Diplomarbeit, 2006
82 Seiten, Note: 1,0
1 Einleitung
1.1 Context
1.2 Content
2 Vom Glück zum Nutzen
2.1 Das Prinzip des größten Glücks
2.1.1 Benthams biografischer Hintergrund
2.1.2 Die Elemente des Prinzips
2.2 Die Entwicklung des Nutzenbegriffs
2.2.1 Das „aktuelle“ ökonomische Nutzenkonzept
2.2.2 Einflüsse neben dem Utilitarismus
2.2.3 Einfluss des Utilitarismus über Wohlfahrtsökonomik
2.2.4 Gemeinsamkeiten von Utilitarismus und Nutzenbegriff
3 Vom Nutzen zum Wohlbefinden
3.1 Kritik am Nutzenkonzept: Blinde Flecken und Einwände
3.2 Ein Rückgriff, kein Rückweg
4 Das neue Glück in der ökonomischen Theorie
4.1 Annäherung ans Glück
4.1.1 Empirie
4.1.2 Theorie
4.1.3 Praxis
4.2 Determinanten des Glücks
4.2.1 Glücksquellen in der Ökonomie
a) Einkommen
b) Konsum
c) Arbeit
4.2.2 Glücksfaktoren unter ökonomischem Einfluss
5 Exkurs: Zur Maximierung von Glück
5.1 Vorbehalte nach Entscheidungsebene
a) Maximierung durch das Individuum
b) Maximierung durch die Regierung
5.2 Das Wesen des Glücks
a) lösbare Widersprüche der Maximierung von Glück
b) hedonistische Paradoxa
c) Glück aus sozialen Beziehungen und der Begriff „Pflicht“
6 Ökonomie und Glück – ein Perspektivenwechsel
6.1 Zwischenfazit
6.2 Glück und ökonomisches Handeln
6.3 Produktion
6.3.1 Glück und die Produktion der Firma
6.3.2 Seines Glückes Schmied sein – Produktion im Haushalt
6.4 Prozessorientierung
6.5 Wohlfahrt
7 Zusammenfassung
Die Arbeit untersucht das Konzept des Glücks als Grundlage für ökonomisches Handeln. Ziel ist es, die Grenzen des traditionellen Nutzenbegriffs aufzuzeigen und einen integrativen Ansatz zu entwickeln, der ökonomisches Handeln in einen sozialen Kontext einbettet.
1.1 Context
Es ist ein doppelter Kampf. Einerseits muss man sich täglich den suggestiven Werbebotschaften und aggressiven Verkaufspraktiken erwehren, denen der Nutzen des theoretisch souveränen Konsumenten völlig gleichgültig ist. Andererseits muss man für jedes noch so konkrete Bedürfnis aus dem unendlichen Raum der Möglichkeiten unter Aufwendung von Zeit und Mühe ein passendes Mittel zu dessen Befriedigung suchen. Diese Zeitverschwendung verdrängt zuweilen die Beschäftigung mit der Frage, was man eigentlich will. Nicht nur, dass dieser doppelte Kampf keinen Spaß macht, auch als praktische Lebenserfahrung stimmt er nicht mit der Kausalkette der Wirtschaftstheorie überein, die bei den Bedürfnissen der Menschen beginnt. Zu dieser lebensweltlichen Ferne kommen theoretische Mängel und fragwürdige Implikationen, die ein Unbehagen gegenüber dieser Wissenschaft auslösen, dem ich in bisherigen Arbeiten über die Analyse wirtschaftswissenschaftlicher Grundbegriffe nachgegangen bin. Gegenstand dieser Arbeit ist der Nutzenbegriff.
Wenn für das Individuum die weitestgehende Befriedigung seiner unersättlichen Bedürfnisse Maßstab allen Handelns ist, welchen Maßstab hat dann die Gesellschaft als konkreter Träger der Volkswirtschaft? Unglücklicherweise eignet sich der Nutzenbegriff nicht, gesellschaftliche Zustände zu erfassen. Zudem gibt es keinen Raum für Kritik, denn alles ist per Annahme (in Marktgesellschaften bzw. idealen ökonomischen Systemen) wie die Menschen es wollen. Ich habe aber Zweifel, dass die Menschen diesen ewigen Kampf wirklich wollen.
