Magisterarbeit, 1994
47 Seiten, Note: 1
Philosophie - Theoretische (Erkenntnis, Wissenschaft, Logik, Sprache)
Einleitung
I. Die Erkenntnis der Erfahrung
II. Die Erfahrung der Sprache
III. Die Erfahrung der Kunst
Die vorliegende Arbeit untersucht das Verhältnis der Kunst zur Wirklichkeit durch eine tiefgreifende Analyse von Walter Benjamins Theorie der Erfahrung, wobei das Hauptaugenmerk auf der erkenntnistheoretischen und sprachphilosophischen Grundlegung seiner Ästhetik liegt.
Die Erfahrung der Sprache
Die Pointe der vorangegangenen, an Kant orientierten und rein erkenntnistheoretischen Überlegungen Benjamins liegt darin, daß er die grundlegende Problematik der Erfahrung letztendlich in den umfassenderen Horizont seiner Sprachphilosophie aufnimmt. Benjamins Gedanken zur Sprachtheorie finden sich im wesentlichen in zwei, zeitlich weit auseinanderliegenden und auf den ersten Blick nicht unmittelbar miteinander in Beziehung stehenden Texten. Es handelt sich zum einen um den Aufsatz: "Über die Sprache überhaupt und über die Sprache des Menschen" von 1916 und zum anderen um eine vier Seiten umfassende Notiz von 1933: "Lehre vom Ähnlichen".
Der frühe sprachphilosophische Aufsatz von Benjamin war von ihm zu keiner Zeit zur Veröffentlichung vorgesehen. Von dieser Arbeit existierten bisweilen lediglich vier Abschriften, deren Verbreitung er sehr sorgfältig überwachte. Der Text diente Benjamin vor allem als eine Art Selbstverständigung bezüglich einer Erfahrung von Sprache, die er hier tastend und bisweilen ausgesprochen kryptisch in erste begriffliche Bahnen zu lenken versucht. In einem Brief an Ernst Schoen vom 28.12.1917 kennzeichnet Benjamin den frühen Sprachaufsatz folgendermaßen: "Die Denkweise die mich damals beschäftigte (und deren damaliges Sonderproblem auch heute für mich noch nicht gelöst, aber in einen größeren Zusammenhang getreten ist) habe ich weiter auszubilden versucht ... Vor allem: für mich hängen die Fragen nach dem Wesen von Erkenntnis, Recht, Kunst zusammen mit der Frage nach dem Ursprung aller menschlichen Geistesäußerungen aus dem Wesen der Sprache. Dieser Zusammenhang ist es eben der zwischen den beiden vorzüglichen Gegenständen meines Denkens besteht."
Einleitung: Dieses Kapitel führt in das Forschungsverhältnis von Kunst und Wirklichkeit im Licht von Benjamins Philosophie ein und skizziert die methodische Abkehr von der Erlebnisästhetik.
I. Die Erkenntnis der Erfahrung: Hier wird Benjamins kritische Revision des Kantischen Erkenntnisbegriffs analysiert, wobei die Notwendigkeit einer Erfahrung aufgezeigt wird, die über die reine Naturwissenschaft hinausgeht.
II. Die Erfahrung der Sprache: Dieses Kapitel entfaltet Benjamins Sprachtheorie, differenziert zwischen verschiedenen Sprachebenen und untersucht die Rolle des "mimetischen Vermögens" und des "magischen Lesens".
III. Die Erfahrung der Kunst: Der Fokus liegt hier auf dem auratischen Kunstbegriff, der Wahrnehmungskrise der Moderne und der Rolle der Kunstkritik im Kontext des Schockerlebnisses.
Walter Benjamin, Erfahrungstheorie, Sprachphilosophie, Erkenntnistheorie, mimetisches Vermögen, Aura, Kunstkritik, Eingedenken, Sachgehalt, Wahrheitsgehalt, Schockerlebnis, Moderne, Tradition, Lesbarkeit, Transzendentalphilosophie.
Die Arbeit untersucht das Verhältnis zwischen Kunst und Wirklichkeit basierend auf der von Walter Benjamin entwickelten Theorie der Erfahrung.
Die zentralen Felder sind die Erkenntnistheorie, eine metaphysische Sprachphilosophie, die Kunstphilosophie und eine geschichtsphilosophische Kritik.
Das Ziel ist es aufzuzeigen, wie Benjamin den Begriff der Erfahrung als Kernstück seiner Ästhetik verankert und damit eine Alternative zur bürgerlichen Erlebnisästhetik entwirft.
Die Arbeit nutzt eine philologisch-kritische Methodik, um Benjamins Texte, Briefe und Notizen in ihrem philosophischen Zusammenhang zu rekonstruieren und zu interpretieren.
Der Hauptteil analysiert Benjamins Kant-Kritik, seine Schriften zur Sprachmagie, die Konzepte des mimetischen Lesens sowie die Rolle der Kunst im Zeitalter der technischen Reproduzierbarkeit.
Wichtige Begriffe sind unter anderem Erfahrung, Sprache, Mimesis, Aura, Eingedenken und Wahrheitsgehalt.
Benjamin ordnet die Kunst dem Sprachgehalt unter; Kunstwerke sind für ihn nicht bloße Produkte, sondern eine Form der "Dingsprache", die im Medium der Kunst zur Vollendung kommt.
Lesen ist für ihn gefährlich, weil es auf einem kritischen Augenblick basiert, in dem das "mimetische Bild" blitzartig aus dem Sinnzusammenhang hervortritt und nicht durch konventionelle, wissenschaftliche Analysen fixiert werden kann.
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