Essay, 2006
30 Seiten
I. Cockshott/Cottrell: Towards a New Socialism
II. Arno Peters: Das Äquivalenz-Prinzip als Grundlage der Global-Ökonomie
III. Heinz Dieterich: Der Sozialismus des 21. Jahrhunderts
IV. Zusammenfassung und Ausblick
V. Schlussbetrachtung
Die Arbeit analysiert und vergleicht theoretische Entwürfe für einen modernen Sozialismus, die auf der Kopplung von Arbeitswertlehre, ökonomischer Planung und computergestützter Steuerung basieren. Ziel ist es, aufzuzeigen, wie eine auf dem Äquivalenzprinzip beruhende Wirtschaftsordnung soziale Gerechtigkeit und Demokratie in einer globalisierten Welt ermöglichen kann.
I.
Es waren zunächst W. Paul Cockshott und Allin Cottrell, die 1993 verkündeten „Towards a New Socialism“. Als Kontrapunkt zur ökonomisch–politischen Realität beharren sie darauf, dass eine sozialistische Planung auf Basis der Arbeitszeitberechnung mit Hilfe der Computertechnik und mathematischen Verfahren, wie Iterations-, Simultantechniken und Input–Output–Tabellen möglich ist.
Mit ihrer Studie wandten sie sich gezielt gegen Alec Noves Thesen, den Markt als Zentralmechanismus zur Gestaltung komplexer Gesellschaften zu akzeptieren. Denn mit diesen Thesen beeinflusste Noves die Labour-Party, ihre Programmatik und Führung dahingehend, vom Ziel öffentliches Eigentum an Produktionsmitteln Abstand zu nehmen. Damit würde sich die traditionelle Sozialdemokratie, die immer für eine gemischte öffentlich und private Nationalökonomie eintrat, faktisch selbst aufgeben.
Mit ihrer Studie, die seit Jahresbeginn 2006 nun auch in deutscher Übersetzung von Helmut Dunkhase vorliegt, gehen die Wissenschaftler jedoch weiter. Sie wollen aufzeigen, dass eine vollständig geplante Wirtschaft aufgrund der Arbeitswerttheorie möglich ist.
I. Cockshott/Cottrell: Towards a New Socialism: Das Kapitel stellt das Modell einer auf Arbeitszeit basierenden Wirtschaftsplanung vor, die durch moderne Computertechnologie und Input-Output-Analysen die Effizienz eines sozialistischen Wirtschaftssystems gegenüber kapitalistischen Marktmechanismen belegen soll.
II. Arno Peters: Das Äquivalenz-Prinzip als Grundlage der Global-Ökonomie: Die Untersuchung beleuchtet den historischen Rückblick von Arno Peters auf die Ökonomie sowie die Notwendigkeit, durch die Verbindung von Arbeitswertlehre und Äquivalenzprinzip ein gerechteres globales Wirtschaftssystem zu schaffen.
III. Heinz Dieterich: Der Sozialismus des 21. Jahrhunderts: Hier werden die erkenntnistheoretischen und politischen Grundlagen für ein neues sozialistisches Projekt erörtert, das auf einer partizipativen Demokratie und der Überwindung der bestehenden plutokratischen Institutionen fußt.
IV. Zusammenfassung und Ausblick: Dieses Kapitel zieht eine Bilanz der vorgestellten Utopien und betont die Notwendigkeit gesellschaftlicher Planung als Instrument zur Erreichung sozialer Gerechtigkeit und Gleichheit.
V. Schlussbetrachtung: Die abschließenden Überlegungen reflektieren kritisch über potenzielle unerwünschte Nebenwirkungen, wie etwa technokratische Tendenzen innerhalb geplanter Prozesse.
Sozialismus, Arbeitswertlehre, Äquivalenzprinzip, Wirtschaftsplanung, Informatik, Kybernetik, Demokratie, Chrematistik, Kapitalismus, Arbeitszeit, Globalisierung, Umverteilung, Arbeitsgutscheine, Marktpreis, Planung.
Die Arbeit untersucht zeitgenössische theoretische Entwürfe für einen modernen Sozialismus im 21. Jahrhundert, basierend auf den Ansätzen von Cockshott/Cottrell, Arno Peters und Heinz Dieterich.
Die zentralen Felder umfassen die ökonomische Planung, die computergestützte Steuerung von Wirtschaftsprozessen, die Kritik am Kapitalismus und die Verknüpfung von ökonomischer Theorie mit direkter Demokratie.
Das Ziel ist die theoretische Begründung eines Modells, das Arbeit anstelle von Geld als zentrale Recheneinheit verwendet, um soziale Ungerechtigkeit zu überwinden.
Die Autorin nutzt eine literaturkritische Methode, in der sie Kernaussagen aktueller sozialistischer Fachpublikationen collagiert und in einen gesellschaftstheoretischen Kontext einordnet.
Der Hauptteil analysiert die spezifischen Ansätze zur Wirtschaftsplanung (Input-Output-Tabellen), zur Entlohnung (Arbeitszeit statt Geld) und zum politischen System (partizipative Demokratie).
Wesentliche Begriffe sind Sozialismus, Arbeitswertlehre, Äquivalenzprinzip, Wirtschaftsplanung und partizipative Demokratie.
Das Scheitern wird primär auf die fehlende technologische Basis (Computer) zur Ermittlung komplexer Wertverhältnisse sowie auf bürokratisch-stalinistische Unterdrückungsmechanismen zurückgeführt.
Die Entlohnung soll nicht monetär, sondern in Zeiteinheiten durch nicht-übertragbare Arbeitsgutscheine erfolgen, die den tatsächlichen Arbeitszeitaufwand widerspiegeln.
Computer fungieren als Instrumente der operativen Volkswirtschaftsrechnung, die durch Echtzeit-Datenverarbeitung eine präzise und bedarfsgerechte Wirtschaftsplanung ermöglichen sollen.
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