Bachelorarbeit, 2021
76 Seiten, Note: 1,0
1. Einleitung
1.1. Problemstellung und Zielsetzung der Arbeit
1.2. Aufbau und Methodik
2. Theoretische Grundlagen von M&A-Transaktionen
2.1. M&A als Sammelbegriff
2.1.1. Unternehmensfusion (Merger)
2.1.2. Unternehmensübernahmen (Akquisition)
2.1.3. Abgrenzung Fusion und Akquisition
2.1.4. Transaktionsarten einer Übernahme
2.2. Rechtliche Rahmenbedingungen
2.3. Motive von M&A-Transaktionen
2.4. Finanzierung von M&A-Transaktionen
2.5. Übernahmestrategien
2.6. Abwehrstrategien
2.6.1. Präventive Maßnahmen
2.6.2. Ad-hoc Maßnahmen
3. Fallbeispiel Porsche VW
3.1. Charakterisierung der beteiligten Unternehmen
3.1.1. Porsche als kaufendes Unternehmen
3.1.2. Volkswagen als Übernahmekandidat
3.2. Chronik des Übernahmeverlaufs
3.3. Ziele der Porsche Holding
3.4. Motive des Übernahmeversuchs
3.4.1. Strategische Motive
3.4.2. Finanzielle Motive
3.4.3. Persönliche Motive
3.5. Porsches Übernahmestrategie im Überblick
3.6. Finanzierung der Übernahmestrategie
3.6.1. Liquidität aus dem operativen Geschäft
3.6.2. Eurobonds und Hybridanleihen
3.6.3. Kreditaufnahme bei einem Konsortium internationaler Banken
3.6.4. Optionsgeschäfte (cash-settled Options)
4. Kritische Analyse des Übernahmeversuches
4.1. Das „VW-Gesetz“
4.2. Finanzielle und wirtschaftliche Probleme
4.3. Wiedekings Verantwortung
4.4. Volkswagens Abwehrstrategie
4.5. Piëchs Einfluss
5. Schlussbetrachtung
Die vorliegende Arbeit analysiert kritisch den gescheiterten Übernahmeversuch der Volkswagen AG durch die Porsche SE im Zeitraum von 2005 bis 2009. Das primäre Forschungsziel besteht darin, die ausschlaggebenden rechtlichen, finanziellen und persönlichen Faktoren zu identifizieren, die das Scheitern von Porsche herbeiführten und letztlich zu einer Umkehrung der Übernahmeverhältnisse in Form einer Fusion führten.
3.6.4. Optionsgeschäfte (cash-settled Options)
Neben der direkten Investition in VW-Aktien setzte Porsche auf ein neues Finanzinstrument, das bis dahin allenfalls aus der Hedge-Fonds Szene bekannt war. Aufgrund verschiedener Lücken im deutschen Finanzmarkgesetz nutzte Wiedekings Finanzvorstand Härter Optionen mit Barausgleich, um einen schleichenden Einstieg bei VW zu ermöglichen. Bei diesen sog. cash-settled options handelt es sich um ein Finanzmarktinstrument, welches dem Käufer das Recht einräumt, die Aktie zu einem im Voraus bestimmten Preis und Zeitraum erwerben zu können. Anstelle von Aktien erhält der Eigentümer der Option lediglich die Auszahlung des Differenzbetrags zwischen dem Marktpreis und dem zugrunde liegenden Ausübungspreis. Der Unterschied zur klassischen Option liegt im außerbörslichen Handel der Termingeschäfte. Sie werden auch als OTC-Optionen bezeichnet. Die Geschäfte werden direkt zwischen den beiden Vertragsparteien abgewickelt, weshalb im Vergleich zu den börsengehandelten Optionen keine öffentlichen Informationen hinsichtlich der Anzahl und Höhe der Kauf- und Verkaufsoptionen und dem dazugehörigen Basispreis zugänglich sind.
