Examensarbeit, 2002
89 Seiten, Note: 1,7
I. Einleitung
I.1. Begriffsklärung
II. Voraussetzungen
II.1. Sprachgeschichtlicher Hintergrund
II.1.1. Emanzipation vom Latein
II.1.1.1. Ursprung
II.1.1.2. Vulgärlatein
II.1.1.2.1. Konzil von Tours
II.1.1.2.2. Glossare
II.1.1.2.3. Königlicher Erlaß von Villers-Cotterêts
II.2. Weltlicher und religiöser Hintergrund
II.2.1. Staat und Kirche
II.2.1.1. Sakrale Rolle des Königs
II.2.1.2. Gallikanismus
II.2.1.2.1. Pragmatische Sanktion
II.2.1.3. Funktion des Parlement
II.2.1.4. Herrscher
II.2.1.4.1. François I.
II.2.1.4.2. Exkurs Religionskriege
II.2.2. Gesellschaft und Kirche
II.2.2.1. Bildung
II.2.2.2. Humanismus
III. Träger des Umbruchs
III.1. Guillaume Budé
III.1.1. Vita
III.1.1.1. Hinwendung zum Griechischen
III.1.1.2. Berufung der Lecteurs royaux
III.1.2. Budé und die Reformauseinandersetzung
III.1.3. Werk
III.1.3.1. Philologisch: De asse
III.1.3.2. Französisch: De l’institution du Prince
III.1.3.3. Religiös: De transitu
III.2. Jean Calvin
III.2.1. Biographie
III.2.1.1. Jugend
III.2.1.2. Bildung
III.2.1.2.1. Artistenfakultät
III.2.1.2.2. Höhere Fakultäten
III.2.1.3. Konversion
III.2.1.3.1. Nicolas Cops Rektoratsrede
III.2.1.3.2. Affaire des placards
III.2.1.4. Erste Ausgabe der Institutio
III.2.1.5. Erster Genfer Aufenthalt
III.2.1.6. Wirken in Straßburg
III.2.1.7. Zweiter Genfer Aufenthalt
III.2.1.7.1. Prozeß gegen Servet
III.2.1.7.2. Gründung der Genfer Akademie
III.2.1.7.3. Ausstrahlung
III.2.2. Sprachliches Wirken Calvins
III.2.2.1. Latein vs. Französisch
III.2.2.2. Calvins Stil
III.2.2.3. Reaktion seiner Gegner
IV. Formen der Verbreitung der christlichen Botschaft
IV.1. Martin Luthers deutsche Bibel
IV.2. Tradition volkssprachlicher Bibeln in Frankreich
IV.2.1. Ausgangssituation
IV.2.2. Bezugspunkt Vulgata
IV.2.3. Volkssprachliche Bibelübersetzungen
IV.2.4. Verbot volkssprachlicher Übersetzungen
IV.2.5. König und Bibel
IV.2.6. Die Übersetzung von Jacques Lefèvre d’Estaples
IV.2.7. Bibel von Olivétan
IV.3. Predigt
IV.3.1. Entstehung von Calvins Predigten
IV.3.2. Zeitgenössische Berichte
IV.3.3. Zur Oralität der Predigten
V. Sprachliche Analyse einer Predigt
V.1.1. Textgrundlage
V.1.2. Predigtausschnitt
V.1.3. Übersetzung
V.1.4. Analyse
V.1.4.1. Aufbau
V.1.4.2. Graphie
V.1.4.3. Lexik
V.1.4.4. Stilmittel
VI. Fazit
Die Arbeit untersucht den Umbruch in der Verbreitung der christlichen Botschaft im 16. Jahrhundert, wobei der Fokus auf dem Wandel vom Latein zu den Volkssprachen, insbesondere dem Französischen, liegt. Es wird analysiert, wie die humanistische Gelehrsamkeit und die Reformation dazu beitrugen, die Volkssprache als Medium für religiöse und wissenschaftliche Diskurse zu etablieren.