In einem Zeitungsartikel über „Wahren Reichtum“ (MÜLLER 2004) stieß ich erstmal auf eine Alternative, der ich in RICHARD LAYARDS Buch zur „glücklichen Gesellschaft“ Ende 2005 wieder begegnet bin. Sie gibt dem Wirtschaften einen nachprüfbaren Sinn, der Kritik einen Halt und ermöglicht eine Verortung der Ökonomie in ihrer gesellschaftlichen Umwelt. Diese Alternative verwendet das Glück der Menschen als Kriterium für eine gute Gesellschaft, die als Gemeinschaft am glücklichsten ist.
1 Einleitung: Diese Einleitung führt in die Problematik des ökonomischen Nutzenbegriffs ein und stellt das Glück als notwendige Alternative für das menschliche Wohlbefinden vor.
2 Vom Glück zum Nutzen: Hier wird der historische Weg vom Utilitarismus Jeremy Benthams hin zum heutigen Nutzenkonzept der Neoklassik kritisch beleuchtet.
3 Vom Nutzen zum Wohlbefinden: Dieses Kapitel kritisiert die Schwachstellen des traditionellen Nutzenkonzepts und begründet die Rückkehr zum Glücksbegriff.
4 Das neue Glück in der ökonomischen Theorie: Hier wird untersucht, wie Glück in die Ökonomie integriert werden kann, wobei die Messbarkeit und die Determinanten des Glücks im Fokus stehen.
5 Exkurs: Zur Maximierung von Glück: Dieser Exkurs setzt sich kritisch mit dem Maximierungspostulat auseinander und zeigt auf, warum eine rein ökonomische Maximierung des Glücks problematisch ist.
6 Ökonomie und Glück – ein Perspektivenwechsel: Dieses Kapitel schlägt eine neue Ausrichtung der Ökonomie vor, die Prozesse und soziale Faktoren stärker in den Vordergrund rückt.
7 Zusammenfassung: Die Zusammenfassung resümiert die Notwendigkeit einer ökonomischen Neuausrichtung und betont die Bedeutung einer ganzheitlicheren Sicht auf menschliches Handeln.
Glück, Nutzenbegriff, Utilitarismus, subjektives Wohlbefinden, Ökonomie, Wohlfahrtsökonomik, Bedürfnisbefriedigung, Konsum, Arbeit, Maximierung, soziale Beziehungen, Prozessorientierung, Wirtschaftstheorie, Lebensqualität, Verhalten.
Die Diplomarbeit untersucht das Konzept des Glücks als alternative Grundlage für ökonomisches Handeln und analysiert, wie dieses Konzept den traditionellen Nutzenbegriff ergänzen oder ersetzen kann.
Im Fokus stehen die historische Entwicklung des Nutzenbegriffs, die Kritik an dessen Anwendung, psychologische Erkenntnisse über das Wohlbefinden sowie die sozio-ökonomischen Auswirkungen von Wettbewerb und Konsumkultur.
Das Ziel ist es, den Nutzenbegriff kritisch zu hinterfragen und zu zeigen, dass menschliches Wohlbefinden in einem komplexen sozialen Kontext steht, der über rein materielle Anreize hinausgeht.
Der Autor führt eine theoretische Analyse durch, kombiniert mit einer Auswertung psychologischer Studien und einer kritischen Auseinandersetzung mit klassischer und neoklassischer Wirtschaftstheorie.
Der Hauptteil befasst sich mit der Kritik am neoklassischen Nutzenmodell, der Einführung von Glück als Maßeinheit und der Diskussion, wie Produktion und Arbeit im Sinne einer glücksbasierten Ökonomie gestaltet werden sollten.
Zentrale Begriffe sind Glück, subjektives Wohlbefinden, Utilitarismus, Nutzenbegriff, Wettbewerb, soziale Beziehungen und Prozessorientierung.
Der Autor argumentiert, dass die neoklassische Annahme einer Nutzenmaximierung kognitive und soziale Realitäten ignoriert, was zu dysfunktionalem Verhalten führt, das dem tatsächlichen Wohlbefinden schaden kann.
Der Autor betont, dass Wirtschaften nicht nur aus Ergebnissen besteht, sondern Prozesse umfasst, die für sich genommen einen Wert haben und das menschliche Bedürfnis nach Autonomie und Zugehörigkeit erfüllen.
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