Examensarbeit, 2021
76 Seiten, Note: 15 Punkte
A. Einleitung
B. Terminologie, gesetzliche und medizinische Grundlagen
I. Die Coronavirus-Impfverordnung und § 20 Abs. 6 und 7 IfSG
II. Definition und Wirkungsweise der Schutzimpfung
III. Unsichere Tatsachengrundlagen
1. Mutationen des Coronavirus SARS-CoV-2
2. Transmission des Virus von bereits Geimpften
3. Langzeitfolgen und seltene Nebenwirkungen der Impfung
4. Dauer des Impfschutzes
C. Verfassungsmäßigkeit einer (teilweisen) Impfpflicht im Hinblick auf Art. 2 Abs. 2 Satz 1 GG
I. Schutzbereich des Art. 2 Abs. 2 Satz 1 GG – Das Recht auf Leben und körperliche Unversehrtheit
II. Eingriff in den Schutzbereich
III. Verfassungsrechtliche Rechtfertigung
1. Verhältnismäßigkeitsgrundsatz
a) Legitimer Zweck
b) Geeignetheit
c) Erforderlichkeit
d) Angemessenheit
aa) Risiken von Impfkomplikationen und Impfschäden
bb) Impfreaktionen
cc) Autonomie des Einzelnen
dd) Schutz vulnerabler Bevölkerungsgruppen
ee) Gewicht der unterschiedlichen Wirksamkeit von Impfstoffen
ff) Mittelbare Auswirkungen
gg) Impfschutzdauer und Virusvarianten
e) Zwischenergebnis
2. Weitere Schranken-Schranken
IV. Fazit
D. Das Problem der „Privilegierungen“ bereits Geimpfter – Differenzierung nach Impfstatus im Hinblick auf die Vereinbarkeit mit Art. 3 Abs. 1 GG
I. Verfassungsrechtliche Zulässigkeit von Grundrechtsbeschränkungen bei Geimpften
II. Differenzierung nach Impfstatus im Hinblick auf Art. 3 Abs. 1 GG
1. Sachliche und persönliche Anwendungsvoraussetzungen
2. Vorliegen einer Ungleichbehandlung
3. Verfassungsrechtliche Rechtfertigung bei Grundrechtsverpflichteten
a) Verhältnismäßigkeitsprüfung
aa) Legitimes Differenzierungsziel
bb) Geeignetheit der Differenzierungskriterien
cc) Erforderlichkeit der Differenzierung
dd) Angemessenheit
b) Zwischenfazit
4. Ungleichbehandlung durch Private – Privatautonomie und ihre Grenzen
a) Privatautonomie, insbesondere Vertragsfreiheit
b) Grenze des Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetzes
c) Grenze des Datenschutzes in Bezug auf Gesundheitsdaten
d) Zwischenfazit
III. Fazit
E. Schlussbetrachtung
Die Arbeit untersucht die verfassungsrechtliche Zulässigkeit einer COVID-19-Impfpflicht sowie die Vereinbarkeit von Differenzierungen nach dem Impfstatus mit dem Gleichheitsgrundsatz. Dabei stehen die Abwägung zwischen staatlicher Schutzpflicht und individueller Freiheit sowie die Frage nach Privilegierungen für Geimpfte im Zentrum der Analyse.
A. Einleitung
Es ist an Aktualität derzeit kaum zu überbieten: Die Impfkampagne gegen das Coronavirus SARS-CoV-2 startete in der Bundesrepublik Deutschland am 27.12.2020, bereits davor entbrannten die Diskussionen über verfassungsrechtliche Probleme rund um die Schutzimpfung und bis heute nehmen diese Diskussionen eher zu und werfen weitere Fragen auf, als dass sie bereits bestehende beantworten können. Unter anderem betrifft dies insbesondere, ob alle die COVID-19-Schutzimpfung betreffenden Maßnahmen und Regelungen aufgrund des Wesentlichkeitsvorbehalts eine parlamentarische Entscheidung erfordern oder ob die derzeitige Handhabung der Bundes- und Landesregierungen als rechtliche Grundlage ausreichen, inwiefern die Impfpriorisierung der CoronaImpfV verfassungsrechtlich zu beanstanden ist, ob die Einführung einer generellen oder teilweisen Impfpflicht verfassungsrechtlich zulässig wäre oder auch, ob eine Ungleichbehandlung von Geimpften und Ungeimpften seitens des Staates bzw. Privater erlaubt oder sogar verfassungsrechtlich geboten ist.