Aus diesem Grund wussten zum Zeitpunkt der Ausübung der Optionen weder der VW-Konzern noch andere Marktteilnehmer, wie viele Volkswagen-Anteile Porsche besaß und auf wie viele das Unternehmen noch Zugriff hatte. Porsche profitierte von jeder Kurssteigerung der VW-Aktie und erhielt die Differenz zum Basispreis ausbezahlt. Die Investmentbanken konnten sich jedoch gegen Kursverluste absichern, in dem sie selbst Aktien kauften und Put-Optionen auf VW-Aktien mit Porsche abschlossen. Die Banken sicherten sich im Grunde vor einem Kursverlust ab, in dem sie ihre Aktien an Porsche verkauften. Dabei entsprach die Anzahl der Puts der Anzahl der gekauften VW-Aktien und dementsprechend der Anzahl der an Porsche veräußerten Call-Optionen. Im Falle eines Kursrückgangs würde das Finanzinstitut den Differenzbetrag erhalten. Die erhöhte Nachfrage nach VW-Aktien durch die Geldinstitute würde jedoch den Kurs nach oben treiben. Ebenso heizte Porsche mit seinen knappen Informationen selbst die Nachfrage an. Wiedeking und Härter setzten auf steigende Kurse, während die Banken sich für sinkende Kurse verbürgten.
1. Einleitung: Die Arbeit definiert die Problemstellung sowie Zielsetzung der Untersuchung und erläutert den Aufbau der Forschungsarbeit inklusive der verwendeten Methodik.
2. Theoretische Grundlagen von M&A-Transaktionen: Dieses Kapitel vermittelt ein Grundverständnis für Mergers & Acquisitions, differenziert zwischen verschiedenen Transaktionsarten und erläutert Motive sowie Strategien für Übernahmen und Abwehrmaßnahmen.
3. Fallbeispiel Porsche VW: Der Abschnitt wendet die theoretischen Konzepte auf den konkreten Übernahmeversuch von VW durch Porsche an, beleuchtet die Motivation, die Finanzierung sowie den chronologischen Verlauf des gescheiterten Versuchs.
4. Kritische Analyse des Übernahmeversuches: Hier werden die Gründe für das Scheitern von Porsche untersucht, wobei insbesondere die Rolle des VW-Gesetzes, finanzielle Risiken der Optionsstrategie sowie die personellen Einflussfaktoren kritisch bewertet werden.
5. Schlussbetrachtung: Das Kapitel fasst die zentralen Erkenntnisse zusammen und resümiert, dass eine Kombination aus rechtlichen Hürden und Fehleinschätzungen das Scheitern von Porsche verursachte.
Porsche, Volkswagen, M&A-Transaktionen, feindliche Übernahme, VW-Gesetz, Übernahmestrategie, Finanzierung, Cash-settled Options, Wendelin Wiedeking, Ferdinand Piëch, Aktienrückkauf, Sperrminorität, Marktmanipulation, Unternehmensfusion, Risikomanagement.
Die Bachelorarbeit behandelt die kritische Analyse des Übernahmeversuchs der Volkswagen AG durch die Porsche Holding zwischen 2005 und 2009.
Die Schwerpunkte liegen auf M&A-Theorien, Übernahme- und Abwehrstrategien, der Finanzierung von Unternehmenstransaktionen und dem konkreten Fallbeispiel Porsche/VW.
Ziel ist es, die Gründe für das Scheitern der geplanten Übernahme von VW durch Porsche zu identifizieren und die Rolle von Porsche-Manager Wiedeking dabei zu analysieren.
Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse und einer kritischen Untersuchung des praktischen Fallbeispiels anhand öffentlich zugänglicher Medien, Geschäftsberichte und Fachliteratur.
Der Hauptteil gliedert sich in theoretische Grundlagen, die Anwendung am Fallbeispiel, die Analyse der Übernahmestrategie sowie eine kritische Prüfung der Misserfolgsfaktoren.
Wichtige Begriffe sind Porsche, VW, M&A-Transaktionen, feindliche Übernahme, VW-Gesetz, Übernahmestrategie, Cash-settled Options und Führungspersönlichkeiten wie Wiedeking und Piëch.
Porsche scheiterte primär an der rechtlichen Hürde des VW-Gesetzes, einer hohen Verschuldung in Folge der Finanzkrise und dem Widerstand des VW-Aufsichtsrats, insbesondere von Ferdinand Piëch.
Diese Optionen ermöglichten Porsche einen unbemerkt bleibenden, schleichenden Aufbau einer hohen Beteiligung an VW, ohne die regulatorischen Meldepflichten an der Börse frühzeitig auszulösen.
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