Forschungsarbeit, 2006
66 Seiten
1. Der Evaluierungsprozess
1.1. Vorbemerkung
1.2 Ziele der Evaluation
1.3 Methoden der Evaluation
1.4 Der Fragebogen zur Evaluation der Präsentationsprüfungen im Schuljahr 2004/05
2. Wie beurteilen Lehrkräfte und Schüler die neue Prüfungsform?
3. Wie haben sich die Schulen vorbereitet?
Kompetenzerwartungen der Präsentationsprüfung
Vorbereitung im Unterricht
Vereinbarungen in den Schulen
Wege zu einem Methodencurriculum
Unterstützung durch Staatliche Schulämter
4. Themen und Aufgabenstellungen
Urteile über Aufgabenstellungen
Fachübergreifende Aufgabenstellungen
Beispiele aus den Fachbereichen
5. Die Präsentationsprüfung zwischen Erwartungshorizont und Beurteilung
6. Organisation der Prüfung
7. Statistische Ergebnisse
8. Arbeitsbelastung der Lehrkräfte
9. Ausblick: Anregungen der Arbeitsgruppe
Die vorliegende Arbeit evaluiert die ersten Erfahrungen mit Präsentationsprüfungen im hessischen Abitur 2005. Ziel ist es, die Akzeptanz der neuen Prüfungsform bei Lehrkräften und Schülern zu erfassen, die organisatorische Umsetzung an den Schulen zu analysieren sowie Entwicklungspotenziale für zukünftige Prüfungsdurchgänge aufzuzeigen.
Kompetenzerwartungen der Präsentationsprüfung
Welche Kompetenzen erwartet die PP von den Prüflingen – und damit von dem ihr vorausgehenden Unterricht, der sie über längere Zeit aufzubauen vermag? Sie sollen eine wie auch immer geartete Problemstellung aus dem unterrichtlichen Kontext eines oder mehrerer Fächer klären, d.h. die Fragestellung des Themas operationalisieren, recherchieren oder andere fachspezifische Methoden zur Problemlösung einsetzen, gefundenes Material auf seine Zuverlässigkeit und Brauchbarkeit einschätzen können und vieles mehr, um am Ende präsentable Ergebnisse zu erbringen.
Die vom Prüfer vorgegebene Problemstellung greift auf unterrichtliche Grundlagen zurück, verknüpft dabei jedoch Inhalte zweier Kurse oder Fächer. Hierzu ist eine geeignete mediale Unterstützung auszuwählen, die Erkenntniswert hat und nicht lediglich illustrativen Zwecken dient. Danach wird ein Vortragstext zu erstellen und auf den Zeitrahmen von 15 Minuten zuzuschneiden sein. Die Gedanken sind so zu strukturieren, dass ein „roter Faden“ sich erkennen lässt.
Ziel ist der rhetorisch geschickte Vortrag vor dem Fachausschuss der Prüfung, also einem Expertengremium – anders als bei Schülerreferaten im Unterricht, die sich hauptsächlich an ein „Laienpublikum“ richten oder bei besonderen Lernleistungen.
1. Der Evaluierungsprozess: Dieses Kapitel beschreibt den Auftrag und die methodische Vorgehensweise bei der Evaluation der Präsentationsprüfungen, inklusive der Nutzung von Umfragen und Tagungsresultaten.
2. Wie beurteilen Lehrkräfte und Schüler die neue Prüfungsform?: Hier werden die generellen Urteile der Beteiligten dargestellt, wobei sowohl positive Aspekte wie Eigenverantwortung als auch kritische Stimmen zur Arbeitsbelastung beleuchtet werden.
3. Wie haben sich die Schulen vorbereitet?: Das Kapitel analysiert die verschiedenen Strategien der Schulen zur Vorbereitung, einschließlich der Einführung von Methodencurricula und schulinternen Absprachen.
4. Themen und Aufgabenstellungen: Es wird untersucht, wie Lehrkräfte Aufgabenstellungen formulieren, welche Kriterien dabei helfen und welche Herausforderungen die fachübergreifende Gestaltung mit sich bringt.
5. Die Präsentationsprüfung zwischen Erwartungshorizont und Beurteilung: Dieser Abschnitt behandelt die Kriterien für eine faire Bewertung und die Schwierigkeiten bei der Erstellung von Erwartungshorizonten für offene Prüfungsformate.
6. Organisation der Prüfung: Hier werden logistische Aspekte wie der Zeitplan, die Rolle des Protokollanten und technische Voraussetzungen während der Prüfung beleuchtet.
7. Statistische Ergebnisse: Dieses Kapitel liefert eine erste quantitative Auswertung zum Anteil der Präsentationsprüfungen im Vergleich zu anderen Prüfungsformen.
8. Arbeitsbelastung der Lehrkräfte: Es wird die zusätzliche Arbeitslast durch die neue Prüfungsform detailliert dargelegt und Vorschläge zur Entlastung werden diskutiert.
9. Ausblick: Anregungen der Arbeitsgruppe: Abschließend werden konkrete Empfehlungen für Lehrkräfte, Schulen und Schulämter gegeben, um die Präsentationsprüfung weiterzuentwickeln.
Präsentationsprüfung, Abitur 2005, Evaluation, Schulentwicklung, Methodencurriculum, Aufgabenstellung, Erwartungshorizont, Kompetenzerwartung, Kolloquium, Prüfungsdidaktik, Lehrkraftbelastung, Hessen, Schulforschung, Prüfungsorganisation, Lernkultur.
Die Arbeit ist eine systematische Evaluation der ersten landesweiten Präsentationsprüfungen im Abitur 2005 in Hessen, basierend auf einer Befragung zahlreicher Gymnasien.
Die Schwerpunkte liegen auf der Akzeptanz durch die Beteiligten, der Vorbereitung an den Schulen, der Qualität der Aufgabenstellungen sowie der organisatorischen und bewertungsrelevanten Umsetzung.
Das Ziel ist es, den Erfolg der Einführung dieser neuen Prüfungsform zu beurteilen und Empfehlungen für eine nachhaltige Weiterentwicklung der schulischen Prüfungskultur zu geben.
Es handelt sich um eine empirische Studie, die auf qualitativen Interviews, Dokumentenanalysen und einer umfangreichen quantitativen Online-Befragung von schulischen Funktionsträgern basiert.
Der Hauptteil gliedert sich in Analysen zur schulischen Vorbereitung, zur didaktischen Gestaltung der Aufgaben, zur Bewertungspraxis sowie zur Arbeitsbelastung der Lehrkräfte.
Zu den Kernbegriffen zählen Präsentationsprüfung, Schulentwicklung, Prüfungsdidaktik und Kompetenzorientierung.
Lehrkräfte berichten von Schwierigkeiten, sinnvolle und nicht nur oberflächliche fachübergreifende Aufgaben zu finden, die gleichzeitig den hohen Anforderungen der Analysis gerecht werden.
Einige Prüflinge und Lehrkräfte empfinden die Kombination aus Präsentation und anschließendem Kolloquium als eine zu hohe zeitliche und psychische Belastung im Vergleich zu herkömmlichen mündlichen Prüfungen.
Methodencurricula werden als entscheidend angesehen, um über die Jahrgangsstufen hinweg systematisch Kompetenzen im Bereich Präsentation und eigenständiges Arbeiten zu fördern, statt dies kurz vor dem Abitur nachholen zu müssen.
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