Da eine umfassende Prüfung aller dieser vorgenannten Themen den Rahmen dieser Arbeit sprengen würde, wird der Schwerpunkt auf die beiden letztgenannten Punkte gesetzt, was eine ausführlichere, akzentuierte Diskussion ermöglicht. Auch wenn sich die Mehrheit der Regierung derzeit gegen eine Impfpflicht ausspricht, lässt dies nicht den vollkommenen Ausschluss einer solchen zu, wie am Beispiel der erst kürzlich eingeführten Masernimpfpflicht deutlich wird. Deshalb ist insbesondere in Anbetracht der hochsensiblen entgegenstehenden Rechtsgüter, die durch eine Impfpflicht betroffen wären, zu klären, ob eine solche verfassungsrechtlich zulässig wäre bzw. wovon die verfassungsrechtliche Bewertung maßgeblich abhängt und welche Aussagen zum derzeitigen Stand getroffen werden können.
A. Einleitung: Die Einleitung skizziert die verfassungsrechtliche Problematik der COVID-19-Schutzimpfung und legt den Fokus der Arbeit auf die Impfpflicht sowie die Differenzierung nach dem Impfstatus.
B. Terminologie, gesetzliche und medizinische Grundlagen: Dieses Kapitel erläutert die rechtlichen Grundlagen der Impfverordnung und das IfSG sowie die medizinischen Hintergründe, Wirkungsweisen und Unwägbarkeiten der mRNA- und Vektorimpfstoffe.
C. Verfassungsmäßigkeit einer (teilweisen) Impfpflicht im Hinblick auf Art. 2 Abs. 2 Satz 1 GG: Hier wird die Verhältnismäßigkeit einer Impfpflicht unter Berücksichtigung des Schutzes der körperlichen Unversehrtheit geprüft, wobei die derzeit unsichere Faktenlage eine abschließende Bewertung erschwert.
D. Das Problem der „Privilegierungen“ bereits Geimpfter – Differenzierung nach Impfstatus im Hinblick auf die Vereinbarkeit mit Art. 3 Abs. 1 GG: Das Kapitel analysiert, ob eine Differenzierung zwischen Geimpften und Ungeimpften durch den Staat oder Private verfassungsrechtlich zulässig ist oder gegen den allgemeinen Gleichheitssatz verstößt.
E. Schlussbetrachtung: Die Schlussbetrachtung resümiert, dass aufgrund der unsicheren Tatsachengrundlagen derzeit weder eine allgemeine Impfpflicht noch eine weitreichende Differenzierung verfassungsrechtlich eindeutig legitimiert werden können.
Verfassungsrecht, COVID-19, Impfpflicht, Infektionsschutzgesetz, Grundrechte, Körperliche Unversehrtheit, Art. 2 Abs. 2 GG, Art. 3 Abs. 1 GG, Verhältnismäßigkeitsgrundsatz, Herdenimmunität, Privilegierung, Impfstatus, Privatautonomie, Datenschutz, Pandemie.
Die Arbeit behandelt die verfassungsrechtliche Zulässigkeit staatlicher Maßnahmen im Kontext der COVID-19-Impfkampagne, insbesondere im Hinblick auf eine mögliche Impfpflicht und die Ungleichbehandlung von geimpften gegenüber ungeimpften Personen.
Zentrale Themen sind die Verhältnismäßigkeit von Grundrechtseingriffen nach Art. 2 GG, der Gleichheitsgrundsatz nach Art. 3 GG sowie die verfassungsrechtliche Beurteilung von Privilegierungen durch den Staat und private Akteure.
Das Ziel ist zu klären, unter welchen verfassungsrechtlichen Voraussetzungen eine (teilweise) Impfpflicht zulässig wäre und ob bzw. inwieweit eine Differenzierung nach dem Impfstatus mit dem allgemeinen Gleichheitssatz vereinbar ist.
Die Autorin wendet die klassische juristische Dogmatik an, insbesondere das dreiteilige Grundrechtsschema (Schutzbereich, Eingriff, Rechtfertigung) sowie die Verhältnismäßigkeitsprüfung.
Der Hauptteil analysiert detailliert die medizinischen Grundlagen, die Verfassungsmäßigkeit einer Impfpflicht sowie die Zulässigkeit von Ungleichbehandlungen durch staatliche Einrichtungen und private Dritte unter Einbeziehung datenschutzrechtlicher Aspekte.
Die Arbeit lässt sich maßgeblich durch Begriffe wie Verfassungsrecht, Impfpflicht, Verhältnismäßigkeit, Gleichheitssatz, Grundrechtseingriff und Pandemiebekämpfung charakterisieren.
Die Arbeit argumentiert, dass bei gesicherter Erkenntnis über die Transmissionsverhinderung durch eine Impfung eine Differenzierung aus Verfassungsgründen sogar geboten sein kann, um den Betroffenen ihre Grundrechte zurückzugeben, wobei diese nicht als „Privileg“ misszuverstehen sind.
Die Autorin betont, dass mangelnde Erkenntnisse über Virusmutationen, die Dauer des Impfschutzes und die tatsächliche Übertragbarkeit durch Geimpfte eine abschließende verfassungsrechtliche Bewertung extrem erschweren, weshalb keine pauschalen Antworten möglich sind.
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