Diplomarbeit, 2006
127 Seiten, Note: 1,0
EINFÜHRUNG
1. ZIELSTELLUNG UND GLIEDERUNG
1.1 Aktueller Forschungsstand
1.2 Neuere Migrations- und Diasporaforschung
I. Theoretischer Bezugsrahmen
1. ALLGEMEINER ÜBERBLICK zur MIGRATION
2. DAS KONZEPT DIASPORA
2.1 Faktoren der Selbst- und Fremdethnisierung
2.2 Transnationalismus: Bezugspunkte und Funktionen
2.3 Zusammenfassung und Schlussfolgerungen
3. HISTORISCHER ÜBERBLICK zu KurdInnen
3.1 Die Lage der KurdInnen in der Türkei
3.2 Kurden und Kurdinnen in der BRD
3.2.1 Zur Konfliktimportthese
3.2.2 Jugendliche kurdischer Herkunft in Deutschland
II. Kurdische Jugendliche in Familie, Peer groups und Alltag
1. Das Problem, in zwei Welten zu leben
2. Zur Lebenswelt kurdischer Jugendlicher in Deutschland
2.1 Grenzgängertum bei kurdischen Jugendlichen
2.2 Die Sprache der Jugendlichen: „Code- Switching“
2.2.1 Exkurs: Muttersprachlicher Unterricht in Kurdisch: Überblick und aktueller Stand
3. DIE (MIGRANTEN-) FAMILIE
3.1 Die Beziehungen zwischen den Familiengenerationen
3.2 Die familiäre Situation der interviewten Jugendlichen
4. PUBERTÄT und ADOLESZENZ
4.1 Das Leben in der Gleichaltrigen-Gruppe
4.2 Freundschaft und Freizeitkontakte der Interviewten
4.3 Zu einigen „Überpointierungen“ im Zusammenhang mit spezifischen Belastungen allochthoner Jugendlicher
5. SCHLUSSFOLGERUNGEN UND FAZIT
III. Allochthone Jugendliche im Übergang von der Schule in die Berufswelt
1. ZUR FUNKTION VON SCHULE
1.1 Schulischer Werdegang der Interviewten im europäischen Vergleich
1.2 Kriminalisierungstendenzen bei kurdischen Jugendlichen
1.3 Zusammenfassende Auswertung: Der „Dritte Stuhl“ als Alternativperspektive
2. Allochthone Jugendliche in AUSBILDUNG, BERUF und ARBEIT
2.1 Zur Wahrnehmung von kurdischen Jugendlichen
2.2 Ausblick: Präventive Maßnahmen und Modellprojekte für die Arbeit mit kurdischen Jugendlichen
2.3 RESÜMEE
IV. Schlussfolgerungen und forschungsrelevante Perspektiven
Die Arbeit verfolgt das Ziel, einen wissenschaftlich fundierten Zugang zum Verständnis der Lebenswelt kurdischer Jugendlicher in Deutschland zu eröffnen. Hierbei steht die Forschungsfrage im Mittelpunkt, wie sich Heranwachsende kurdischer Herkunft im Spannungsfeld zwischen Inklusionserfahrungen und Exklusionsmechanismen positionieren und wie diese Prozesse durch die Migrationssituation, die Familie und das Schul- bzw. Berufsumfeld beeinflusst werden.
EINFÜHRUNG: Zur Problemgeschichte und Fragestellung der Untersuchung
In diesem Abschnitt der zugrundeliegenden Arbeit sollen vorneweg die bisherigen Erkenntnisse über den Forschungsstand referiert werden, um darauf aufbauend die eigenen Forschungsziele darzulegen, wenngleich es nicht nur in Bezug auf KurdInnen in der Bundesrepublik, sondern auch über Kurden im Allgemeinen nur wenige Erkenntnisse gibt, die als gesichert gelten können. Daher hat es sich die vorliegende Untersuchung in Anlehnung an bereits verfasste und publizierte Studien (vorwiegend aus dem Bundesland Nordrhein-Westfalen, kurz: NRW) zum Ziel gemacht, durch Einblicke in Lebenszusammenhänge und deren Deutung einen Zugang zum Verständnis von und für Jugendliche kurdischer Herkunft aus der Türkei zu eröffnen bzw. fortzuschreiben und mit Hilfe sekundäranalytischen Materials ergänzend zu interpretieren.
