Diplomarbeit, 2002
139 Seiten, Note: 1,3
1. Einleitung
2. Historische Entwicklung des Pflegekinderwesens
2.1 Pflegefamilien als traditionelle Form der Fremdunterbringung
2.2 Familienpflege versus Anstaltserziehung
3. Gegenstandsbereich und Definitionen
3.1 Definition der Vollzeitpflege
3.2 Ergänzende Definitionen zur Vollzeitpflege
3.2.1 Definition des Pflegekindbegriffs
3.2.2 Definition der Begriffe Familienpflege, Pflegefamilie und Pflegeperson
3.2.3 Definition des Begriffs Pflegekinderwesen
3.3 Unterschiede zwischen Pflegekindschaft und Adoption
4. Statistische Daten zum Pflegekinderwesen
4.1 Pflegekinder in der Bundesrepublik Deutschland
4.2 Alter der Kinder bei der Inpflegegabe
4.3. Dauer von Pflegeverhältnissen
5. Rechtliche Grundlagen des Pflegekinderwesens
5.1 Grundlegende Rechte des Kindes und der Eltern
5.2 Das Kinder- und Jugendhilfegesetz und die Vollzeitpflege
5.3 Die Vollzeitpflege gemäß § 33 KJHG
5.3.1 Mitwirkung der beteiligten Personen und Hilfeplanung
5.3.2 Zusammenarbeit, Beratung und Unterstützung der Herkunftsfamilie und Pflegefamilie
5.3.2 Konsenserarbeitung bei der Ausübung der Personensorge
5.3.3 Pflegegeld
5.3.4 Krankenhilfe
5.3.5 Pflegeerlaubnis
5.4 Das Recht der Pflegekindschaft im Bürgerlichen Gesetzbuch
5.4.1 Die Unterbringung eines Kindes in einer Pflegefamilie
5.4.2 Das Entscheidungsrecht der Pflegeeltern in Angelegenheiten des täglichen Lebens; §1688 BGB
5.4.3 Übertragung von Angelegenheiten der elterlichen Sorge auf die Pflegeperson; § 1630 BGB
5.4.4 Schutz des Pflegekindes bei einem Herausgabeverlangen der leiblichen Eltern; § 1632 BGB
6. Aufgaben des Jugendamtes im Pflegekinderwesen
6.1 Organisation und Rahmenbedingungen
6.2 Gründe für eine Inpflegegabe
6.3 Indikation für die Unterbringung in einer Pflegefamilie
6.4 Erstellung und Überprüfung eines Hilfeplanes
6.5 Werbung und Öffentlichkeitsarbeit
6.6 Auswahl und Eignung von Pflegeeltern
6.7 Vorbereitung von Pflegefamilien
6.8 Vermittlung von Pflegekindern
6.9 Unterstützung und Beratung von Pflegeverhältnissen
6.10 Vorbereitung und Anbahnung einer Rückführung in die Herkunftsfamilie
6.11 Zusammenfassung
7. Die Sozialisation in der Pflegefamilie
7.1 Die Bedeutung der Familie im Sozialisationsprozess
7.1.1 Spezifische Vorteile der Pflegefamilienerziehung
7.1.2 (Pflege-) Familien im gesellschaftlichen Wandel
7.2 Die Situation der Pflegefamilie
7.2.1 Struktur und sozialer Status von Pflegefamilien
7.2.2 Motivation und Selbstkonzept der Pflegeeltern
7.2.3 Problematiken der Pflegeelternschaft
7.3 Die Situation der Herkunftsfamilie
7.4 Die Situation des Pflegekindes
7.5 Exkurs: Bindung und Trennung in der Kindheit
7.5.1 Die Bedeutung beständiger und kontinuierlicher Bindungen für das Gelingen der Frühsozialisation
7.5.2 Mutterentbehrung und Deprivation in der frühen Kindheit und ihre Auswirkungen auf die Sozialisation
7.6 Integration und Neuaufbau von Beziehungen in der Pflegefamilie
7.6.1 Gestaltung der Trennungssituation
7.6.2 Prozess der Integration in die Pflegefamilie
7.6.3 Erfolgreiches Handeln von Pflegepersonen
7.7 Beziehungen und Kontakte zu den Herkunftseltern
7.8 Ersatzfamilie versus Ergänzungsfamilie
7.9 Positive Bedingungen für das Gelingen eines Pflegeverhältnisses
8. Schlussbetrachtung
Die vorliegende Arbeit untersucht die Faktoren, die eine positive oder negative Sozialisation von Pflegekindern in Ersatzfamilien beeinflussen. Dabei steht insbesondere die Rolle des Jugendamtes und die Dynamik zwischen Pflegefamilie, Herkunftsfamilie und Kind im Fokus der Forschungsfrage.
Die Bedeutung der Familie im Sozialisationsprozess
Als Sozialisation bezeichnet man den Prozess, durch den Kinder zu vollwertigen und handlungsfähigen Mitgliedern der Gesellschaft werden. Durch direkte und indirekte Einflüsse, die von den Eltern, anderen Menschen und der Umwelt ausgehen, erlernen Kinder sozial relevante Verhaltensweisen, übernehmen verschiedene Rollen, bilden eine Geschlechtsidentität aus und entwickeln Kommunikationsfertigkeiten, Kooperationsfertigkeiten, Frustrationstoleranz usw.. Die Sozialisation gilt als lebenslanger Prozess, erfährt aber ihre Grundlegung in der Familie (primäre Sozialisation) (vgl. Textor 1991, S.110).
