Diplomarbeit, 2007
79 Seiten, Note: 1,7
1. Einführung und Problemdarstellung
1.1. Einführung
1.2. Vorgehen
2. Der Rahmen der Grundsicherung in Deutschland
3. Der Status quo: Hartz IV
3.1. Eine Übersicht der Hartz-Reform-Schwerpunkte für Grundsicherung-Empfänger und eine erste Evaluationsbilanz
3.2. Daten und Fakten zum Niedriglohnsektor und den Kernproblemgruppen
3.3. Zeichen eines Reformbedarfs
4. Aktuelle Reformvorschläge
4.1. Das Kombilohn-Modell: Der Vorschlag des Sachverständigenrats
4.1.1. Einführung und Begriffserklärung
4.1.2. Das Maßnahmenpaket des Sachverständigenrats
4.1.3. Die Angebots- und Beschäftigungseffekte der Kern Problemgruppen
4.1.4. Kritik und Aussichten zum Maßnahmenpaket
4.2. Workfare: Der Vorschlag des IZA
4.2.1. Einführung und Konzepterklärung
4.2.2. Das Workfare-Modell des IZA
4.2.3. Aussichten und Chancen für die Kernproblemgruppen
4.3. Kombilohn oder Workfare?
4.4 Zwischenfazit
5. Das Bürgergeld nach Götz Werner – eine Alternative
5.1. Bürgergeld: Alte Idee als Lösung für die Zukunft?
5.1.1. Einführung und Konzepterklärung
5.1.2. Friedmans negative Einkommensteuer (nEst)
5.1.3. Bedingungsloses vs. bedingtes Bürgergeld
5.2. Unternimm die Zukunft – Das Bürgergeld nach Götz Werner
5.2.1. Analyse der Initiative
5.2.2. Akzeptanz als größtes Hindernis?
6. Fazit und Ausblick
Die Diplomarbeit untersucht die aktuelle Situation der Grundsicherung in Deutschland unter Berücksichtigung der Hartz-Reformen. Ziel ist es, den Reformbedarf im Niedriglohnsektor aufzuzeigen und alternative Reformmodelle – speziell das Kombilohn-Modell des Sachverständigenrats, das Workfare-Modell des IZA und das Bürgergeld nach Götz Werner – kritisch auf ihre Effektivität und Realisierungschancen zu analysieren.
4.1.1. Einführung und Begriffserklärung
Die Idee eines Kombilohns besteht darin, Arbeitslose durch einen monetären Anreiz wieder in den Arbeitsmarkt einzugliedern. Nach Kaltenborn (2002) „sollen sie (Kombilöhne) speziell Personen mit geringem Verdienstpotential zur Aufnahme oder Ausübung einer Beschäftigung motivieren.“ Arbeitslosen mit einer für Arbeitgeber zu niedrigen Produktivität soll mit Hilfe staatlicher Unterstützung die Arbeitsuche und -aufnahme wieder attraktiv erscheinen. Dieser Anreiz wird durch verschiedene staatliche Transfers geschaffen. Statt eines direkten Transfers in Form einer direkten Zahlung kann die Subvention des Staates jedoch auch bspw. durch Abgabenkürzungen des Einkommens für Arbeitnehmer geschehen, einen indirekten Transfer.
Bei der Einführung eines Kombilohns wird davon ausgegangen, dass Arbeitsplätze im Niedriglohnsektor, aufgrund niedriger Bezahlung nicht besetzt werden können, und vom Arbeitgeber daher auch nicht angeboten werden. Potentielle Arbeitnehmer müssen daher mit einem vom Staat geleisteten Kombilohn motiviert werden, schlecht bezahlte Beschäftigungen anzunehmen.
Ohne Kombilohn kann nach Knecht (2002) im Niedriglohnbereich nämlich die „unsichtbare Hand (…)(sonst) nicht wirken“ da ein potentieller Arbeitnehmer „eine zu geringe Produktivität hat, (und er) seine Arbeitskraft nicht zu einem angemessenen Preis verkaufen darf. Zu einem niedrigeren Stundensatz könnte (er) eventuell einen Arbeitsplatz finden.“ Durch Subventionen sollen Arbeitslose in die Lage versetzt werden, schlecht bezahlte Tätigkeiten anzunehmen und dadurch den ersten Schritt aus der Arbeitslosigkeit in Richtung Festanstellung zu machen. Knecht (2002) unterscheidet bei Kombilöhnen zwischen Einkommenssubventionsmodellen und Lohnsubventionsmodellen.
