Diplomarbeit, 1996
56 Seiten, Note: 1.5
1 EINLEITUNG
2 DIE MÖGLICHKEIT DER IDENTITÄT
2.1 Die Replica-Theorie
2.2 Die Replica-Debatte
2.2.1 Körperliche Kontinuität oder Entscheidung
2.2.2 Mehrere Kopien
2.2.2.1 Die Bedeutung der Möglichkeit
2.2.2.2 Alle sind identisch
2.2.2.3 Keine ist identisch
2.3 Beurteilung
2.3.1 Vorüberlegungen
2.3.2 Die Argumentation der Verteidiger der Theorie
2.3.3 Die Argumentation der Gegner der Theorie
2.3.4 Identität ist möglich
3 IDENTITÄT DURCH DIE SEELE (J. HICK)
3.1 Grundzüge der Eschatologie Hicks
3.1.1 Die Vollendung des Menschen im Endzustand
3.1.2 Entwicklung durch viele Leben
3.1.3 Der Übergang ins nächste Leben
3.2 Hicks Lösung des Identitätsproblems
3.3 Beurteilung
3.3.1 Würdigung
3.3.2 Einwände
3.3.2.1 Körperunabhängige Seele
3.3.2.2 Identität ohne Leib
3.3.2.3 Mehrere Leben
3.3.3 Fazit
4 IDENTITÄT DURCH GOTT (W. PANNENBERG)
4.1 Grundzüge der Eschatologie Pannenbergs
4.1.1 Die Vollendung in der Zukunft des Reiches Gottes
4.1.2 Verwandlung in Auferstehung und Gericht
4.2 Pannenbergs Lösung des Identitätsproblems
4.3 Beurteilung
4.3.1 Einwände
4.3.2 Die Leiblichkeit der Auferstehung
4.3.3 Veränderung des Lebensinhaltes
4.3.4 Der Massstab des Gerichts
4.3.5 Die interne Instanz
4.3.6 Individuelle Bestimmung
4.3.7 Zwei unterschiedliche Identitätsbegründungen
4.3.8 Fazit
5 DIE WIRKLICHKEIT DER IDENTITÄT
5.1 Die eschatologische Wirklichkeit
5.1.1 Die Erfüllung der Bestimmung
5.1.2 Eschatologische Existenz
5.1.3 Eschatologische Identität
5.2 Konsequenzen
5.2.1 Konsequenzen für das gegenwärtige Leben
5.2.2 Konsequenzen für Tod und Auferstehung
Die Untersuchung verfolgt das Ziel, die Möglichkeiten und Bedingungen persönlicher Identität über den physischen Tod hinaus zu klären. Ausgehend von der Frage, ob ein künftiges Ich mit dem gegenwärtigen identisch sein kann, wird untersucht, wie Identität im ewigen Leben konstituiert wird. Dabei stehen die Positionen von John Hick und Wolfhart Pannenberg im Zentrum, ergänzt durch einen eigenen Lösungsvorschlag.
2.1 Die Replica-Theorie
Weil es nicht möglich sei anzugeben, unter welchen Bedingungen der Satz „Gott existiert“ falsifiziert werde, sei er keine empirische Feststellung, war die Quintessenz eines kurzen Aufsatzes von A. Flew in den Fünfzigerjahren. John Hick entgegnete, es gebe Aussagen, die zwar nicht falsifiziert, aber dennoch verifiziert werden können, und erläuterte dies am Beispiel der Behauptung, in der dezimalen Bestimmung der Zahl π käme dreimal hintereinander die Ziffer 7 vor. Der Satz „Gott existiert“ gehöre zu dieser Gruppe von Aussagen, denn die Erfahrung der Herrschaft Jesu Christi nach der Auferweckung würde die Autorität Jesu bestätigen und somit indirekt auch seine Lehre über Gott.
Um die Möglichkeit solcher Verifikation aufzuweisen, sah Hick sich genötigt, die logische Möglichkeit der Auferweckung einsichtig zu machen und also darzulegen, dass tatsächlich dieselbe Person in einer Welt sterben und in einer andern auferweckt werden könne. Dazu entwickelte er seine Replica-Theorie, die er anhand von drei imaginären Fällen darstellte und die folgendermassen skizziert werden kann:
1. Die Person X1 verschwindet am irdischen Ort A (z.B. London), und im nächsten Moment erscheint die Person X2, eine genaue Kopie („an exact replica“; inkl. Körper, Charakter, Erinnerung usw.) von X1, am irdischen Ort B (z.B. New York). Da X2 sich selber für X1 halten würde und auch von den Bekannten und Verwandten für X1 gehalten würde, stellt Hick fest, dass die Faktoren, die für eine Identifizierung von X2 mit X1 sprechen, diejenigen, die dagegen sprechen, weit überwiegen. Deshalb kommt er zum Schluss, dass es sinnvoller sei, die beiden für identisch zu halten, als nicht und dass der Begriff „dieselbe Person“ („the same person“) entsprechend ausgeweitet werden müsse.
1 EINLEITUNG: Darstellung der Fragestellung bezüglich der Identität des Menschen über den physischen Tod hinweg.
2 DIE MÖGLICHKEIT DER IDENTITÄT: Erörterung der Replica-Theorie von John Hick und der damit verbundenen Debatte um die logische Möglichkeit der Auferstehung.
3 IDENTITÄT DURCH DIE SEELE (J. HICK): Analyse von Hicks eschatologischer Konzeption, die Identität durch eine kontinuierlich existente Seele garantiert.
4 IDENTITÄT DURCH GOTT (W. PANNENBERG): Untersuchung von Pannenbergs Ansatz, der Gott als den alleinigen Garanten für die Identität des auferstandenen Menschen ansieht.
5 DIE WIRKLICHKEIT DER IDENTITÄT: Zusammenführung der Ergebnisse in einer eigenen eschatologischen Skizze zur Identität des Glaubenden.
Identität, Auferstehung, ewiges Leben, John Hick, Wolfhart Pannenberg, Replica-Theorie, Seele, Eschatologie, empirisches Ich, numerische Identität, Leiblichkeit, persönliche Identität, Gottesbild, eschatologische Existenz, Bestimmung.
Die Arbeit untersucht die philosophische und theologische Frage, wie die Identität einer Person über den Tod hinaus gewahrt bleibt.
Die Untersuchung fokussiert auf eschatologische Entwürfe, das Verhältnis von Leib und Seele sowie die Rolle Gottes bei der Identitätskonstitution.
Wie können die Person des jetzigen Lebens und die des ewigen Lebens miteinander identisch sein?
Die Arbeit nutzt dogmatische Analysen, logische Argumentationsprüfungen (z. B. Modallogik) und eine vergleichende Untersuchung zweier profilierter eschatologischer Modelle.
Der Hauptteil analysiert kritisch die Replica-Theorie, das Konzept der kontinuierlichen Seele bei Hick sowie Pannenbergs Theorie der Identität durch Gott.
Wichtige Begriffe sind insbesondere Identität, Auferstehung, Seele, Leiblichkeit, eschatologische Existenz und die Theodizee.
Hick definiert das empirische Ich als singulär und zeitlich gebunden, während die Seele die kontinuierliche sittliche Grundstruktur darstellt, die das Identitätsproblem über die Tode hinweg löst.
Der Autor kritisiert die Verbindung zweier unterschiedlicher Identitätsmodelle – der Lebensgeschichte und der Bestimmung durch Gott – als künstlich und anfällig für innere Widersprüche.
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