Der Familie wird heute nach wie vor die Hauptverantwortlichkeit für die Sozialisation der in ihr lebenden Kinder und die Befriedigung deren Bedürfnisse zugeschrieben. Dies wird auch in den UN-Konventionen über die Rechte des Kindes deutlich. Hier heißt es in der Präambel, „dass das Kind zur vollen und harmonischen Entfaltung seiner Persönlichkeit in einer Familie umgeben von Glück, Liebe und Verständnis aufwachsen sollte“.
1. Einleitung: Vorstellung des Themas, des Untersuchungsziels sowie eine methodische Einordnung der Arbeit.
2. Historische Entwicklung des Pflegekinderwesens: Rückblick auf die Entwicklung von Fremdunterbringungsformen seit dem Mittelalter und deren heutige Bedeutung.
3. Gegenstandsbereich und Definitionen: Klärung zentraler Fachbegriffe, insbesondere im Hinblick auf Vollzeitpflege und verschiedene Pflegeformen.
4. Statistische Daten zum Pflegekinderwesen: Analyse der Fallzahlen, Altersstrukturen und Dauer von Pflegeverhältnissen in Deutschland.
5. Rechtliche Grundlagen des Pflegekinderwesens: Darstellung der gesetzlichen Basis (KJHG/SGB VIII, BGB) und der Rechte von Kindern, Eltern und Pflegeeltern.
6. Aufgaben des Jugendamtes im Pflegekinderwesen: Erläuterung der operativen Arbeit, von der Werbung bis zur Hilfeplanung und Eignungsprüfung.
7. Die Sozialisation in der Pflegefamilie: Kernkapitel über Prozesse der Bindung, Integration und die Interaktion mit der Herkunftsfamilie.
8. Schlussbetrachtung: Zusammenfassendes Fazit der Arbeit und Ausblick auf die Weiterentwicklung des Bereichs.
Pflegekinder, Vollzeitpflege, Jugendamt, Sozialisation, Ersatzfamilie, Herkunftsfamilie, Bindungstheorie, Hilfeplan, Pflegeerlaubnis, Kindeswohl, Familienpflege, Integration, Trennungstrauma, Adoptionspflege, Pflegegeld
Die Arbeit befasst sich mit der Sozialisation von Pflegekindern in Ersatzfamilien unter Berücksichtigung rechtlicher, historischer und pädagogischer Aspekte.
Die Schwerpunkte liegen auf der rechtlichen Grundlage der Vollzeitpflege, den Aufgaben des Jugendamtes und den Prozessen der kindlichen Bindung und Integration in eine neue Familie.
Das Ziel ist es, Faktoren zu identifizieren, die eine positive bzw. negative Sozialisation eines Pflegekindes beeinflussen, und das Zusammenspiel der beteiligten Akteure zu analysieren.
Neben einer umfassenden Literaturanalyse enthält die Arbeit empirische Einblicke durch Interviews mit einer Fachkraft des Jugendamtes sowie einer betroffenen Pflegefamilie.
Im Hauptteil werden neben den rechtlichen Grundlagen (KJHG, BGB) vor allem die Aufgabenbereiche des Jugendamtes und die sozialisationspsychologischen Prozesse in der Pflegefamilie detailliert beschrieben.
Zu den wichtigsten Begriffen gehören das Kindeswohl, die Vollzeitpflege, der Hilfeplan sowie die Dynamik der "Ersatzfamilie" gegenüber der "Ergänzungsfamilie".
Die Unterscheidung ist entscheidend für die Zielsetzung der Hilfeplanung: Während die Ersatzfamilie eine dauerhafte neue Lebensperspektive bietet, fokussiert die Ergänzungsfamilie auf eine Rückführung in die Herkunftsfamilie.
Das Jugendamt übernimmt eine Schlüsselrolle bei der Werbung, Auswahl, Eignung und Vorbereitung der Pflegeeltern sowie bei der Hilfeplanung, die als Instrument für die Qualitätssicherung dient.
Der GRIN Verlag hat sich seit 1998 auf die Veröffentlichung akademischer eBooks und Bücher spezialisiert. Der GRIN Verlag steht damit als erstes Unternehmen für User Generated Quality Content. Die Verlagsseiten GRIN.com, Hausarbeiten.de und Diplomarbeiten24 bieten für Hochschullehrer, Absolventen und Studenten die ideale Plattform, wissenschaftliche Texte wie Hausarbeiten, Referate, Bachelorarbeiten, Masterarbeiten, Diplomarbeiten, Dissertationen und wissenschaftliche Aufsätze einem breiten Publikum zu präsentieren.
Kostenfreie Veröffentlichung: Hausarbeit, Bachelorarbeit, Diplomarbeit, Dissertation, Masterarbeit, Interpretation oder Referat jetzt veröffentlichen!