1. Einführung und Problemdarstellung: Die Einleitung beleuchtet die Herausforderungen des Arbeitsmarktes durch Globalisierung und Strukturwandel sowie die Problematik des Niedriglohnsektors und der Grundsicherung.
2. Der Rahmen der Grundsicherung in Deutschland: Dieses Kapitel erläutert das System der sozialen Sicherung in Deutschland und die Rolle der Grundsicherung als Auffangnetz.
3. Der Status quo: Hartz IV: Eine detaillierte Betrachtung der Hartz-Gesetze, ihrer Instrumente sowie der speziellen Situation der Kernproblemgruppen und des Reformbedarfs.
4. Aktuelle Reformvorschläge: Vorstellung und kritische Analyse des Kombilohn-Modells des Sachverständigenrats und des Workfare-Modells des IZA als Ansätze zur Arbeitsmarktaktivierung.
5. Das Bürgergeld nach Götz Werner – eine Alternative: Analyse des Konzepts eines bedingungslosen Grundeinkommens, seiner Finanzierung durch Konsumsteuern und der gesellschaftspolitischen Implikationen.
6. Fazit und Ausblick: Zusammenfassung der Ergebnisse und Diskussion möglicher Kompromisslinien für künftige Reformen der deutschen Sozial- und Arbeitsmarktpolitik.
Grundsicherung, Hartz IV, Arbeitsmarkt, Kombilohn, Workfare, Bürgergeld, Niedriglohnsektor, Langzeitarbeitslosigkeit, Transferentzugsraten, Arbeitsgelegenheiten, Sozialstaat, Beschäftigungseffekte, Beschäftigungsfähigkeit, Geringqualifizierte, Reformvorschläge.
Die Arbeit analysiert die aktuelle Lage der Grundsicherung in Deutschland und prüft verschiedene Reformvorschläge, um die Arbeitsmarktintegration insbesondere von Geringqualifizierten und Langzeitarbeitslosen zu verbessern.
Die Schwerpunkte liegen auf der Evaluierung des Hartz-IV-Systems, der Funktionsweise von Kombilohn- und Workfare-Modellen sowie der Diskussion über ein bedingungsloses Grundeinkommen.
Das primäre Ziel ist es, auf Basis einer Bestandsaufnahme des deutschen Sozialstaats zu klären, welche Reformansätze die Fehlsteuerungen bei der Grundsicherung beheben und die Erwerbsanreize wirksam erhöhen können.
Die Arbeit nutzt eine fundierte Literaturanalyse und stützt sich auf vorliegende empirische Studien, Simulationsrechnungen verschiedener Forschungsinstitute sowie Expertenexpertisen zur Wirkungsweise arbeitsmarktpolitischer Instrumente.
Der Hauptteil gliedert sich in eine Bestandsaufnahme des Hartz-IV-Systems, eine tiefergehende Analyse von Kombilohn- und Workfare-Reformmodellen sowie eine kritische Untersuchung des Bürgergeld-Konzepts nach Götz Werner.
Zentrale Begriffe sind Grundsicherung, Kombilohn, Workfare, Bürgergeld, Arbeitsmarktintegration, Niedriglohnsektor und Fördern und Fordern.
Das Modell wird als radikal bezeichnet, weil es das bestehende Sozialsystem grundlegend umkrempelt: Es ersetzt das bestehende Steuer- und Transfersystem durch eine vollständige Entkoppelung von Arbeit und Einkommen, finanziert über eine extrem hohe Konsumsteuer.
Arbeitsgelegenheiten dienen in den untersuchten Modellen primär als Prüfinstrument für die Arbeitsbereitschaft der Betroffenen und sollen Anreize schaffen, reguläre Beschäftigungsverhältnisse auf dem ersten Arbeitsmarkt anzustreben.
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