorgeschichte der Kernenergiewirtschaft der DDR: Analyse der wissenschaftlichen Vorleistungen im Bereich der Kernphysik und der restriktiven Maßnahmen der Alliierten nach 1945 gegenüber der deutschen Forschung.
2. Entwicklungsabschnitte in der Kernenergiewirtschaft der DDR: Detaillierte Betrachtung des Einstiegs in die Atomforschung, der Etablierung von Forschungseinrichtungen sowie der Inbetriebnahme und dem Ende der Kernkraftwerksprojekte in Rheinsberg, Lubmin und Stendal.
Kernenergiewirtschaft, DDR, Atomforschung, Kernkraftwerke, Uranbergbau, Isotopenanwendung, sowjetische Kooperation, Reaktortechnik, Umweltschutz, Sicherheitsstandards, Energiewirtschaft, Wirtschaftsgeschichte, Wissenschaftsgeschichte, Störfälle, Kernspaltung
Die Publikation beleuchtet die historische Entwicklung, die technologischen Grundlagen und die sozioökonomischen Bedingungen der Kernenergiewirtschaft in der DDR bis zur Wiedervereinigung.
Im Zentrum stehen die Anfänge der Kernforschung, die Rolle deutscher Wissenschaftler, der Uranbergbau, der Aufbau von Kernkraftwerken sowie die damit verbundenen technischen, politischen und ökologischen Probleme.
Das Ziel ist eine kritische Aufarbeitung der wirtschafts- und technikgeschichtlichen Kontexte der Kernenergienutzung in der DDR sowie der damit verknüpften politischen Prestigeprojekte und ihrer Folgen.
Die Arbeit basiert auf einer historischen Analyse, die Primärquellen, Dokumente der Zeit, statistische Daten und Fachpublikationen auswertet.
Der Hauptteil gliedert sich in die Vorgeschichte der Kernphysik in Deutschland, den Aufbau der Forschungs- und Produktionskapazitäten in der DDR sowie eine detaillierte Betrachtung der Kraftwerksstandorte Rheinsberg, Lubmin und Stendal.
Kernenergiewirtschaft, DDR, Kernforschung, Atomkraftwerke, Uranabbau, Isotopenanwendung, Sicherheit, Energiewende, Wirtschaftsgeschichte.
Die UdSSR lieferte technisches Know-how, Reaktoren und bildete Fachpersonal aus, wobei die DDR-Führung die Kernenergie als Chance zur wirtschaftlichen Profilierung innerhalb des RGW nutzte.
Der Abbau war durch mangelnde Sicherheitsvorkehrungen, enorme gesundheitliche Folgen für die Kumpel durch radioaktive Belastung und massive Umweltschäden in den Abbaugebieten gekennzeichnet.
Der Autor konstatiert, dass die Anlagen westlichen Standards unterlegen waren und ihre Sicherheit durch das Fehlen moderner Schutzmaßnahmen wie Sicherheitsglocken und effiziente Notkühlung kritisch zu betrachten ist.
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