Essay, 2000
10 Seiten
1. >Zeit ist Geld<
2. Ausgegrenzte und Überflüssige der Arbeitsgesellschaft
3. Keine Rückkehr zur Vollbeschäftigung
4. Das Ende der Arbeitsgesellschaft
5. Entschleunigung als Voraussetzung oder als Ziel guten Lebens?
Die Publikation analysiert die grundlegenden Transformationen der modernen Arbeitsgesellschaft im Kontext der zunehmenden Beschleunigung durch technologischen Fortschritt. Sie hinterfragt die ökonomische Fixierung auf Effizienz und hinterfragt die Nachhaltigkeit der aktuellen Arbeits- und Zeitökonomie, während sie alternative Lebensmodelle jenseits der klassischen Vollbeschäftigung diskutiert.
>Zeit ist Geld<
Wie kaum ein Zweiter hat der amerikanische Staatsmann und Erfinder Benjamin Franklin bereits im Jahre 1748 den Geist der Veränderungen erfaßt, von denen wir heute - ganz gleich ob in Faszination oder Furcht – allesamt gefangen sind.
>Bedenke, daß Zeit Geld ist; wer täglich 10 Schillinge durch seine Arbeit erwerben könnte und den halben Tag spazieren geht oder auf seinem Zimmer faulenzt, der darf, auch wenn er nur 6 Pence für sein Vermögen ausgibt, dies nicht allein berechnen, er hat neben dem noch 5 Shillinge ausgegeben oder vielmehr weggeworfen. [...]
Bedenke, daß Geld von einer zeugungskräftigen und fruchtbaren Natur ist. Geld kann Geld erzeugen, und die Sprößlinge können noch mehr erzeugen und sofort. Fünf Shillinge umgeschlagen sind sechs, wieder umgetrieben sieben Shilling, drei Pence und sofort, bis es 1.000 Pfund Sterling sind. Je mehr davon vorhanden ist, desto mehr erzeugt das Geld beim Umschlag, so daß der Nutzen schneller und immer schneller steigt.<
>Zeit ist Geld<: Dieses Kapitel erläutert die historische und ökonomische Verankerung des Zeitbegriffs bei Benjamin Franklin und dessen Einfluss auf die heutige Zeit-Allokation im Kapitalismus.
Ausgegrenzte und Überflüssige der Arbeitsgesellschaft: Die Autoren beschreiben die wachsende Schicht derjenigen, die aus den modernen Arbeits- und Konsumzusammenhängen ausgeschlossen sind oder unter extremem Beschleunigungsdruck stehen.
Keine Rückkehr zur Vollbeschäftigung: Hier wird dargelegt, warum eine Rückkehr zur klassischen Vollbeschäftigung aufgrund struktureller Veränderungen in der Dienstleistungs- und Computergesellschaft als unrealistisch gilt.
Das Ende der Arbeitsgesellschaft: Dieses Kapitel diskutiert die Positionen von Andre Gorz und das Projekt "New Work" von Frithjof Bergmann als kulturelle Alternativen zur erwerbszentrierten Gesellschaft.
Entschleunigung als Voraussetzung oder als Ziel guten Lebens?: Die Schlussbetrachtung hinterfragt die Grenzen der digitalen Beschleunigung und plädiert für ein Zeitverständnis, das den Fokus auf den "Kairos" – den geglückten Augenblick – legt.
Arbeitsgesellschaft, Zeitökonomie, Beschleunigung, Vollbeschäftigung, Digitalisierung, Kapitalismuskritik, Eigenarbeit, New Work, Zeit-Allokation, Entschleunigung, Kairos, Lebensqualität, soziale Ausgrenzung, Moderne, Technologisierung
Die Arbeit befasst sich mit der sozioökonomischen Entwicklung der modernen Arbeitsgesellschaft, die zunehmend durch technologische Beschleunigung und das Ende der klassischen Vollbeschäftigung geprägt ist.
Zentral sind der Wandel der Arbeitswelt, die ökonomische Instrumentalisierung von Zeit, die soziale Ausgrenzung und die Suche nach alternativen Lebensentwürfen jenseits der Erwerbsarbeit.
Das Ziel ist es, die Illusion einer dauerhaften Vollbeschäftigung aufzudecken und aufzuzeigen, wie ein gesellschaftlicher Wandel hin zu einer neuen Zeit- und Lebenskultur gelingen kann.
Es wird eine soziologische und philosophische Perspektive eingenommen, die sich auf Denker wie Max Weber, Andre Gorz und Frithjof Bergmann stützt.
Der Hauptteil analysiert den Druck auf die Mittelschichten durch die "Nanosekunden-Kultur", die Situation der Modernisierungsverlierer und die Notwendigkeit, Arbeit neu zu definieren.
Wichtige Begriffe sind Zeitökonomie, Beschleunigung, Arbeitsgesellschaft, Eigenarbeit und der Wandel vom quantitativen Zeitverständnis hin zum "Kairos".
Technologie wird als Treiber der Beschleunigung gesehen, der zwar Effizienz steigert, aber gleichzeitig menschliche Lebenszeit entwertet und die Kluft zwischen Erwerb und Daseinsvorsorge vertieft.
Der Begriff beschreibt den Versuch, das Leben durch Technologie und ständige Erreichbarkeit vollständig zu optimieren, was jedoch laut den Autoren ein Irrweg ist, da menschliches Glück nicht durch Quantität, sondern durch den gelungenen Augenblick definiert wird.
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