Vor dem Hintergrund, dass „KurdInnen die zweitgrößte Migrantengruppe darstellen und daher auf eine lange Tradition der Einwanderung in die Bundesrepublik Deutschland zurückblicken“ (Schmidt 1998, S.12), wird hier mit der Formulierung einer neuen Frage ein Forschungsfeld ausgebreitet, das bisher so gut wie keine Beachtung in der Migrationsforschung erfahren hat. Ausgehend von den vorliegenden qualitativen als auch quantitativen Studien zur Selbst- und Fremdethnisierung dient diese Untersuchung vor allen Dingen der Erforschung der psychosozialen Situation dieser spezifischen ethnischen Minderheit im Umgang mit gesellschaftlicher Erfahrung von Inklusion und Exklusion, weil es ihr an dieser Stelle den gleichen Stellenwert beizumessen gilt, welcher im Hinblick auf andere MigrantInnengruppen (wie etwa die der Türken, Ex-Jugoslawen etc.) schon lange selbstverständlich ist.
EINFÜHRUNG: Diese Einleitung skizziert die Problemgeschichte der Untersuchung und begründet die Notwendigkeit einer spezifischen Erforschung der Situation kurdischer Jugendlicher unter Berücksichtigung von Inklusions- und Exklusionsmechanismen.
I. Theoretischer Bezugsrahmen: Dieses Kapitel verankert die Arbeit in der Migrations- und Diasporaforschung, beleuchtet das Konzept der Ethnizität sowie die historische Genese der Kurdenfrage und thematisiert Ansätze der Transnationalität.
II. Kurdische Jugendliche in Familie, Peer groups und Alltag: Der Hauptteil analysiert die Lebenswelten der Jugendlichen, wobei insbesondere die Rollenkonflikte, das "Code-Switching" als Sprachphänomen und die familiären sowie sozialen Bindungen im Fokus stehen.
III. Allochthone Jugendliche im Übergang von der Schule in die Berufswelt: Hier wird die Rolle des Bildungssystems und der Arbeitsmarktintegration beleuchtet, wobei institutionelle Barrieren und Ansätze für präventive, interkulturelle Modellprojekte diskutiert werden.
IV. Schlussfolgerungen und forschungsrelevante Perspektiven: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und plädiert für einen interdisziplinären Perspektivenwechsel sowie eine konzeptionelle Öffnung pädagogischer Institutionen.
Kurdische Jugendliche, Diaspora, Transnationalismus, Inklusion, Exklusion, Identitätsbildung, Migration, Interkulturelle Pädagogik, Code-Switching, Sozialisation, Ausbildung, Berufsberatung, Ethnizität, Mehrsprachigkeit, Jugendsozialarbeit
Die Arbeit untersucht die psychosoziale Lebenssituation von Jugendlichen kurdischer Herkunft in Deutschland im Spannungsfeld zwischen formaler Integration und alltäglichen Exklusionserfahrungen.
Zentrale Felder sind die Migrations- und Diasporaforschung, die Rolle der Familie bei der Sozialisation, Sprachphänomene wie Code-Switching und die institutionellen Herausforderungen beim Übergang von der Schule in den Beruf.
Das Ziel ist es, ein differenziertes Bild der kurdischen Minderheit in der Bundesrepublik zu vermitteln und institutionelle Defizite in der Beratung und Bildung aufzuzeigen, um konkrete Lösungsansätze zu entwickeln.
Die Autorin nutzt eine Kombination aus sekundäranalytischer Auswertung vorliegender qualitativer und quantitativer Studien sowie eigene teilnehmende Beobachtungen in sozialen Institutionen.
Der Hauptteil gliedert sich in die Analyse der Lebenswelt in Familie und Peer-Groups sowie eine Untersuchung der schulischen und beruflichen Werdegänge inklusive der dort auftretenden Hürden.
Wichtige Begriffe sind Diaspora, Inklusion, Exklusion, Transnationalismus und die Metapher des "Dritten Stuhls" als Modell für eine bikulturelle Identitätskonstruktion.
Die Arbeit kritisiert, dass dieses Konzept häufig zu stark verallgemeinert wird und die spezifischen ethnischen und politischen Hintergründe der kurdischen Zuwanderer vernachlässigt, die oft fälschlicherweise als "türkische Jugendliche" subsumiert werden.
Code-Switching wird nicht als Defizit, sondern als kreative Technik und Zeichen für die Entwicklung eines "dritten Raums" gewertet, in dem sich Jugendliche ihre eigene, komplexe Identität jenseits einseitiger Zuschreibungen erschaffen.
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