Diplomarbeit, 1996
135 Seiten, Note: sehr gut
1. VORWORT
2. ZEITTAFEL
3. DER WEG IN DIE NIEDERLAGE
3.1 Die innenpolitische Situation vor den Wahlen 1962
3.2 Nationalratswahlkampf 1962
3.3 Regierungsverhandlungen 1962/63
3.4 Die Causa Habsburg
3.5 Die dritte Kraft
3.6 Das Rundfunkvolksbegehren von 1964
3.6.1 Die Zeitungslandschaft in Österreich
3.6.2 Medienpolitik in der SPÖ
3.6.2.1 Die Sozialistische Parteipresse
3.6.3 Das Volksbegehren wird eingeleitet
3.6.4 Die Abstimmung
3.7 Die Olah-Krise
3.7.1 Der Politiker Franz Olah
3.7.1.1 Olah und die Kronenzeitung
3.7.2 Olah als Innenminister
3.7.3 Die Gegner Olahs
3.7.4 Der Sturz
3.7.5 Das Verhältnis zwischen Franz Olah und Bruno Kreisky
3.7.6 Der Fall Olah für die SPÖ
3.8 Fußach
3.9 Die Bedeutung des Föderalismus in der SPÖ
3.10 Die Affäre Borodajkewycz
3.11 Bundespräsidentenwahlen 1965
3.12 Der 17. Parteitag der SPÖ
3.13 Bruno Kreisky - Der Mann im Hintergrund
3.14 Nationalratswahlkampf 1966
3.14.1 Die ÖVP auf der Überholspur
3.14.2 Die SPÖ in der Defensive
3.14.2.1 Die „Rote Gefahr“
3.14.2.2 Die Chancen schwinden
3.14.2.3 „Aktion Kronenzeitung“
3.14.3 FPÖ, KPÖ und DFP
3.15 Nationalratswahlen 6. März 1966
3.16 Resümee
4. UNGEKLÄRTE VERHÄLTNISSE
4.1 Das Ende der Großen Koalition
4.1.1 Der Jubel ist grenzenlos
4.1.2 Das böse Erwachen
4.1.3 Opposition - ja oder nein?
4.1.3.1 Der Außerordentliche Parteitag 1966
4.1.3.2 Die Entscheidung
4.2 Das harte Brot der Opposition
4.2.1 Die ÖVP-Alleinregierung
4.2.2 Erste Anlaufschwierigkeiten im Parlament
4.2.3 SPÖ - Was nun?
4.2.3.1 Loyalisten und Reformer
4.2.3.2 Diskussion um das Parteistatut
4.2.3.3 Bruno Kreisky in Niederösterreich
4.2.3.4 Ablöse eines Parteiobmannes
5. DIE KÜR
5.1 Unruhe vor dem Parteitag
5.2 Der 18. Parteitag der SPÖ - Die Wahl Bruno Kreiskys zum Parteiobmann
6. SCHLUSSWORT
Die Arbeit untersucht die tiefgreifenden politischen Umwälzungen in der SPÖ zwischen 1958 und 1967, die zum Ende der Großen Koalition und zum Aufstieg Bruno Kreiskys zum Parteivorsitzenden führten, mit dem Ziel, die innerparteilichen Widerstände und die strategischen Neuausrichtungen der Partei zu analysieren.
3.1 Die innenpolitische Situation vor den Wahlen 1962
Die wilden Sechziger Jahre begannen in Österreich eher beschaulich. Seit über zwanzig Jahren gab es nun schon die Große Koalition zwischen ÖVP und SPÖ, und unter den beiden Regierungsparteien war man sich einig, dass diese auch die beste Regierungsform für das Land sei.
Dabei war die Notwendigkeit für eine derartige Regierung der Großparteien spätestens seit dem Staatsvertrag 1955 nicht mehr gegeben. Die Besatzungsmächte hatten das Land verlassen, die Wirtschaft florierte und auch in der Innenpolitik würde ohne den so oft beschworenen gemeinsamen Konsens nicht das Chaos ausbrechen. Auch die Theorie, es gäbe eine Opposition in der Regierung hielt nicht der Wirklichkeit stand, ernsthafte Kritik kam faktisch nur von den unabhängigen Zeitungen; Fernsehen und Radio waren fest in der Hand der Parteien.
