Essay, 2000
10 Seiten
Gesellschaftlicher Wandel
Neue Politik in der globalisierten Informationsgesellschaft
Rechtspopulistische Programmatik
Wohlstandschauvinismus
Weimarer Erfahrungen
Demokratischer Totalitarismus
Die vorliegende Arbeit untersucht den Aufstieg des radikalen Rechtspopulismus in Westeuropa als Ausdruck einer tiefgreifenden gesellschaftlichen Transformation, die durch den Wohlstandschauvinismus als gemeinsames Merkmal der neuen und alten Mittelschichten geprägt ist. Die zentrale Forschungsfrage befasst sich mit der ideologischen Anfälligkeit dieser Mittelschichten für rechtspopulistische Strömungen im Kontext der Globalisierung.
Wohlstandschauvinismus
Wenn es den radikalen Rechtspopulisten gelingt, zwischen zwei im Grunde gegensätzlichen Positionen zu vermitteln, sich einerseits als Vertreter eines überfälligen (permanenten) Modernisierungskurses und anderseits als Anwalt der (vermeintlichen) Modernisierungsverlierer zu präsentieren- so scheint es, als seien hier - wieder einmal - besonders geschickte Verführer am Werk. Doch zu jedem Verführer gehören auch stets diejenigen, die sich verführen lassen wollen!
Deshalb sind die Bossi, Haider und Blocher, oder wie sie in Zukunft auch heißen mögen, lediglich die Personifizierung und Nutznießer des Problems. Das eigentliche Problem sind wir selbst! Es ist unser aller Wohlstandschauvinismus. Der nämlich ist die eigentliche Klammer, die Modernisierer und Modernisierungsverlierer, >neue< und (vermeintlich) >alte< Mitte zusammenhält.
Längst gibt es in Europa einen >Extremismus der Wohlanständigen<, dem nichts ferner liegt als die Einsicht, daß unsere persönliche Zufriedenheit und der Erhalt unserer Träume, wie die Zukunft unserer Kinder und Enkel nicht durch die Ausweitung, sondern nur durch die bewußte Beschränkung der eigenen Wünsche, also durch >das Prinzip des Genug<, gesichert werden können.
Gesellschaftlicher Wandel: Das Kapitel beleuchtet, wie sozio-ökonomische Veränderungen und der Wandel der politischen Kultur den Boden für rechtspopulistische Tendenzen in westlichen Gesellschaften bereitet haben.
Neue Politik in der globalisierten Informationsgesellschaft: Hier wird untersucht, wie Parteien durch die Kommunikation zwischen Modernisierungskurs und den Ängsten der Modernisierungsverlierer politisch profitieren.
Rechtspopulistische Programmatik: Dieser Abschnitt analysiert die Kernpunkte der Parteien, insbesondere deren Frontstellung gegen das politische Establishment und ihre neoliberale Ausrichtung.
Wohlstandschauvinismus: Das Kapitel identifiziert den Wohlstandschauvinismus als das verbindende Element, das gesellschaftliche Gruppen über klassische Trennlinien hinweg für rechtspopulistische Rhetorik empfänglich macht.
Weimarer Erfahrungen: Es wird der Bogen zur historischen Analyse der Anfälligkeit des Mittelstandes für extremistische Parolen geschlagen, unter Bezugnahme auf Soziologen wie Seymor M. Lipset und Theodor Geiger.
Demokratischer Totalitarismus: Das abschließende Kapitel diskutiert die Gefahr einer schleichenden Aushöhlung demokratischer Standards zugunsten einer autoritären, auf technischer Effizienz basierenden Staatsführung.
Rechtspopulismus, Wohlstandschauvinismus, Modernisierung, Globalisierung, Neoliberalismus, Weimarer Republik, Gesellschaftlicher Wandel, Politische Kultur, Mitte, Extremismus, Demokratischer Totalitarismus, Europäische Integration, Wirtschaftspolitik, Sozialer Wandel, Politische Kommunikation.
Die Arbeit analysiert den Aufstieg rechtspopulistischer Parteien in Westeuropa als ein strukturelles Symptom gesellschaftlicher Wandlungsprozesse.
Im Zentrum stehen der sozio-kulturelle Wandel, die neoliberale Programmatik rechtspopulistischer Parteien und die historische Analogie zur Instabilität der Weimarer Republik.
Das Ziel ist es, den Rechtspopulismus nicht als Randerscheinung, sondern als tiefgreifende Veränderung zu verstehen, die im "Wohlstandschauvinismus" der Mittelschichten verankert ist.
Es handelt sich um eine essayistische, soziologische Analyse, die aktuelle politische Entwicklungen mit historischen Theorien zur Mittelstandsbewegung verknüpft.
Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung gesellschaftlicher Rahmenbedingungen, die spezifische Programmatik der Parteien und eine kritische Reflexion über die Zukunft der europäischen Demokratie.
Die wesentlichen Begriffe sind Rechtspopulismus, Wohlstandschauvinismus, Globalisierung, neoliberale Politik und der Begriff des demokratischen Totalitarismus.
Die Arbeit argumentiert, dass der moderne Rechtspopulismus durch die direkte, medialisierte Kommunikation und die Verbindung von Modernisierungsverlierern mit einer neuen, global orientierten Leistungselite gekennzeichnet ist.
Damit beschreibt er eine Haltung der saturierten Mittelschicht, die ihren eigenen Wohlstand rücksichtslos gegenüber Fremden und vermeintlichen sozialen Absteigern verteidigen will.
Der Autor sieht in diesen Akteuren keine originären Ursachen, sondern lediglich Personifizierungen und Nutznießer einer bereits existierenden gesellschaftlichen Stimmung.
Der Autor warnt vor einem "demokratischen Totalitarismus", bei dem demokratische Fassaden erhalten bleiben, während autoritäre Handlungsmöglichkeiten zur Sicherung von Partikularinteressen ausgebaut werden.
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