Bachelorarbeit, 2019
59 Seiten, Note: 1,3
1 Einleitung
2 Resozialisierung als Ziel des Strafvollzugs
2.1 Der Diskurs über Resozialisierung
2.2 Rückfälligkeit - Die Wirksamkeit des Strafvollzugs
3 Maßnahmen während und nach der Haft
3.1 Behandlungsmaßnahmen während der Inhaftierung
3.1.1 Arbeitsmaßnahmen
3.1.2 Bildungsmaßnahmen
3.1.3 Offener Vollzug und Vollzugslockerungen
3.2 Das Übergangsmanagement
3.3 Behandlungsmaßnahmen nach Entlassung
3.3.1 Die Bewährungshilfe
3.3.2 Die Freie Straffälligenhilfe
4 Die Hürden der Resozialisierung
4.1 Die Hürden der Justiz
4.2 Die Auswirkungen des Strafvollzugs auf den Inhaftierten
5 „Desistance“- Wege des Abstandnehmens von Delinquenz
5.1 Theorien und Modelle
5.2 Resozialisierung und Desistance
6 Schlussbetrachtung
Diese Bachelorarbeit untersucht die Resozialisierungsprozesse bei männlichen Erwachsenen im deutschen Strafvollzug. Ziel ist es, die Effektivität aktueller Maßnahmen kritisch zu beleuchten und zu klären, unter welchen Bedingungen eine dauerhafte Wiedereingliederung und eine Reduktion der Rückfallquoten realistisch sind.
Die Hürden der Justiz
Nicht bei allen Straftätern wird eine Resozialisierung als notwendig angesehen: „Denn nicht alle Verletzungen von strafrechtlichen Normen bedeuten in gleichen Umfang gesellschaftliche Ausgliederung, die durch Re-Integration wieder aufgehoben werden soll“ (Cornel 2011: 12). Die Art der Straftat gibt also Anhaltspunkte, ob eine Resozialisierungsmaßnahme notwendig ist oder ob der Straftäter ausreichend in der Gesellschaft sozialisiert ist. Das Strafmaß wird im Deutschen Strafrecht jedoch nach der Schuld des Täters bemessen (vgl. §46 Abs. 1 StGB). Daraus resultiert, dass das Strafsystem nicht ausschließlich auf das Ziel der Resozialisierung ausgelegt ist. Es kann absolut förderlich sein, einen Straftäter für eine bestimmte Zeit aus seinem gewohnten und möglicherweise schädigenden Umfeld herauszunehmen, ihm in einer Vollzugsanstalt unterzubringen und ihm die Fähigkeit näherzubringen, sein Leben zukünftig in sozialer Verantwortung und ohne Straftaten zu leben.
„Es ist durchaus möglich, dass jemand für dieses Lernen einer Struktur und für das Herauskommen aus dem Milieu ein Jahr lang braucht. Dann hat er das Jahr, um das zu bewältigen. Es kann aber durchaus sein, dass seine Strafe auf zehn Jahre festgesetzt wurde. Dann hat er noch neun Jahre zu sitzen, die Folge: Alles wird wieder kaputt gemacht, was möglicherweise an wertvoller Arbeit im Sinne der Resozialisierung geleistet worden ist“ (Galli 2017: 42).
Dies sei einer der Hauptgründe, weshalb eine positive Wirkung des Strafvollzugs nicht gegeben sei. Galli geht sogar so weit und ist der Ansicht, dass Vergeltung der Kern des Strafvollzugs sei (vgl. ebd.: 39,42). Der Fokus des Strafvollzugs liege also mehr auf dem Strafenden als auf dem resozialisierenden Aspekt.
1 Einleitung: Definition der Problemstellung, Zielsetzung der Arbeit und Erläuterung des methodischen Rahmens.
2 Resozialisierung als Ziel des Strafvollzugs: Theoretische Fundierung des Resozialisierungsgedankens und Diskussion der Wirksamkeit anhand von Rückfallstatistiken.
3 Maßnahmen während und nach der Haft: Darstellung der konkreten Behandlungsangebote wie Arbeit, Bildung sowie der Bedeutung des Übergangsmanagements für die Zeit nach der Entlassung.
4 Die Hürden der Resozialisierung: Kritische Analyse der strukturellen Hindernisse durch Justiz sowie der negativen Auswirkungen der Haft auf die Persönlichkeit und soziale Integration der Inhaftierten.
5 „Desistance“- Wege des Abstandnehmens von Delinquenz: Einführung des „Desistance“-Ansatzes als alternative Perspektive, die sich auf die Stärken und persönlichen Veränderungsprozesse der Klienten konzentriert.
6 Schlussbetrachtung: Zusammenfassende Evaluation der Ergebnisse und Aufzeigen von Verbesserungspotenzialen für eine wirkungsorientierte Resozialisierungspraxis.
Resozialisierung, Strafvollzug, Rückfallprävention, Übergangsmanagement, Desistance, Legalbewährung, Wiedereingliederung, Sozialarbeit, Inhaftierung, Stigmatisierung, Delinquenz, Haftschäden, Kriminologie, Strafgesetzbuch, Resozialisierungsprogramme.
Die Arbeit analysiert, inwieweit Resozialisierungsprozesse bei männlichen Erwachsenen im deutschen Strafvollzug erfolgreich umgesetzt werden und welche Faktoren diesen Prozess beeinflussen.
Die Arbeit behandelt die Wirksamkeit von Haft, die verschiedenen Behandlungsangebote während der Inhaftierung, die Herausforderungen des Übergangsmanagements sowie den Vergleich zwischen klassischen Resozialisierungsansätzen und dem „Desistance“-Konzept.
Die Arbeit untersucht die Frage, ob der derzeitige Strafvollzug tatsächlich dazu befähigt, ein straffreies Leben in sozialer Verantwortung zu führen, und identifiziert dabei sowohl Gelingensbedingungen als auch strukturelle Hürden.
Es handelt sich um eine Literaturanalyse, die aktuelle Forschungsergebnisse, Gesetzesgrundlagen und diverse Modelle zur Straftäterbehandlung und „Desistance“-Forschung zusammenführt und kritisch miteinander vergleicht.
Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung der gesetzlichen und praktischen Resozialisierungsmaßnahmen in und nach der Haft sowie eine kritische Auseinandersetzung mit den dabei auftretenden Hürden und Wirkungsmechanismen.
Wichtige Begriffe sind Resozialisierung, Rückfallprävention, Übergangsmanagement, „Desistance“, Legalbewährung und Stigmatisierung.
Der „Desistance“-Ansatz bietet eine wertvolle Ergänzung, da er den Fokus weg von defizitorientierten Zwangskontexten hin zu den persönlichen Stärken, der intrinsischen Motivation und den individuellen „Hooks for Change“ der Inhaftierten lenkt.
Die Arbeit nutzt den Begriff der „totalen Institution“ von Goffman, um zu verdeutlichen, wie die extreme Reglementierung im Gefängnis zur Autonomieeinbuße und zur sogenannten Prisionierung führt, was einer erfolgreichen Resozialisierung entgegenstehen kann.
Kritisiert werden vor allem die mangelnde Kooperation zwischen den Institutionen, der Fokus auf Vergeltung statt auf Resozialisierung, die unzureichende Individualisierung der Hilfsangebote und die Stigmatisierung ehemaliger Inhaftierter.
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