Diplomarbeit, 2002
85 Seiten, Note: gut
1. Einleitung
2. Der Rettungsdienst, Was ist das?
2.1 Das Rettungssystem in Deutschland
2.2 Stellenbeschreibung des Rettungsassistenten
2.3 Belastungen in der täglichen Berufsausübung
2.4 Rolle des Helfers im Rettungsdienst
3. Psychische Belastungen im Arbeitsfeld Rettungsdienst
3.1 Umfrage und Auswertung der absoluten Zahlen
3.1.1 Einsatz, bei dem ein Kind ums Leben kam
3.1.2 Einsatz mit einem Massenanfall von Verletzten
3.1.3 Einsatz bei einem Suizidversuch
3.1.4 Psychische Betreuung vital gefährdeter Patienten
3.1.5 Nach Dienstschluss geht mir ein Einsatz noch durch den Kopf
3.1.6 Angst bei einem Einsatz eine falsche Maßnahme zu ergreifen
3.1.7 Welche Angebote halten sie noch für erforderlich
3.2 Definition des Begriffes Stress
3.3 Die physiologische Stressreaktion
3.4 Psychische Reaktionen durch Stress
3.5 Stressoren im Rettungsdienst
3.6 Wissenschaftliche Erkenntnisse
4. Strategien gegen den Stress nach belastenden Ereignissen
4.1 Vorbeugungsmöglichkeiten
4.2 Stressentlastung und Traumaprophylaxe durch SBE
4.3 Die SBE – Einsatzbegleitung
4.4 Die SBE – Einsatznachbesprechung
4.5 Die SBE – Kurzbesprechung
4.6 Zusammenfassung
5. Erfahrungen und praktische Einsatzmöglichkeiten
5.1 Erfahrungsbericht einer psychosozialen Fachkraft
5.2 Erfahrungsbericht eines Peers
6. Erkenntnisse für die Sozialarbeit
6.1 Praktische Umsetzung
6.2 Fazit
Diese Arbeit untersucht die psychischen Belastungen von Rettungsdienstmitarbeitern und analysiert wissenschaftliche Konzepte der Stressbearbeitung, um zu klären, welchen Beitrag die Profession der Sozialarbeit bei der Prävention und Bewältigung posttraumatischer Belastungen leisten kann.
Die physiologische Stressreaktion
Die physiologische Stressreaktion findet auf drei Achsen oder Bahnen statt:
1.) die neurale Achse
2.) die neuroendokrine Achse
3.) endokrine Achse
Die neurale Achse besteht aus dem autonomen, dem sogenannten vegetativen Nervensystem. Dieses umfasst die beiden wichtigsten Hauptteile nämlich den Sympathikus und den Parasympathikus. Neben diesem Nervensystem gehört auch das neuromuskuläre Nervensystem, welches aus den Nerven an der Skelettmuskulatur besteht, zur neuralen Achse.
Die neuroendokrine Stressachse besteht aus dem sympathischen neuralen System mit dem Nebennierenmark. Im Nebennierenmark werden die beiden Stresshormone Adrenalin und Noradrenalin produziert, die bei einer Stimulation dieser Stressachse in den Körper ausgeschüttet werden. Durch diese Achse wird die von Walter Cannon beschriebene „Flucht- oder Kampfreaktion“ hervorgerufen.
Die endokrine Achse besteht aus der Hypophyse und den Nervenendorganen wie die Nebennierenrinde, die für die Produktion von Stresshormonen wie Cortisol oder Aldosteron verantwortlich ist.
Wird nun eine Stressreaktion durch einen bestimmten Stressor im Körper ausgelöst, startet in wenigen Sekundenbruchteilen eine sehr komplexe und nicht steuerbare Reaktion. Hauptverantwortlich ist der Hypothalamus, der das vegetative Nervensystem und die Hypophyse ansteuert.
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Problematik der psychischen Belastungen ein, denen Helfer im Rettungsdienst bei ihrer täglichen Arbeit ausgesetzt sind.
2. Der Rettungsdienst, Was ist das?: Dieses Kapitel erläutert den Aufbau des Rettungssystems in Deutschland, die Ausbildung der verschiedenen Personalgruppen und deren Aufgabenfelder.
3. Psychische Belastungen im Arbeitsfeld Rettungsdienst: Dieser Abschnitt analysiert die vielfältigen Stressoren im Rettungsdienst, die körperlichen und psychischen Auswirkungen und wertet eine Umfrage unter Einsatzkräften aus.
4. Strategien gegen den Stress nach belastenden Ereignissen: Das Kapitel stellt verschiedene Präventions- und Interventionsmethoden vor, insbesondere das SBE-Konzept zur Stressbearbeitung.
5. Erfahrungen und praktische Einsatzmöglichkeiten: Hier werden Experteninterviews mit einer psychosozialen Fachkraft und einem Peer ausgewertet, um praxisnahe Einblicke in die Krisenintervention zu geben.
6. Erkenntnisse für die Sozialarbeit: Das Fazit stellt dar, wie die Profession der Sozialarbeit ihr Fachwissen nutzen kann, um als psychosoziale Fachkraft in Krisenteams bei der Bewältigung von Traumata mitzuwirken.
Rettungsdienst, Stress, Trauma, SBE, Psychische Belastung, Rettungsassistent, Krisenintervention, Sozialarbeit, Stressoren, Prävention, Notfallmedizin, Debriefing, Bewältigungsstrategien, Burnout, Posttraumatisches Stress-Syndrom.
Die Diplomarbeit untersucht die psychischen Belastungen, denen Personal im Rettungsdienst bei ihrer Arbeit begegnet, und prüft, inwieweit die Sozialarbeit professionelle Unterstützung bei der Bewältigung dieser Belastungen bieten kann.
Die zentralen Themen sind die Definition von Stress, die Analyse spezifischer Stressoren im Rettungsdienst, die Auswirkungen von Traumata auf das Rettungspersonal sowie moderne Interventionskonzepte wie die Stressbearbeitung nach belastenden Ereignissen (SBE).
Das Ziel ist es, ein Problembewusstsein für die psychische Belastung von Helfern zu schaffen und aufzuzeigen, wie Sozialarbeiter ihr Wissen und ihre Methoden in interdisziplinäre Kriseninterventionsteams einbringen können.
Der Autor nutzt neben einer Literaturanalyse bestehender psychologischer und soziologischer Theorien eine anonyme Umfrage unter Rettungsdienstmitarbeitern sowie Experteninterviews mit Fachkräften aus dem Bereich der Notfallseelsorge und peer-basierten Unterstützungssystemen.
Der Hauptteil gliedert sich in die Erläuterung des Rettungssystems, die theoretische Aufarbeitung von Stressmodellen, die Darstellung der Ergebnisse der Internetumfrage sowie eine detaillierte Einführung in die SBE-Methoden zur Einsatznachsorge.
Wichtige Begriffe sind Rettungsdienst, Stress, Trauma, SBE, Krisenintervention, Sozialarbeit, Posttraumatisches Stress-Syndrom und Prävention.
Peers besitzen den sogenannten "Stallgeruch" und verstehen die einsatztaktischen Abläufe aus eigener Erfahrung, während psychosoziale Fachkräfte die methodische, therapeutische bzw. seelsorgerische Kompetenz zur professionellen Krisenverarbeitung einbringen.
Nein, der Autor betont ausdrücklich, dass es sich um Angebote handelt, bei denen Freiwilligkeit eine entscheidende Rolle spielt, da Zwang den Vertrauensaufbau und die Verarbeitungsprozesse behindern würde.
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