V.1.2. Predigtausschnitt
Voila comme Dieu a parlé des sacrificateurs anciens. Ainsi auiourd’huy ne trouvons point estrange, si ces bestes cornues de la papauté encores usurpent ce tiltre de Prelats et d’Evesques, et qu’ils vueillent qu’on les adore, sous ombre de ce qu’ils se vantent d’avoir le regime de l’Eglise: mais tout ne sera que mensonge: car il nous faut regarder s’ils sont instituez de Dieu ou non, s’ils se sont là ingerez d’eux-mesmes. Il y a nul fondement. Car comme il est dit en l’Epistre aux Hebrieux cinquiesme chapitre: Nul ne doit usurper l’honneur en l’Eglise: car ce n’est point à l’homme de s’introduire, mais il faut que nous soyons appellez.
Or il est certain que Iesus Christ declairant la volonté de Dieu son Pere et la sienne, n’a pas constitué des gens muets, qui se fissent valloir seulement par une mittre à deux cornes, et par tel badinages: il n’a point voulu ieu de farce, qu’on fust desguisé, et puis cependant qu’on ne sceust point à quel propos tout cela estoit: il n’a point voulu faire des agios, que celuy qui sait bien faire des croix, et qui sait bien benir des autels en se mocquant de Dieu et de toute sa doctrine: nostre Seigneur Iesus Christ donc n’a pas mis en avant telles pollutions de son Eglise: mais Satan a tout corrompu. Et pourtant ceux qui auiourd’huy en la papauté se disent prelats, ne peuvent alleguer qu’ils soyent envoyez de Dieu, ne qu’ils ayent aucune authorité ni credit au nom de Iesus Christ: car il les desadvoue, pource qu’ils ont rien de semblable à ce qu’il a institué.
I. Einleitung: Hinführung zum Thema des Sprachwandels und der Bedeutung des Wortes in der Reformation.
II. Voraussetzungen: Darstellung des sprachgeschichtlichen und politisch-religiösen Hintergrunds, insbesondere der Stellung von Staat und Kirche.
III. Träger des Umbruchs: Analyse der Rollen von Guillaume Budé und Jean Calvin sowie deren humanistischer und theologischer Wirksamkeit.
IV. Formen der Verbreitung der christlichen Botschaft: Untersuchung von Bibelübersetzungen und der Bedeutung der Predigt in der Volkssprache.
V. Sprachliche Analyse einer Predigt: Detaillierte Untersuchung eines Predigtausschnitts von Calvin hinsichtlich Aufbau, Graphie, Lexik und Stilmitteln.
VI. Fazit: Zusammenfassung der Ergebnisse zum Einfluss von Calvin auf die französische Sprache und die Reformation.
Reformation, Humanismus, Latein, Französisch, Jean Calvin, Guillaume Budé, Bibelübersetzung, Vulgärsprache, Predigt, Gallikanismus, Kirchenzucht, Sprachgeschichte, Liturgie, Theologie, Volkskultur.
Die Arbeit beleuchtet den sprachlichen und religiösen Wandel im 16. Jahrhundert, bei dem sich das Französische als Schriftsprache neben dem Latein für theologische Inhalte emanzipierte.
Die Arbeit behandelt die Rolle des Humanismus, die Reformation in Frankreich, den Stellenwert von Bibelübersetzungen und die rhetorischen Besonderheiten der Predigten von Jean Calvin.
Es soll exemplarisch aufgezeigt werden, wie der Umbruch in der Verbreitung der christlichen Botschaft eng mit der Aufwertung der französischen Volkssprache verbunden war.
Es handelt sich um eine geisteswissenschaftliche Analyse, die historische Quellen (z.B. von Budé und Calvin) sowie linguistische Analysen (Stil, Lexik, Graphie) kombiniert.
Der Hauptteil analysiert die Voraussetzungen des Sprachwandels, die Rolle von Protagonisten wie Budé und Calvin sowie die Methoden der Verbreitung der christlichen Lehre durch Bibeln und Predigten.
Wichtige Begriffe sind Reformation, Humanismus, Französische Sprachgeschichte, Jean Calvin, Guillaume Budé und der Übergang vom Latein zur Volkssprache.
Budé wird als bedeutender Humanist gewürdigt, der durch seine philologische Arbeit den Boden für kritische Textanalysen bereitete, auch wenn er selbst konservativ blieb und der Reformation skeptisch gegenüberstand.
Calvin nutzte die französische Sprache sehr gezielt, um seine reformatorischen Ideen einem breiteren Publikum verständlich zu machen, wobei er durch einen klaren und logischen Stil überzeugt, der sich von der damaligen rhetorischen Schwerfälligkeit abhob.
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