Die Bevölkerung reagierte immer ungehaltener auf die Auswüchse der Proporzregelung. Nicht zu Unrecht hatten die Menschen das Gefühl, die Großparteien teilten unverfroren das Land untereinander auf, ohne Widerstand erwarten zu müssen. Unübersehbar wurden jedoch die Schwierigkeiten mit denen die Regierung zu kämpfen hatte, die beiden Parteien fanden nicht mehr die Kraft und auch oft nicht mehr den Willen, größere Entscheidungen oder Reformen anzugehen, geschweige denn sie zu verwirklichen.
3. DER WEG IN DIE NIEDERLAGE: Dieses Kapitel analysiert die zunehmenden Spannungen und Auflösungserscheinungen innerhalb der Großen Koalition sowie die interne Schwächung der SPÖ durch Krisen wie den Fall Olah.
4. UNGEKLÄRTE VERHÄLTNISSE: Der Schwerpunkt liegt hier auf dem Ende der Regierungszusammenarbeit, dem Scheitern der Verhandlungen 1966 und der internen Suche der SPÖ nach neuer Identität in der Opposition.
5. DIE KÜR: Dieses Kapitel beschreibt die parteiinterne Konsolidierung und die entscheidende Phase, die 1967 in der Wahl Bruno Kreiskys zum Parteivorsitzenden mündete.
SPÖ, Bruno Kreisky, Große Koalition, Franz Olah, Nationalratswahlen, Regierungsverhandlungen, Parteiprogramm, Opposition, Machtkampf, Föderalismus, Rundfunkvolksbegehren, ÖVP, Parteivorstand, Politische Kultur, Ära Kreisky.
Die Diplomarbeit beleuchtet den Transformationsprozess der Sozialistischen Partei Österreichs (SPÖ) in der Dekade von 1958 bis 1967, insbesondere den Weg von der Großen Koalition in die Opposition und den Aufstieg Bruno Kreiskys.
Die zentralen Themen umfassen innerparteiliche Machtkämpfe, das Verhältnis zur ÖVP, medienpolitische Skandale wie das ORF-Volksbegehren sowie die Herausforderungen des Föderalismus innerhalb der SPÖ.
Die Arbeit untersucht, welche politischen und strukturellen Umstände sowie internen Krisen dazu führten, dass Bruno Kreisky gegen erhebliche Widerstände als Parteiobmann installiert wurde.
Der Autor stützt sich auf eine detaillierte Auswertung zeitgenössischer Literatur, Biographien, Parteiprotokolle und Zeitungsarchive sowie auf Interviews mit ehemaligen politischen Akteuren.
Der Hauptteil analysiert chronologisch die Ereignisse der 1960er Jahre, von den Koalitionskrisen über die Causa Habsburg und das Volksbegehren bis hin zur Ablöse Pittermanns.
Die Arbeit ist durch Begriffe wie Transformationsphase, Parteikrise, Regierungsverantwortung, innerparteilicher Pluralismus und Reformansätze geprägt.
Olah wird als zentrale, aber umstrittene Figur dargestellt, deren Eigenmächtigkeiten und Machtstreben die SPÖ in eine schwere Krise stürzten und maßgeblich zur innerparteilichen Polarisierung beitrugen.
Der "Fall Fußach" dient im Buch als Fallbeispiel für die Ignoranz der Wiener Parteizentrale gegenüber föderalistischen Interessen und dem wachsenden Bedürfnis nach regionaler Mitbestimmung.
Kreisky wird als strategisch geschickter Taktiker gezeichnet, der durch seine Fähigkeit, aus Fehlern zu lernen und seine Basis in Niederösterreich zu festigen, nach der Niederlage von 1966 als einzige unbelastete Führungskraft aus dem innerparteilichen Tief hervorging.
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